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Oldenburger Basketballer: Ein Abschied ist fix, ein zweiter bahnt sich an

Der Bundesligist ist im Viertelfinale gegen Ulm aus den Playoffs ausgeschieden. Der Klub schiebt Frust – und muss sich von Philipp Schwethelm verabschieden.

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Abschied nach dem Playoff-Aus: Oldenburgs Philipp Schwethelm (rechts), hier im Viertelfinale in Ulm. Foto: nph/Hafner

Abschied nach dem Playoff-Aus: Oldenburgs Philipp Schwethelm (rechts), hier im Viertelfinale in Ulm. Foto: nph/Hafner

Als das Aus im Viertelfinale besiegelt war, als die EWE Baskets Oldenburg den angestrebten Sprung ins Halbfinale verpasst hatten, folgte der Abschied. Philipp Schwethelm, seit anderthalb Jahrzehnten ein Gesicht der Basketball-Bundesliga, sprach das aus, was er bereits vor der Saison beschlossen hatte. „Ich habe Lust, mich in einem neuen Umfeld zu beweisen“, erklärte der 32-Jährige am Mittwochabend nach der 88:96-Niederlage bei Ratiopharm Ulm. Mit seiner norwegischen Frau Katinka Fagerhaug wird der frühere Nationalspieler nach Oslo ziehen. Basketball gibt's dann nur noch „just for fun“, vielleicht semi-professionell. „Meine Herausforderung wird in der freien Wirtschaft liegen“, sagte er und schickte ein „Danke an Basketball-Deutschland“ hinterher.

516 Spiele hat Schwethelm in der 1. Bundesliga absolviert – 64 für die Köln 99ers, 80 für die Eisbären Bremerhaven, 32 für Bayern München, 118 für Ulm sowie 222 für die Oldenburger, deren Trikot er seit 2015 trug. Es sind die drittmeisten BBL-Partien seit der digitalen Datenerfassung hinter Alex King (36 Jahre/615 Spiele) und Rickey Paulding (38/550). Was am 19. Oktober 2005 als 16-Jähriger mit einem Kurzeinsatz für Köln begann, endete nun für den gebürtigen Engelskirchener in Ulm mit dem K.o. im Playoff-Viertelfinale. Schwethelm und Co., immerhin Tabellendritter nach der Hauptrunde, verloren die Best-of-5-Serie mit 1:3 – eine große Enttäuschung für die „Donnervögel“, und eine bittere Parallele zur Saison 2015/16, als man als Hauptrundenzweiter auch mit 1:3 an Ulm scheiterte.

Schwethelm hat sich als Distanzschütze einen Namen in der BBL gemacht, seine Dreier-Quote lag in den letzten acht (!) Spielzeiten zwischen 41,0 und 46,7 Prozent. Das Aus in Ulm konnte der ehemalige WM- und EM-Teilnehmer (2010 bzw. 2011) allerdings nicht verhindern. Ausgerechnet sein bester Kumpel Per Günther (15 Punkte) war es, der die Ulmer in einer furiosen zweiten Halbzeit (63:46) antrieb und ins Halbfinale gegen Titelverteidiger Alba Berlin führte.

Mahalbasic lässt Zukunft offen

Die Oldenburger schlichen indes mit hängenden Köpfen vom Parkett – nicht zum ersten Mal klaffte eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. „Natürlich ist das sehr, sehr enttäuschend“, gab Coach Mladen Drijencic zu Protokoll. Sein Team hatte zwischenzeitlich mit elf Punkten geführt, konnte jedoch kein Spiel fünf mehr erzwingen. „Es hat wahrscheinlich ein bisschen Energie gefehlt“, haderte Drijencic: „Wir haben viel investiert. Man arbeitet zehn Monate mit den Spielern. Und das Ende fällt dann nicht so aus, wie man es sich wünscht.“

Center Rasid Mahalbasic, mit 14 Punkten, sechs Assists und sieben Rebounds wie so oft zuverlässig und zweitbester Scorer hinter Altmeister Paulding (25), hielt mit gewohnter Offenheit fest: „Wir sind verdient ausgeschieden. Ulm hat eine super Serie gespielt. Es tut uns leid, dass wir die Oldenburger Fans enttäuscht haben. Aber man muss die Hand aufs Herz legen. Ulm war besser. Deswegen heißt es 'Serie', die haben uns dreimal geschlagen.“ Der Österreicher haderte mit der engen Taktung der Spiele: „Eine Serie, in der man alle 48 Stunden spielt, gefällt nur den Zuschauern.“

Mahalbasic, seit 2017 bei den EWE Baskets, kokettierte in Ulm zudem mit dem Abschied. Es sei schade, dass die vier Jahre in Oldenburg so enden, sagte er: „Ich muss da mal die Gedanken laufen lassen und sehen, was passiert.“ Er habe zwar eine starke Verbindung zu Paulding („Er ist wie ein großer Bruder für mich“), aber „schauen wir mal, was die Zukunft bringt“.

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