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Nur die heißblütigen Fans fehlen Neidhart

Der Trainer führt die Tabelle der Fußball-Regionalliga West mit RW Essen an. Einst spielte er beim BV Cloppenburg. Von seinem aktuellen Verein schwärmt Neidhart in höchsten Tönen.

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Die richtigen Kommandos: Christian Neidhart (rechts) während der DFB-Pokalpartie gegen Arminia Bielefeld, die RW Essen mit 1:0 gewann. Foto: Picture Alliance/Roland Weihrauch/DPA

Die richtigen Kommandos: Christian Neidhart (rechts) während der DFB-Pokalpartie gegen Arminia Bielefeld, die RW Essen mit 1:0 gewann. Foto: Picture Alliance/Roland Weihrauch/DPA

Alemannia Aachen, RW Oberhausen, Preußen Münster, Wuppertaler SV, Fortuna Köln oder auch die Talentschuppen von Borussia Dortmund und Schalke 04: In der Regionalliga West tummeln sich jede Menge klangvoller Fußball-Namen. Natürlich auch der von Rot-Weiss Essen. Der Kultverein von der legendären Hafenstraße wird seit diesem Sommer von Christian Neidhart trainiert – einem ehemaligen Stürmer und Coach des BV Cloppenburg. „Weil wegen Corona zumeist keine oder kaum Zuschauer in den Stadien sind, ist die Atmosphäre natürlich nicht so, wie wir uns das alle gewünscht hätten“, sagt er. „So geht der attraktiven Liga momentan fast alles verloren.“

Neidhart leistet seit Beginn seiner Amtszeit dennoch hervorragende Arbeit. Das Team des 52-Jährigen führt nicht nur die Tabelle an, sondern steht nach dem 1:0-Sieg gegen den Bundesligisten Arminia Bielefeld zudem in Runde zwei des DFB-Pokals.

Zwar ist die Tabelle noch etwas „schief“, weil Essens ärgster Verfolger, Borussia Dortmund, zwei Begegnungen weniger ausgetragen hat, Christian Neidharts Fazit nach seinen ersten RWE-Monaten fällt aber rundum positiv aus. „Wir treten sehr stabil auf, sind noch ungeschlagen, stellen die beste Defensive der Regionalliga und haben mit Simon Engelmann einen Toptorjäger, der in 14 Spielen zehnmal getroffen hat“, sagt der Coach. „Die Mannschaft wirkt insgesamt sehr intakt.“

Christian Neidhart. Foto: DPAChristian Neidhart. Foto: DPA

Auch ansonsten ist Neidhart, der vor der Saison vom Drittligisten SV Meppen gekommen war, voll des Lobes über den Verein aus Essen, der in den 1950er Jahren Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger geworden war. „Das ist ein top geführter Klub, man hat mir den Einstieg hier sehr einfach gemacht. Der Sportliche Leiter, Jörn Nowak, und Marcus Uhlig aus dem Vorstand sind positiv Verrückte und tun alles für RWE“, sagt Christian Neidhart.

Nur die heißblütigen Fans vermisst Neidhart. „RWE hat sonst im Schnitt 11 000 Zuschauer, das fehlt natürlich total. Leider konnten wir bislang keinerlei Bindung zu den Fans aufbauen.“ Nur einmal in dieser Spielzeit kamen der Coach und seine Mannschaft einigermaßen in den Genuss des berühmt-berüchtigten Hafenstraßen-Flairs, als Anfang Oktober 5000 Anhänger den 2:0-Sieg über Fortuna Düsseldorf II sahen. „Das war neben dem DFB-Pokalerfolg gegen Bielefeld das bisherige Highlight der Saison“, so Neidhart.

"Leider läuft es dort im Moment gar nicht gut"Christian Neidhart, Trainer RW Essen

Trotz Corona und fehlender Zuschauereinnahmen sieht Christian Neidhart RW Essen in finanzieller Hinsicht gut aufgestellt. „Wir haben einen großen Sponsorenkreis, der uns treu bleibt. Und dass wir 5000 Dauerkarten verkauft haben, zeigt, dass dieser Verein eine große Hausnummer ist.“ Den Weg seines ehemaligen Klubs, SV Meppen, den er sieben Jahre lang trainierte und von der Oberliga in die 3. Liga führte, verfolgt Christian Neidhart intensiv, „Leider läuft es dort im Moment gar nicht gut. Ich hoffe, dass es bald wieder aufwärts geht. Meppen liegt mit am Herzen“, sagt er über den Tabellenletzten, bei dem sein Kumpel Mario Neumann Co-Trainer des Ex-Nationalspielers Torsten Frings ist.

RW Essen und Christian Neidhart wollen derweil am heutigen Mittwochabend den nächsten Schritt in Richtung 3. Liga machen, wenn um 19.30 Uhr der Wuppertaler SV zu Gast ist. Danach folgen in diesem Jahr noch vier weitere Regionalliga-Partien, bevor einen Tag vor Heiligabend der Zweitligist Fortuna Düsseldorf in der zweiten Runde des DFB-Pokals kommt. „Wir wollen das Jahr unbedingt mit einer Sensation abschließen“, fiebert Neidhart diesem Derby schon jetzt entgegen.

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