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Oythe, Holdorf und Steinfeld schieben Frust

In der Fußball-Landesliga erlebten die VEC-Teams kein erfolgreiches Wochenende. Nur GW Mühlen punktete beim 3:3 in Schüttorf.

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Rudelbildung in Holdorf: Eine Szene aus dem Landesliga-Spiel gegen GW Firrel am Sonntag. Foto: Wenzel

Rudelbildung in Holdorf: Eine Szene aus dem Landesliga-Spiel gegen GW Firrel am Sonntag. Foto: Wenzel

SV Holdorf - GW Firrel 1:6. Die Euphorie war riesengroß. Die Landesliga-Fußballer vom SV Holdorf wollten den Rückenwind vom 4:1-Sieg bei Frisia Wilhelmshaven am Sonntag zu einem weiteren Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt nutzen. Doch am Ende kam es ganz anders – und das war sehr bitter. Der Aufsteiger kam gegen GW Firrel zumindest ergebnistechnisch mit 1:6 (0:2) unter die Räder. Und das war angesichts der Kräfteverhältnisse doch ziemlich überraschend. Denn Teamsprecher Sebastian Beckmann berichtete: „Wir haben in der ersten Halbzeit ein richtig, richtig gutes Spiel gemacht.“ Holdorf sei „unerklärlicherweise“ ins Hintertreffen geraten. Nach zwei Kontern hatten Manuel Suda (13.) und Lasse Härtel (45.) jeweils eiskalt abgeschlossen und Firrel somit eine schmeichelhafte 2:0-Pausenführung beschert.

Holdorf konnte sich für die optische Überlegenheit nicht belohnen. Ein 20-m-Schuss von Moritz Kniffke strich knapp vorbei (23.), bevor ein Schuss von Andrej Homer aus spitzem Winkel pariert wurde (28.). Nach dem Seitenwechsel änderte sich die Partie jedoch ein wenig. „Firrel hat es in der zweiten Halbzeit dann schon gut gemacht“, berichtete Sebastian Beckmann. Lasse Härtel nutzte die fehlende Ordnung in der Holdorfer Hintermannschaft in der 47. Minute zur 3:0-Führung, bevor er zehn Minuten später aus abseitsverdächtiger Position auch noch das 4:0 für Firrel nachlegte (57.).

Als Steffen Schönhöft eine Flanke von Homer in der 63. Minute zum 1:4 einköpfte, kam beim HSV zumindest wieder ein bisschen Hoffnung auf. Doch die wurde umgehend zerstört: Felix Karius erzielte nur eine Minute später den fünften Firreler Treffer (64.). „Eigentlich wie immer: Wir machen ein Tor und kassieren direkt im Gegenzug wieder ein Gegentor“, ärgerte sich Sebastian Beckmann. So war klar, dass für die Holdorfer nichts mehr zu holen war. Manuel Suda machte bei den Gästen mit seinem zweiten Treffer sogar noch das halbe Dutzend voll – er verwertete einen Karius-Querpass in einer Zwei-gegen-eins-Situation (68.). Holdorf richtet den Blick nun auf den Jahresabschluss gegen Hansa Friesoythe am Sonntag (14.00 Uhr) und freut sich dann angesichts großer Personalsorgen auf die Winterpause.

Ausweichmanöver: Oythes Angreifer Lie Sillah kommt zu spät gegen Voxtrups Torhüter Philipp Parlow, der den Ball schon fest in seinen Händen hält. Foto: SchikoraAusweichmanöver: Oythes Angreifer Lie Sillah kommt zu spät gegen Voxtrups Torhüter Philipp Parlow, der den Ball schon fest in seinen Händen hält. Foto: Schikora

VfL Oythe - VfR Voxtrup 1:2. Nach zwei Wochen Spielpause meldeten sich die Fußballer des VfL Oythe zurück im Landesliga-Betrieb – und erlebten eine bittere Pleite. Ein Eigentor und ein Gegentor in letzter Minute besiegelten die 1:2 (0:0)-Niederlage der Oyther gegen den VfR Voxtrup. Es war die vierte Niederlage in Serie für den VfL, der seit dem 16. Oktober auf einen Sieg wartet.

„Miserabel“ war der Gemütszustand von Oythes Trainer Daniel Roth nach dem Spiel: „Das war genau das, was wir vermeiden wollten.“ In der ersten Halbzeit tasteten sich beide Teams im Stadion an der Hasenweide ab. Viele Aktionen gab es für die Zuschauer dabei nicht zu beobachten. „Es war ein verkrampftes Spiel“ auf einem „tiefen Geläuf“, gab Roth zu. Zwar habe sein Team einige Aktionen „sauber herausgespielt“, doch am Ende, so der Coach, „fehlte uns vorne das letzte Quäntchen“. Gegner Voxtrup, der vergangene Woche genau wie Oythe aufgrund einer Spielabsage pausieren konnte, brachte ebenfalls nicht viel auf den Platz. „Sie hatten auch keine richtigen Torchancen“, merkte Roth an.

Nach der Pause kam Oythe gut aus den Startlöchern, die Belohnung in Form eines Führungstreffers blieb aber aus. Stattdessen legten sie sich den Ball ins eigene Netz. Oythes Keeper Kai Winkler wurde von einem Voxtruper angeschossen. Den abgeprallten Ball konnte Nils Heseding nicht kontrollieren und erzielte unfreiwillig das 1:0 für die Gäste (60.). Roth machte seinem Abwehrspieler keine Vorwürfe: „Das war unglücklich, da konnte er nichts machen“, sagte der Coach. Der Gegentreffer habe sein Team „ein Stück weit raus gebracht“.

In der Schlussphase bekam Oythe schließlich eine Möglichkeit zum Punktgewinn geschenkt, als der eingewechselte Markus Kohls im Strafraum gefoult wurde. Den Elfmeter verwandelte Stephan Stukenborg souverän (82.), der erste Punktgewinn war zum Greifen nah, durch eine Doppelchance von Stukenborg und Lukas Büssing wäre sogar der Sieg drin gewesen. Am Ende kam es schließlich ganz anders: Voxtrups Lukas Leopold zog von der Außenbahn nach innen, ließ dabei drei Oyther Gegenspieler stehen und bescherte den Gästen mit einem Schuss in die kurze Ecke den Sieg. „Wenn man keinen Zugriff hat, kassiert man die Gegentore“, schimpfte Roth über das „maximal ärgerliche“ Ende.

FC Schüttorf - GW Mühlen 3:3. Einen Punkt beim FC Schüttorf hätte Andreas Hinrichs, Trainer von GW Mühlens Fußballern, vor dem Spiel gerne mitgenommen – am Ende überwog der Frust beim Landesligisten, der in den Schlussminuten den 3:3 (2:2)-Ausgleich kassierte. „Wir können trotzdem stolz auf unsere Leistung sein“, sagte Hinrichs nach dem Spiel.

Beim Tabellenvierten erwischte Mühlen, das zuvor dreimal in Folge siegreich gewesen war, einen schlechten Start: Schüttorfs Denis Salkovic brachte die Hausherren schnell in Front (4.). „Da haben wir nicht gut verteidigt“, beklagte Hinrichs. Die Gastgeber gaben nach dem Tor den Ton an, doch gegen den Lauf des Spiels schlug Mühlen zu: Leonard Westermann steckte durch zu Benjamin Willenbrink, der eiskalt vollstreckte (21.). „Der Ausgleich hat sich nicht angebahnt“, gab Hinrichs ehrlich zu. Durch den Treffer gewann Mühlen an Selbstvertrauen und schlug vor der Pause erneut zu: Wieder war es Willenbrink, der mit einem 30-Meter-Sololauf drei Gegenspieler stehen ließ und anschließend sicher verwandelte (40.).

Leider war die Freude nur von kurzer Dauer. Denn direkt vom Anstoßpunkt weg setzte Helge Pollmann zu einem ähnlichen Sololauf an und erzielte prompt den Schüttorfer Ausgleich. Hinrichs: „Da sahen wir nicht gut aus.“ Direkt nach der Halbzeit stellte sein Team aber die Führung wieder her. Diesmal avancierte Westermann nach einem Steilpass von Tom Ungemach selbst zum Torschützen (46.). In der Schlussphase verpasste Willenbrink die Chance auf das 4:2 (82.). „Den muss er reinschieben“, fand Hinrichs. Stattdessen erzielte Jesko Bühring den aus Mühlener Sicht bitteren Ausgleich für Schüttorf (86.).

SV Bad Rothenfelde - Falke Steinfeld 4:0. Sie hatten mit vier Punkten aus den letzten beiden Spielen im Jahr 2022 geliebäugelt. Doch schon am Sonntag wurde den Landesliga-Fußballern von Falke Steinfeld ein Strich durch die Rechnung gemacht: Das Tabellenschlusslicht verlor das Kellerduell beim zuvor zehnmal in Folge sieglosen SV Bad Rothenfelde deutlich mit 0:4 (0:1) und konnte den Rückstand zum Rest des Feldes somit nicht verkürzen. Und auch im abschließenden Heimspiel gegen den FC Schüttorf am kommenden Sonntag (14.00 Uhr) hängen die Trauben für Falke sehr hoch.

„Heute haben wir einfach einen übelst schlechten Tag erwischt“, resümierte Trainer Artur Zimmermann und fügte hinzu: „Dann brauchst du dich auch nicht zu wundern, dass du hier vier Gegentore kriegst.“ Die Körperlichkeit, die die Falken in den vergangenen Spielen ausgemacht hatte, fehlte über die gesamte Spieldauer. „Und wenn wir mal den Ball hatten, hatten wir viel zu viele Fehlpässe im Spiel“, so der Steinfelder Trainer. Hinten habe man zudem „einfache Bälle nicht verteidigt bekommen“.

So nahm das Unheil seinen Lauf. Felix Gelhoet schoss Bad Rothenfelde in der 43. Minute in Führung, bevor Maximilian Werner kurz nach dem Seitenwechsel das 2:0 nachlegte (51.). Die Gäste konnten selbst offensiv keinerlei Gefahr ausstrahlen, sodass eine Antwort ausblieb. Meik Schäfer (63.) und Martim Mendes (86.) sorgten mit ihren Toren für den 4:0-Endstand. Artur Zimmermann hielt fest: „So ein Spiel möchte man am liebsten schnell vergessen.“ Somit gilt der Fokus nun der schwierigen Heimaufgabe gegen den FC Schüttorf.

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