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OM-Landesligisten gehen getrennte Wege

Zur neuen Fußball-Saison wird die höchste Weser-Ems-Staffel geteilt: Die CLP-Teams kommen in die Nord-Staffel, die VEC-Mannschaften in die Süd-Gruppe. Hier gibt's die Reaktionen.

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Keine OM-Duelle in 20/21: Die Teams aus Cloppenburg und Vechta, hier der SV Bevern und Falke Steinfeld, spielen in der neuen Landesliga-Saison in unterschiedlichen Staffeln. Foto: Wenzel

Keine OM-Duelle in 20/21: Die Teams aus Cloppenburg und Vechta, hier der SV Bevern und Falke Steinfeld, spielen in der neuen Landesliga-Saison in unterschiedlichen Staffeln. Foto: Wenzel

Der Spielausschuss des Fußball-Bezirks Weser-Ems hat am späten Dienstagabend im Hotel Landhaus Pollmeyer nahe Friesoythe Nägel mit Köpfen gemacht und sich für ein Konzept für die Zeit nach Corona entschieden. Auf die 21 Mannschaften, die für die Landesliga gemeldet haben, wartet eine historische Saison. Denn erstmals in der Geschichte wird die Liga in zwei Staffeln geteilt – in eine 11er-Gruppe im Norden sowie zehn Teams im Süden.

„Die Saison mit 40 Spielen pro Team durchzubringen, ist quasi unmöglich. Deswegen haben wir uns für eine regionale Teilung der Liga entschieden“, sagt Staffelleiter Stefan Brinker. Im Raum hatten auch eine Teilung nach Leistungsaspekten sowie ein Vorschlag, nachdem lediglich eine Hinrunde absolviert wird, gestanden. „Der Großteil der Mannschaften war aber wie wir für eine Aufteilung nach örtlichen Gesichtspunkten“, so Brinker.

Die Cloppenburger Vertreter SV Bevern, BV Essen, BV Cloppenburg und Aufsteiger Hansa Friesoythe spielen demnach gemeinsam in einer Staffel und treffen auf die Landesliga-Neulinge WSC Frisia Wilhelmshaven, TuRa 07 Westrhauderfehn und Sparta Werlte sowie
GW Firrel, VfL Germania Leer, BW Papenburg und VfL Wildeshausen.

Kein Nachbarschaftsduell: Der BV Essen (blaues Trikot) und der VfL Oythe spielen nicht in einer Staffel. Archivfoto: LangoschKein Nachbarschaftsduell: Der BV Essen (blaues Trikot) und der VfL Oythe spielen nicht in einer Staffel. Archivfoto: Langosch

Auf Derbys gegen die Nachbarteams aus dem Kreis Vechta muss das CLP-Quartett in der kommenden Serie verzichten. Denn der TV Dinklage, Falke Steinfeld, GW Mühlen und der VfL Oythe treffen in der Südstaffel auf Aufsteiger Union Lohne, Holthausen-Biene, FC Schüttorf, VfR Voxtrup, SC Melle und Bad Rothenfelde.

Starten soll die Spielzeit 2020/21 am ersten September-Wochenende (4.9. bis 6.9.). „Diesbezüglich müssen wir natürlich abwarten, wie es mit der Corona-Pandemie weitergeht und welche Entscheidungen die Politik trifft“, sagt Stefan Brinker. Der Staffelleiter plant, dass die Spielzeit Ende Mai 2021 beendet wird.

Geplant ist, dass nach einer Hin- und Rückrunde die Tabellenersten und aufstiegsberechtigten Mannschaften den Meister und damit den Aufsteiger in die Oberliga ermitteln. „Hier haben wir uns für ein Hin- und Rückspiel entschieden. Welchen Reiz diese Partien haben, sieht man ja gerade wieder an den Relegationsduellen im Profifußball“, sagt Brinker. In Sachen Abstieg müssen die drei letztplatzierten Teams der jeweiligen Staffeln den Gang in die Bezirksliga antreten. Da es sieben Absteiger geben muss, treffen die beiden Viertletzten in zwei Duellen aufeinander. Der Verlierer wird die Landesliga verlassen.

Kein Kommentar von BVC-Notvorstand Prof. Dr. Olivier 

Weil die Zukunft des finanziell schwer angeschlagenen BV Cloppenburg derzeit völlig unklar ist – der Verein hat, wie berichtet, ein Insolvenzverfahren beantragt – könnte auch aus der Nordstaffel – wie im Süden – eine Zehner-Gruppe werden. „Sollte der BVC keine Mannschaft stellen, tritt dieser Fall ein. Dann würden jeweils nur drei Teams absteigen“, sagt Staffelleiter Stefan Brinker. BVC-Notvorstand Prof. Dr. Lucien Olivier mochte dazu nichts sagen. „Kein Kommentar“, war die Antwort auf die Frage, ob der Klub plant, ein Landesliga-Team ins Rennen zu schicken.

Die drei weiteren CLP-Vertreter zeigten sich mit der Entscheidung des Bezirksspielausschusses zufrieden. „Wir halten eine Zweiteilung angesichts von 21 Mannschaften für sinnvoll und haben diesen Vorschlag bereits im Vorfeld befürwortet. Sonst wären es zu viele Spieltage gewesen“, sagt Friesoythes Obmann Tobias Millhahn. Er freut sich nicht nur auf die Derbys gegen Bevern, Essen und vielleicht auch den BVC, sondern auch auf die Duelle mit Werlte, Papenburg und Westrhauderfehn.

"Du kannst es ohnehin nicht jedem recht machen."Hansi Dreckmann, Klubchef des SV Bevern

Auch Mohammad Nasari, Sportlicher Leiter des BV Essen, ist mit der regionalen Zweiteilung einverstanden. „Man weiß ja nicht, wie es mit Corona weitergeht. Deswegen macht es Sinn, dass jede Mannschaft nur 20 Spiele auszutragen hat“, sagt er.

Der Klubchef des SV Bevern, Hansi Dreckmann, findet es zwar schade, dass die Derbys gegen die Teams aus dem Nachbarkreis Vechta wegfallen, hat aber Verständnis für den Beschluss des Spielausschusses. „Du kannst es ohnehin nicht jedem recht machen. Ich möchte nicht in der Haut der Verantwortlichen stecken. Wir freuen uns erst mal, dass überhaupt wieder Bewegung in die ganze Sache kommt.“

"Schade, dass vier der fünf Aufsteiger im Norden sind. Das müssen wir so hinnehmen."Ralf Kröger, Klubchef von GW Mühlen

Die Reaktionen im Kreis Vechta fielen ähnlich aus. Stefan Ehrenborg, Fußballobmann bei Falke Steinfeld, sagte mit Blick auf die regionale Einteilung und die Absteigerzahl: „Es ist total okay für uns.“ Dass die Fahrtkosten geringer ausfallen, sei in Corona-Zeiten nicht unerheblich. Mühlens Klubchef Ralf Kröger hielt fest: „Die VEC-Derbys sind geblieben, das ist sehr gut. Schade, dass vier der fünf Aufsteiger im Norden sind. Das müssen wir so hinnehmen. Wichtig ist, dass es jetzt einen Plan gibt, eine Marschroute.“

Benedikt Bünger aus dem Fußballvorstand des TV Dinklage sagte: „Für uns ist die Einteilung völlig in Ordnung, wenngleich wir natürlich gerne gegen Bevern und die anderen CLP-Teams gespielt hätten.“ Ähnlich äußerte sich Oythes Fußballobmann Andreas Mitzlaff: „Wir haben Bevern, Essen und Wildeshausen vor der Haustür. Schade, dass sie nicht in unserer Staffel sind. Aber es ist auch in Ordnung, es ist regional gerecht.“ Die Verteilung der Aufsteiger fand er allerdings „ein bisschen komisch“.

Und was ist mit dem Bezirkspokal? In den Augen des Spielausschusses ist der Bezirkspokal mit seinen sieben Runden und rund 120 Teilnehmern (Landesliga, Bezirksliga, Kreispokal-Sieger) nach wie vor ein attraktiver Wettbewerb, der durchgezogen werden soll. Wann gespielt wird, ist noch offen.

OM-Bezirksliga wird erst nach der Hinrunde geteilt

Wie sieht der Plan für die Bezirksliga 4 aus? Eins vorweg: Die Bezirksligen 1 und 2 (je 17 Teams) sowie 3 und 5 (je 18 Teams) werden wie die Landesliga sofort in jeweils zwei Staffeln geteilt (9+8 bzw. 9+9). Die OM-Bezirksliga hat nach dem Rückzug von BW Ramsloh wie in der Vorsaison 16 Teams, neun aus dem Kreis Vechta, sieben aus dem Kreis Cloppenburg. Eine normale Serie mit 30 Spieltagen war utopisch. „Das wäre extrem auf Kante“, sagt Staffelleiter Siegfried Lammers.

Die Lösung: Nach einer Hinserie mit 15 Spieltagen werden zwei Achtergruppen für eine Rückrunde mit sieben weiteren Spieltagen gebildet. Die Punkte werden mitgenommen. Unter dem Strich kommen alle Teams damit auf 22 Liga-Spiele. Die beiden Gruppenersten spielen den Aufsteiger in die Landesliga aus, die beiden Tabellenachten steigen in die Kreisliga ab. Ob es eine gleitende Skala für den Fall eines erhöhten Abstiegs von OM-Teams aus der Landesliga gibt, ist noch offen. „Ich glaube, es ist eine gute Lösung. Und sie hat den Vorteil, dass wir noch ein bisschen Luft im Zeitplan haben. Es hängt ja alles davon ab, wann wir starten können“, sagt Lammers. Und er ergänzt: „Man kann es nicht allen recht machen und überall auf Gegenliebe treffen. Und wir müssen weiter sehr flexibel sein."

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