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Oythe geht ins Risiko: Spiel ohne Training

Der Volleyball-Zweitligist absolviert am Sonntag sein  Nachholspiel beim Eimsbütteler TV. Coach Ali Hobst kritisiert die Umstände.

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Beklagt „Missstände“: VfL-Trainer Ali Hobst. Foto: Schikora

Beklagt „Missstände“: VfL-Trainer Ali Hobst. Foto: Schikora

Der VfL Oythe sucht Mittel und Wege, in der 2. Volleyball-Bundesliga Nord der Damen durch die verschärfte Corona-Pandemie zu gelangen. Das auf dem vorletzten Tabellenplatz angesiedelte Team von Trainer Ali Hobst ist betroffen von einem behördlich verfügten Trainingsstopp (seit dem 5. November) und den Absagen der Spiele beim Eimsbütteler TV (7. November) sowie VC Essen (21. November). Der VfL Oythe sieht zudem dem Ausfall des Heimspiels gegen Bayer Leverkusen (28. November) entgegen – weil die kreiseigene Antonianumhalle für den Trainings- und Spielbetrieb gesperrt ist. Dennoch kommt nun kurzfristig der Liga-Wiedereinstieg: An diesem Sonntag um 15.00 Uhr wird der VfL das Spiel beim Aufsteiger Eimsbütteler TV nachholen.

Ali Hobst möchte die Partie spielen, um auch auf „Missstände“ aufmerksam zu machen, wie er sagt. Deswegen fahre man „untrainiert“ nach Hamburg und nehme auch ein sportliches Risiko in Kauf. Mit Missständen meint Ali Hobst vor allem den Umstand, dass man trotz der professionellen Team- und Liga-Strukturen vom Land Niedersachsen und vom Landkreis Vechta nicht dem Profisport zugeordnet werde und demzufolge zurzeit auch nicht in der Antonianumhalle trainieren und spielen könne: „Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Eine Gleichbehandlung wäre schon gut.“ Der Landkreis hatte hier auch auf die hohen Inzidenzzahlen vor Ort verwiesen.

Andre Guddack, Geschäftsführer vom Nordwestdeutschen Volleyball-Verband, vertritt hier eine klare Position. Er schließe sich der Argumentation des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der Volleyball Bundesliga (VBL) sowie des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) an, dass Volleyball-Zweitligisten Profisport betreiben würden. Dies sei unter anderem daran ersichtlich, dass Volleyball-Zweitligaklubs beim 200-Millionen-Euro-Paket vom Bund für Corona-Hilfsmaßnamen für Profiteams eingeschlossen seien.

Flickenteppich in Niedersachsen

Als einziges Bundesland erlaubt Niedersachsen den Volleyball-Zweitligisten zurzeit kein Training und keinen Spielbetrieb. Im Niedersachsen, so Guddack, gebe es zudem das Problem, dass es keine klare Profi-Definition gebe – und nun zugleich einen Flickenteppich: Drei der fünf Volleyball-Zweitligisten im Land hätten eine behördliche Ausnahmeverfügung erwirkt, nach der sie nun doch zum Training in die Halle dürfen. „Wir versuchen alles“, sagt Andre Guddack zu dem Bemühen seines Verbandes, an einer Gesamtlösung mitzuwirken.

„Das ist eine Ungleichbehandlung, das passt nicht“, sagt Ali Hobst, der sich hier von Behörden und Verbänden wie dem Landessportbund Niedersachsen (LSB) auch klarere Verantwortlichkeiten wünscht. Für Ali Hobst geht es nicht um coronabedingt notwendige Spielabsagen oder die Notwendigkeit von Geisterspielen, sondern schlicht um Gleichberechtigung. Abgesehen davon hält er fest, dass er im Verein mit allen Teams peinlich genau alle Hygienemaßnahmen beachtet habe. Auch von daher sehe er die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen nicht.

Auch VfL-Volleyballobmann Matthias Schumacher lobt die große Vorsicht in der Volleyballabteilung im Umgang mit Corona. Wenngleich er seinen Standpunkt noch mal wiederholt: „Eine Unterbrechung der Saison wäre besser.“

VBL froh über jedes Spiel, das durchgezogen wird

In Eimsbüttel war für den kommenden Sonntag eigentlich die Partie gegen den BSV Ostbevern geplant, die aber wegen positiver Coronafälle beim Gast abgesetzt worden ist. Laut Matthias Schumacher sei „die VBL froh über jedes Spiel, das durchgezogen wird“. Ali Hobst macht hier auch auf die Enge im Terminplan aufmerksam. Am vergangenen Wochenende waren fünf von acht angesetzten Partien wegen Corona abgesagt worden.

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