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Nur ein Schmankerl im Magerkost-Derby

Der TV Dinklage feiert in der Fußball-Landesliga einen 1:0-Sieg bei GW Mühlen. Das Tor des Tages erzielt Thomas Wulfing.

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Alles unter Kontrolle: TVD-Keeper Jan Rohe und seine Kollegen Daniel Nuxoll (hinten links) und Tobias Nordlohne gegen den Mühlener Offensivspieler Jonas Pöhlking. Foto: Wenzel

Alles unter Kontrolle: TVD-Keeper Jan Rohe und seine Kollegen Daniel Nuxoll (hinten links) und Tobias Nordlohne gegen den Mühlener Offensivspieler Jonas Pöhlking. Foto: Wenzel

Das Wetter? Herrlicher Sonnenschein, aber nicht zu heiß. Der Rasen? Ein saftig-grüner Teppich dank der neuen Beregnungsanlage mit 13 Düsen. Das Catering? Alles da, Getränkepavillon, Kaffee und Kuchen, Pommes und Bratwurst. Und die Kulisse? Rund 500 Zuschauer, alle voller Vorfreude und Neugierde auf ein kurzweiliges VEC-Derby in der Fußball-Landesliga. Keine Frage: Die Rahmenbedingungen für einen unterhaltsamen Sonntagnachmittag im Münsterlandstadion in Mühlen passten. Und der Rest? Das Kräftemessen zwischen GW Mühlen und dem TV Dinklage? Nun ja, vornehm ausgedrückt: Wer nicht da war, hat rein gar nichts verpasst. Es war ein Magerkost-Derby ohne große Aufreger und Spielfluss, dafür mit viel Stückwerk. Dem TVD war's am Ende völlig schnuppe. „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“, grölte die rot-blaue Spaßgesellschaft nach dem glanzlosen, allerdings nicht unverdienten 1:0 (0:0)-Erfolg beim Nachbarn über die Anlage.

Mittendrin in der TVD-Traube: Matchwinner Thomas Wulfing. Der 25 Jahre alte Offensivspieler, diesmal auf der linken Außenbahn unterwegs, hatte in der 39. Minute das Tor des Tages erzielt. Nach einem Dinklager Einwurf ins Zentrum war Mühlen für einen kurzen Moment nicht sortiert – und Wulfing jagte den Ball aus gut 20 Metern ins untere Eck. Ein strammes Ding, das einzige Schmankerl in einem ansonsten trostlosen Kick.

Dinklages Trainer Stefan Arlinghaus nahm das Ergebnis erfreut zur Kenntnis. Der zweite Sieg im zweiten Liga-Spiel, dazu im Bezirkspokal in Runde drei – der TVD hat einen guten Start erwischt. Auf die Frage, ob er denn auch mit der Leistung seines Teams zufrieden gewesen sei, antwortete Arlinghaus kurz und knapp: „Nein.“ Und er ging ins Detail: „Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht, weil wir im letzten Drittel unheimlich viele Fehlpässe hatten. Das konnten wir während des gesamten Spiels nicht abstellen. Wir hatten einige Situationen, die wir einfach besser ausspielen müssen, da haben wir eine Vorentscheidung verpasst.“

Am Ende stand aber ein Dreier – und hinten die Null, so wie beim 4:0 gegen Union Lohne. „Wir haben gut verteidigt“, sagte Arlinghaus. Und: Thomas Wulfing ist bereits der achte TVD-Torschütze in vier Pflichtspielen. Die Lücke, die Felix Schmiederer durch seinen Wechsel nach Spelle hinterlassen hat, wird aktuell durch das Kollektiv geschlossen. Zur Freude auch vom früheren Torjäger vom Dienst, der in Mühlen zu den ersten Gratulanten auf dem Spielfeld gehörte.

Während der TVD nun mit breiter Brust ins nächste Derby gegen den VfL Oythe (Sonntag, 15.00 Uhr) gehen kann, machte sich im Lager von GW Mühlen nach der zweiten Niederlage eine gewisse Tristesse breit. „Uns fehlte die Durchschlagskraft“, gab Coach Andreas Hinrichs zu. Mit anderen Worten: Mühlen war harmlos und hätte gefühlt noch zwei Stunden spielen können, ohne ein Tor zu erzielen. Eine sehr gute Chance für Patrick Albers (40., Jan Rohe mit starker Fußabwehr), dazu zwei Distanzschüsse von Jonas Pöhlking (65.) und Leo Westermann (75.) – das war's auch schon. „Wir hatten ein paar gute Ballgewinne im Mittelfeld, konnten daraus aber nichts machen“, sagte Hinrichs.

Das Bemühen war den Grün-Weißen gewiss nicht abzusprechen. Aber: Mühlen war offensiv arg limitiert. Lange Bälle ins Zentrum entpuppten sich als gefundenes Fressen für Dinklages Abwehr um den starken Arne Blömer, und die Pässe auf die Außen waren für den TVD noch leichter zu verteidigen. Die Geschwindigkeit und Kreativität von Nico Files, der sich im Training eine Zerrung zugezogen hatte und ebenso fehlte wie Jan Bünnemeyer (Knie) und Paul Wessels (Zahn-OP), wurde bei Mühlen schmerzlich vermisst. Zu allem Überfluss schied Vincent von Lehmden, als Kapitän der Nachfolger von Ex-Keeper Maurice Planteur, mit Verdacht auf eine Augenverletzung nach einer Stunde auch noch aus.

Das Spiel plätscherte über weite Strecken vor sich hin. Auch der TVD hatte neben dem Tor nur zwei, drei lichte Offensivmomente mit Chancen für Daniel Nuxoll (29., Kröger blockt ab), Johann Kühling (33., Kopfball) und Lasse Barz (71.). „Es war wie ein Schachspiel, in dem nichts passiert“, so Hinrichs. Wer den ersten falschen Zug macht, verliert – und das war Mühlen.

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