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OM-Umfrage: Eindeutiges "Jein" zum WM-Gucken – und Musiala muss spielen

Vor dem ersten deutschen Spiel gegen Japan äußerten sich die heimischen Sportler teils interessiert, teils verhalten zur Weltmeisterschaft in Katar.

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Ihn wollen die VEC und CLP-Fans sehen: Jamal Musiala ist für einige Heimatsportler der deutsche Schlüsselspieler. Foto: dpa / Charisius

Ihn wollen die VEC und CLP-Fans sehen: Jamal Musiala ist für einige Heimatsportler der deutsche Schlüsselspieler. Foto: dpa / Charisius

Stefan Wulfing (Dinklage/ spielender „Co“ BV Garrel): „Ich gucke die WM, weil ich gerne Fußball gucke. Ich fange jetzt aber nicht an, mir dafür Urlaub zu nehmen. Unsere Belegschaft bei Auto Wulfing wird vielleicht das deutsche Spiel gucken – aber es ist gerade auch Reifenwechsel-Saison, da ist noch mehr zu tun. In der Startformation ist Musiala für mich absolut gesetzt, das muss ich auch als Dortmunder anerkennen. Ich glaube, es gibt keinen, der das kann, was er kann. Grundsätzlich mache ich mir sowieso hinten mehr Sorgen. Wer soll innen neben Rüdiger spielen? Außen sieht es auch nicht besser aus. Ich weiß nicht, ob man Philipp Lahm noch mal reaktivieren kann. Wegen der Abwehr kann ich mir nicht vorstellen, dass mehr als das Viertelfinale drin ist. Der Fokus scheint eh auf der EM 2024 zu liegen.“

Sascha Thale (Fußballer beim Landesligisten SV Bevern): „Ich habe bislang noch kein Spiel gesehen. Eine WM in Katar im Winter mit all den Begleiterscheinungen – das passt für mich nicht zusammen. Obwohl ich fußballverrückt bin, kommt bei mir bislang überhaupt keine Stimmung auf. Das Deutschland-Spiel gegen Japan hätte ich allerdings verfolgt, ich muss am Mittwochnachmittag aber arbeiten. Rein sportlich traue ich uns den Sprung ins Halbfinale zu. Der Kader ist stark besetzt und wir spielen bei großen Turnieren eigentlich immer eine gute Rolle. Gegen Japan gewinnen wir 3:1.“

Katharina Stark (Läuferin aus Lohne): „Ich habe noch kein Spiel geguckt, aber nur, weil es sich nicht ergeben hat. Wenn Deutschland spielt, werde ich bestimmt mal reinschalten, wenn es der Terminkalender im Homeoffice erlaubt. Ich drücke den Deutschen auch auf jeden Fall die Daumen und werde mitfiebern wie sonst auch. Die politischen Hintergründe verfolge ich natürlich, da gibt es viele gute Dokumentationen zu. Ich finde aber, aus sportlicher Sicht sollte man den Fußballern diese Bühne bieten – so viele Weltmeisterschaften spielt ein Fußballer ja nicht in seinem Leben. Man merkt aber, welchen Einfluss die Medien haben. Die WM ist nicht so präsent. Ich bin längst nicht so informiert wie sonst und habe mir noch nicht mal den Kader angeguckt. Ich hoffe, dass die Jungs uns wieder Freude bereiten. Das Halbfinale traue ich ihnen zu, ach was: Wir werden Weltmeister! Ansonsten sympathisiere ich mit Frankreich. Ich liebe das Land, die Sprache, das Essen. Vielleicht kommt das daher, dass ich damals am ULF super Französisch-Lehrerinnen hatte: Frau Schulte, Frau Windhaus und Frau Kathe.“

Dr. Franz Stuke (Vorsitzender des Kreissportbundes Cloppenburg): „Zwar habe ich in die ersten WM-Partien mal reingeguckt, die große Begeisterung fehlt allerdings noch. Das liegt sicher auch an der Winterzeit. Was alles am Rande der Weltmeisterschaft passiert kann man zwar nicht ignorieren, als leidenschaftlicher Fußballfan bemühe ich mich aber, die sportlichen Aspekte in den Vordergrund zu stellen. Ich wünsche mir, dass der Start gegen Japan gelingt, das wäre für den weiteren Turnierverlauf sehr wichtig. Ich hoffe nicht, dass wir eine ähnlich böse Überraschung erleben wie am Dienstag Argentinien, das gegen Saudi-Arabien 1:2 verloren hat.“

Philipp Richter (Torjäger bei RW Damme): „Ich verfolge die WM auf jeden Fall, ich bin aber jetzt auch nicht erpicht darauf, alle Spiele zu gucken. Vor allem nicht, wenn sie bei MagentaTV laufen – das buche ich mir dafür jetzt nicht extra noch dazu. Was die Startaufstellung angeht, bin ich ganz klar pro Füllkrug, weil er meiner Meinung nach mal ein ganz anderer Spielertyp ist. Moukoko ist da ja doch eher ähnlich wie Werner. Füllkrug ist in der Box viel präsenter. Der Schlüsselspieler wird für mich bei diesem Turnier aber Musiala sein. Ich tippe darauf, dass Deutschland Weltmeister wird – warum nicht?! So sollte man in eine WM gehen. Ich sehe aktuell aber die südamerikanischen Teams wie Brasilien und Argentinien noch ein bisschen besser.“

Dennis Bley (Fußball-Coach des Bezirksligisten SV Petersdorf): „Keine Frage, die ganzen Themen rund um die WM nerven. Täglich gibt es neue Negativschlagzeilen. Auch für die Fußballer ist das bitter, schließlich ist es eine Weltmeisterschaft. Ich werde mir ausschließlich die deutschen Spiele ansehen, insofern ich das einrichten kann. Ich bin davon überzeugt, dass das Team ins Halbfinale kommen kann. Ein großer Vorteil ist meiner Meinung nach, dass Hansi Flick auf einen Bayern-Block zurückgreifen kann. Viel Zeit, um sich einzuspielen, hatte die WM-Teilnehmer ja nicht.“

Annika Beuse (Schiedsrichterin aus Goldenstedt): „Ich werde die WM nicht verfolgen. Zum einen laufen die Spiele meistens eh, wenn ich auf der Arbeit bin, weswegen ich sie nicht schauen kann. Zum anderen sollte man die ganze Weltmeisterschaft aufgrund des Gastgebers kritisch betrachten. Am Ende muss aber jeder selbst entscheiden, ob man es anschaut oder nicht. Die deutsche Mannschaft habe ich in letzter Zeit nicht genau verfolgt, aber wenn sie sich gut anstellen, dann können sie weit kommen. Bis zum Viertelfinale werden sie es schaffen. Einen Turnierfavoriten habe ich nicht.“

Armin Beyer (Leichtathletik-Abteilungsleiter VfL Löningen): „Ich habe in das eine oder andere Spiel zwar mal reingeschielt, von Enthusiasmus kann allerdings keine Rede sein. Das war bei anderen Fußball-Weltmeisterschaften ganz anders. Die Begegnungen von Deutschland werde ich mir allerdings ansehen. Es ist schwer zu sagen, was für die Mannschaft möglich ist. Das ungewohnte Klima, die kurze Vorbereitungszeit – für mich gleicht das alles einer Wundertüte.“

Tobias Thal (Spielertrainer SFN Vechta II): „Trotz des ganzen Drumherums schaue ich die WM – am Ende bin ich Fußballer und will die Spiele sehen. Im deutschen Team müssen für mich Musiala und Havertz unbedingt spielen, das ist absolut die Zukunft der Nationalmannschaft. Die Defensive macht mir ein bisschen Sorgen. In der Innenverteidigung würde ich neben Rüdiger mit Ginter starten, weil er eine gute Saison mit Freiburg spielt. Schlotterbeck muss draußen bleiben, ich habe ihn bei Dortmunds 2:4 in Gladbach gesehen, das hat mich als Gladbach-Fan natürlich gefreut, aber: Er war ganz schlecht. Trotz aller Probleme gehe ich davon aus, dass Deutschland bis ins Viertelfinale kommt. Topfavorit ist für mich Brasilien, aber auch England wird weit kommen.“

Laura Bröring (Junioren-Fußballnationalspielerin aus Cloppenburg): „Bei mir kommt bislang kein WM-Feeling auf. Was alles rund um das Turnier passiert, finde ich nicht okay. Alles in allem bin ich schon sehr zwiegespalten. Deutschland werde ich vorm Fernseher aber trotzdem die Daumen drücken, eine WM ist schließlich nur alle vier Jahre. Insgeheim hoffe ich, dass sie den Titel holen, auch wenn das natürlich sehr schwer wird. Erst einmal müssen wir die Gruppenphase überstehen, dann könnte was gehen. Das Spiel gegen Japan schaue ich mir mit einem Schulfreund an. Ich tippe auf einen 2:0-Sieg.“

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