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Oberligatraum für TVC-Junioren geplatzt

Das Sportverbot hat die A-Jugendhandballer des TV Cloppenburg schwer getroffen. Statt wie erhofft in der Oberliga, geht das Team nun „nur“ noch in der Landesliga an den Start.

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Jubel nach Oberliga-Quali 2019: Cloppenburgs A-Junioren müssen nach dem Sportverbot des Landkreises Cloppenburg auf die Relegation zur Oberliga verzichten und starten in der Landesliga. Archivfoto: Verein

Jubel nach Oberliga-Quali 2019: Cloppenburgs A-Junioren müssen nach dem Sportverbot des Landkreises Cloppenburg auf die Relegation zur Oberliga verzichten und starten in der Landesliga. Archivfoto: Verein

Keine gute Nachricht hatte Olaf Bunge, Jugendspielwart des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN), für die Jugendhandballer des TV Cloppenburg. Die männliche A-Jugend des Vereins konnte wegen des Sportverbots im Landkreis Cloppenburg kein Relegationsspiel zur Oberliga Vorrunde bestreiten und wird nun nur in der Landesliga spielen. „Das ist für uns nur sehr schwer zu akzeptieren und hat bei meinen Jungs zu einer großen Enttäuschung geführt“, hatte TVC-Coach Dirk Maschke bis zuletzt auf eine Gnadenregel beim Verband gehofft.

Die TVC-Mannschaft sah sich selber trotz der Abgänge von Joschi Mick und Tim Behrens (beide TvdH Oldenburg) in der Relegationsgruppe in der Favoritenrolle. Vor allem die Rückkehr des in der letzten Saison lange verletzten Peter Gronotte und die Hinzunahme des überragenden B-Jugend-Spielers Tom Engelhardt hatten die Zuversicht gestärkt.

„Peter Gronotte ist für sein Alter schon sehr weit und ist eine absolute Bereicherung für unsere Drittligamannschaft“, schwärmt TVC-Herren-Coach Barna-Zsolt Akacsos von dem 18-Jährigen, der im vergangenen Jahr bei seinen ersten Auftritten vor seiner Verletzung in der Männer-Oberliga bereits die ausverkaufte TVC-Halle begeistern konnte.

Grüner Tisch verursacht Bauchschmerzen

Größter Konkurrent in der Relegationsgruppe wäre der TV Georgsmarienhütte gewesen, der sich erwartungsgemäß mit 4:0 Punkten durchsetzen konnte. „Wir haben vor zwei Jahren den TVG in der Tabelle hinter uns gelassen und im vergangenen Jahr in der Relegation gegen das Team auswärts mit 17:8 gewonnen“, blickt Maschke zurück.

Der HVN hatte, nachdem feststand, dass der TVC leider nicht mehr aktiv in das Geschehen eingreifen konnte, um eine Stellungnahme gebeten. „Ich hatte von Anfang an Bauchschmerzen dabei, dass eine Entscheidung pro TVC und gegen den TVG am grünen Tisch vor allem in Georgsmarienhütte kaum vermittelbar gewesen wäre“, blickt TVC-Abteilungsleiter Christian Bien kritisch auf den Weg der Entscheidungsfindung zurück und fügt hinzu: „Für mich wäre eine Aufstockung der Oberliga-Vorrunde sicherlich eine gute Lösung gewesen. Einen ähnlichen Weg ist zuletzt der DHB zum Beispiel bei der weiblichen A-Jugend Bundesliga gegangen, um coronabedingte Härtefälle zu vermeiden. Auch die Aussetzung des Abstiegs in der vergangenen Saison war ein ähnlich, viel gelobter Weg im Handball, um diese Art von Ungerechtigkeiten zu vermeiden.“

„Für den HVN hätte sich sogar eine Lösungsmöglichkeit ergeben, denn der bereits qualifizierte HV Lüneburg hatte seine Mannschaft zurückgezogen“, berichtet TVC-Spielwart Karl-Heinz Thieken enttäuscht über das weitere Vorgehen des Verbandes. Denn statt mit einer Gnadenregelung zu Gunsten des TV Cloppenburg den freien Platz zu besetzen, zog es der Spielausschuss vor, gleich zwei Teams aus der Vorrundengruppe 1 (Braunschweig/Hannover) in das Teilnehmerfeld aufzunehmen. Hier lagen die JSG Weserbergland und der SV Stöckheim gleichauf und das direkte Duell war 33:33-Unentscheiden ausgegangen. Das vorsorgliche Siebenmeter-Werfen hatte die JSG Weserbergland für sich entschieden. „Mit dem sportlich gescheiterten SV Stöckheim hatte der Verband am Ende mehr Gnade“, zeigt Thieken nur wenig Verständnis für diese Entscheidung. Christian Bien fügt hinzu. „Natürlich ist das dort eine knappe Entscheidung gewesen. Diese gibt es an jedem Wochenende und hat auch schon Meisterschaften entschieden. Unser Team hatte aber leider noch nicht einmal die Möglichkeit für eine kappe Entscheidung.“

Sportliche Qualifikation als Voraussetzung

In einem Telefongespräch hatte Olaf Bunge Christian Bien diese Entscheidung mitgeteilt. In der späteren schriftlichen Begründung heißt es: „Grundsätzlicher Tenor war dabei, dass die Teilnahme an der höchsten Spielklasse des HVN über eine sportliche Qualifikation erfolgen muss. Eine Ausnahme aufgrund der besonderen Umstände in der jetzigen Zeit hätte eine äußerst stichhaltige Begründung als Grundlage bedurft. Dies war für uns beim TV Cloppenburg nicht gegeben. Zum einen war die vorgelegte Darstellung zur Mannschaft nicht sehr aussagekräftig und im Weiteren auch nicht vollständig.“

„Wir glauben, dass wir schon gute Gründe für unser Anliegen aufgeführt haben, leider waren in unserer Begründung auch ein paar Lücken, so dass das Papier dadurch angreifbar gewesen ist. Diese Lücken waren allerdings vor der Entscheidungsfindung bereits geklärt worden“, sieht Christian Bien diesen Stockfehler eher als willkommene Möglichkeit für eine Begründung seitens des HVN für die Ablehnung einer Sonderlösung.

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