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Oldenburg glaubt nicht mehr an Wunder

Nach der 29-Punkte-Pleite im ersten Halbfinale gegen Alba Berlin geht es für die EWE Baskets am Mittwochabend nur noch um die Ehre.

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Oldenburger Ratlosigkeit: Trainer Mladen Drijencic im ersten Halbfinale gegen Alba Berlin. Foto: nordphoto / Lackovic

Oldenburger Ratlosigkeit: Trainer Mladen Drijencic im ersten Halbfinale gegen Alba Berlin. Foto: nordphoto / Lackovic

Die Reaktionen in den Internetforen waren so eindeutig wie das Spiel selbst. Die Fans der EWE Baskets Oldenburg ließen Dampf ab, der Frust nach der 29-Punkte-Pleite gegen Alba Berlin war riesengroß. Oldenburgs Auftritt im ersten Halbfinale des Finalturniers der Basketball-Bundesliga in München sei „eine Frechheit“ gewesen, schrieb ein User nach der desillusionierenden 63:92-Niederlage gegen den Pokalsieger und Titelfavoriten. Die EWE Baskets „so leblos, ratlos und vor allem wehrlos“ zu sehen, sei „extrem bitter“, hieß es weiter. Oldenburg habe „absolut eindimensional“ gespielt. Und für das Rückspiel am Mittwoch (20.30 Uhr) gibt's keinerlei Hoffnung mehr: „Der Schmerz hat bald ein Ende“, meinte ein weiterer Fan der abgestürzten „Donnervögel“.

Center Rasid Mahalbasic, der erneut die Hauptlast im Oldenburger Angriff tragen musste, mit 23 Punkten Topscorer des Abends war und in der Offense nur Unterstützung von Nathan Boothe (17) erhielt, hat das Finale ad acta gelegt. Mit Blick auf den Mittwoch sagte der Österreicher: „Wir kommen her, spielen unsere Partie, hoffen, dass wir unser Gesicht wahren, bedanken uns bei der BBL und fahren nach Hause.“

Oldenburg droht siebter Playoff-K.o. gegen Alba

Auch Geschäftsführer Hermann Schüller geht davon aus, dass das Finalturnier für die EWE Baskets am Mittwoch gegen 22.15 Uhr beendet sein wird. „Ich glaube nicht mehr an Wunder“, sagte er. Oldenburg steht damit vor seinem siebten Playoff-Aus gegen Alba Berlin nach 2006 (2:3 im Viertelfinale), 2008 (1:3 im Halbfinale), 2011 (2:3 im Viertelfinale), 2015 (0:3 im Viertelfinale), 2018 (2:3 im Viertelfinale) und 2019 (0:3 im Halbfinale).

Nach der Gala gegen den FC Bayern (89:81) zum Abschluss der Gruppenphase und dem sehr überzeugenden Viertelfinale gegen Bamberg (86:81, 89:75) hatten die Oldenburger eigentlich ein gutes Gefühl für das neuerliche Kräftemessen mit den Berlinern, sie glaubten fest an die Revanche für die Niederlage im Pokalfinale Mitte Februar. Doch es kam ganz anders. Oldenburg war nur ein Spielball für hungrige Berliner, die ihren Gegner förmlich überrollten und ihren Manager Marco Baldi begeisterten. „Wir haben wirklich herausragend gespielt“, sagte Baldi.

"Wir waren in jeder Situation einen Schritt zu spät"Oldenburgs Aufbauspieler Braydon Hobbs

Dessen Amtskollege Srdjan Klaric, Sportlicher Leiter bei den EWE Baskets, hielt fest: „Alba war die deutlich bessere Mannschaft. Wir hatten die Spiele gegen Bamberg in den Beinen. Heute hatten nicht viele einen guten Tag, dazu hatten wir als Team physisch nicht die Antwort.“ In der Tat. Alba war flinker und frischer, athletischer und dynamischer. Der Hauptstadtklub, 2018 und 2019 jeweils im Finale vom FC Bayern besiegt, untermauerte in beeindruckender Art und Weise seine Ambitionen auf den neunten Meistertitel – es wäre der erste seit 2008. Schüller attestierte den Berlinern „schnellere Hände und schnellere Beine“, das sei ausschlaggebend gewesen. Zudem war die Dreier-Bilanz der Oldenburger „eine Katastrophe“, so Schüller über die Quote 2/22.

„Alba hat uns in jeder Kategorie geschlagen. Es war das siebte Spiel in 14 Tagen für beide Mannschaften, aber sie hatten noch deutlich mehr Energie im Tank. Wir waren in jeder Situation einen Schritt zu spät“, sagte Guard Braydon Hobbs, der ebenso blass blieb wie Rickey Paulding, Ian Hummer und Tyler Larson – das Quartett kam zusammen nur auf 15 Punkte. „Bei einigen Spielern habe ich in der zweiten Halbzeit gesehen, dass keine Energie mehr im Körper ist“, sagte Coach Mladen Drijencic. Er ließ verstärkt die jüngere Garde ran, um die Routiniers vor Verletzungen zu schützen.

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