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Oythe ist im Plan und lehnt Geisterspiele ab

Die Volleyball Bundesliga entlastet Erst- und Zweitligisten. Der VfL hat etwas Bauchweh.

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Es wird weitergehen: Oythes Volleyballdamen hier im Angriff gegen DSHS Köln am 22. Februar – beim letzten Heimspiel vor dem Saisonabbruch. Foto: Schikora

Es wird weitergehen: Oythes Volleyballdamen hier im Angriff gegen DSHS Köln am 22. Februar – beim letzten Heimspiel vor dem Saisonabbruch. Foto: Schikora

Der Vorstand der Volleyball-Bundesliga (VBL) hat Sofortmaßnahmen gegen die negativen Folgen der Corona-Pandemie für die Vereine verabschiedet. Nach Auswertung der Abstimmungen in den Arbeitskreisen der 1. und 2. Bundesligen beschloss der VBL-Vorstand per sofort zahlreiche Änderungen des Lizenzstatuts und damit Einsparungen für die Klubs.

Für Damen-Zweitligist VfL Oythe war Volleyball-Obmann Matthias Schumacher an der entsprechenden Videokonferenz beteiligt. Er beurteilt die Maßnahmen positiv, auch wenn die Summen überschaubar wären, und sagt: „Wir haben bei uns sehr früh die Etatgespräche geführt und mit Trainer Ali Hobst verlängert. Und jetzt sind wir in der Planungsphase für die neue Saison.“ Zwar würde das Grundgerüst stehen, aber man habe doch „Bauchweh“.

Dies bezieht sich vor allem auf die von der VBL verfolgte Linie, im Notfall Geisterspiele durchzuführen – was Oythe und auch andere Zweitligisten ablehnten. Schumacher: „Das wollen wir nicht.“ Viele Vereine hätten Heimspiele mit Zuschauern sowie Verzehr als feste Einnahmequelle, sie würden Löcher in die Kasse reißen. VfL-Volleyball-Vorstand Hauke Anders pflichtet Schumacher bei: „Geisterspiele lehnen wir ab. Das wäre Schwachsinn.“

Bei der Videokonferenz dabei: Matthias Schumacher.Bei der Videokonferenz dabei: Matthias Schumacher.


Oythes Saison war Mitte März abgebrochen worden. Die Mannschaft von Coach Ali Hobst, dessen Vertrag kurz vor der Corona-Krise um ein Jahr bis 2021 verlängert worden war, hatte in der Serie fünf Spiele vor Schluss Platz acht inne. Laut VBL-Beschluss gibt es keine Auf- und Absteiger, Zugänge aus der 3. Liga sind aber möglich. Inzwischen haben sich aus der ursprünglich 13 Teams umfassenden Staffel mit dem SV Bad Laer und RPB Berlin zwei Vereine für 2020/21 abgemeldet. Laut Matthias Schumacher sind RC Sorpesee, Fortuna Bonn und Eimsbütteler TV mögliche Aufstiegskandidaten aus den 3. Ligen. 14 Mannschaften wären möglich.

Das verabschiedete VBL-Paket hat ein Volumen von knapp 200 000 Euro an Zahlungsreduktionen für die Vereine sowie weiteren rund 100 000 Euro Einsparungen im Haushalt der Volleyball-Bundesliga GmbH. Alle Maßnahmen gelten zunächst nur für die Saison 2020/21.
So verzichten Lizenzliga-Schiedsrichter auf einen Teil ihrer Honorare, die wirtschaftliche Lizenzierung entfällt weitgehend und alle bestehenden Ausnahmeregelungen für Spielhallen werden verlängert. In weiten Teilen werden zudem Geldstrafen für Verstöße gegen das Lizenzstatut ausgesetzt. Oythe musste laut Matthias Schumacher in der letzten Saison einmal 80 Euro Strafe für nicht ausreichenden Wischerdienst beim Punktspiel zahlen – so etwas würde jetzt entfallen. Die Klubs erhalten auch die Möglichkeit, die Lizenzgebühren in Raten zu zahlen, um Liquiditätsengpässen vorzubeugen.

„Zurzeit wäre ja eh Pause, aber die Leute haben Bock, wieder etwas zu machen."Matthias Schumacher

Weiterhin wurden diverse Einzelmaßnahmen in den Bereichen Administration und Management, Sportentwicklung und Nachwuchsförderung beschlossen. Vom europäischen Verband CEV wurden zudem die Transfergebühren halbiert – auch davon könnte Oythe zur neuen Spielzeit noch profitieren.

Im Wartestand: Dominika Zoltanska vom VfL. Foto: SchikoraIm Wartestand: Dominika Zoltanska vom VfL. Foto: Schikora


„Unser oberstes Ziel bleibt – abgesehen von der Gesundheit der Bevölkerung – die Wiederaufnahme des Spielbetriebs“, sagte VBL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung. „Um den Spielbetrieb wie geplant im September für die 2. Liga und im Oktober für die 1. Liga wieder aufnehmen zu können, erarbeitet die Volleyball-Bundesliga Durchführungsbestimmungen sowie Hygiene- und Sicherheitsstandards.“ Oythes Volleyball-Vorstand Hauke Anders sagte dazu: „Ich glaub eher nicht, dass es im September schon losgeht. Aber wir haben ja viel Luft im Spielplan, deswegen könnten wir auch später anfangen und komprimierter spielen.“

Im Rückblick hält derweil Matthias Schumacher den frühen Saisonabbruch im Volleyball für die richtige Entscheidung: „Ich bin froh, dass das längst entschieden ist. Da hatte man doch Planungssicherheit.“ Jetzt warte man auf die Politik. Eine Anfrage zwecks Wiederaufnahme des Hallentrainings vor gut zwei Wochen beim Landkreis wurde erst mal negativ beschieden. Schumacher: „Zurzeit wäre ja eh Pause, aber die Leute haben Bock, wieder etwas zu machen. Aber: Wir müssen abwarten, was da kommt.“

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