Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Nothilfe-Paket sorgt für Erleichterung

Mit Blick auf die neue Basketball-Saison gilt bei Rasta Vechta: Jedes Heimspiel ohne Zuschauer beschert dem Klub eine fehlende Einnahme von rund 50.000 Euro.

Artikel teilen:
Basketball in einer leeren Halle: Eine Szene vom Finalturnier der Basketball-Bundesliga in München. Foto: Hübner

Basketball in einer leeren Halle: Eine Szene vom Finalturnier der Basketball-Bundesliga in München. Foto: Hübner

Als mit Alba Berlin der würdige „Geister-Meister 2020“ gekürt war, richtete Stefan Holz den Blick ruck, zuck nach vorne. „Wir brauchen ein Konzept 2.0 mit Zuschauern, daran führt kein Weg vorbei“, erklärte der Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga nach dem dreiwöchigen Finalturnier der BBL in München, an dem auch die EWE Baskets Oldenburg (Halbfinale) und Rasta Vechta (9.) teilgenommen hatten. Leere Hallen seien „keine Option“ für die neue Saison, so Holz, sie würden zum schleichenden Tod führen.

Immerhin: Wenige Tage nach dem Finale zwischen Alba und den Riesen Ludwigsburg gab's für die BBL-Klubs sowie ihre Leidensgenossen aus dem Volleyball, Handball, Eishockey und Fußball (3. Liga, Frauen) eine gute Nachricht aus Berlin. Die von der Corona-Krise finanziell gebeutelten Klubs der großen Profiligen erhalten den erhofften Geldsegen aus der Politik.

Mit einem 200-Millionen-Euro-Paket will der Bund im Rahmen seines milliardenschweren Konjunkturpakets die Profiligen unterstützen, Insolvenzen verhindern und traditionsreiche Standorte bewahren. Das Hilfspaket soll am Donnerstag im Bundestag verabschiedet werden, das grüne Licht gilt als Formalie.

„Es ist ein wahnsinnig wichtiger Beitrag, um Hunderten von Vereinen die Existenz zu retten.“CDU-Sportpolitiker Frank Steffel

„Es ist ein existenziell wichtiger Beitrag, um vernünftige Wettbewerbe, einen vernünftigen Spielbetrieb und ein vernünftiges Lizenzverfahren in den kommenden zwölf Monaten zu ermöglichen“, sagte CDU-Sportpolitiker Frank Steffel als Initiator des Hilfspakets: „Es ist ein wahnsinnig wichtiger Beitrag, um Hunderten von Vereinen die Existenz zu retten.“

Die Verteilung des Geldes ist noch nicht geklärt. In erster Linie sollen jene Klubs von der aktuellen Nothilfe profitieren, die aufgrund der geltenden Regeln zur Eindämmung der Pandemie fehlende Zuschauereinnahmen zu verzeichnen haben. Die Mindereinnahmen sind ein zentrales Kriterium für die Verteilung der Gelder. Die fehlenden Einnahmen der Monate April bis Dezember können laut Steffel „bis zu 80 Prozent netto“ erstattet werden. Der Höchstsatz liegt aufgrund der EU-Beihilfeverordnung bei 800 000 Euro.

Bei Rasta Vechtas Klubchef Stefan Niemeyer löste das Ergebnis einer Arbeitsgruppe der Koalitionsfraktionen eine gewisse Erleichterung aus. „Es kommt was, das ist die Hauptsache. Das ist auch absolut notwendig“, sagte Rastas Geschäftsführer. Die heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Silvia Breher erklärte: „Rasta hat nicht nur große Bedeutung für Vechta, sondern für die ganze Region. Daher freut es mich ganz besonders, dass wir jetzt auch den Sportarten helfen können, die nicht ständig im Fokus der Öffentlichkeit stehen wie der Profifußball.“ Auch Vechtas Bürgermeister Kristian Kater freute sich über die „große Wertschätzung“, verbunden mit der Hoffnung auf eine „erfolgreiche Zukunft von Rasta Vechta in der Stadt Vechta“.

Rasta 2019/20: 1,2 Millionen Euro aus dem Ticketing

Rasta hat in der Saison 2019/20 für seine 23 Heimspiele in der BBL (16) und in der Champions League (7) insgesamt rund 1,2 Millionen Euro aus dem Ticketverkauf eingenommen – macht im Schnitt rund 52 000 Euro pro Heimspiel. Aber: Fünf der 16 Liga-Heimspiele – zwei im März, zwei im April, eins im Mai – fanden wegen der Corona-Zwangspause und dem späteren Abbruch der Hauptrunde gar nicht statt. Für diese fünf Partien liegen Rasta bislang für 232 Dauer- und 793 Einzelkarten Rückforderungen in einer Gesamthöhe von exakt 42 999 Euro vor. Hinzu kommen rund 20 000 Euro als fehlende Einnahmen aufgrund nicht stattgefundener Restkartenverkäufe für vier der fünf Heimspiele. Für 1968 Dauer- und 798 Einzelkarten gibt's Verzichtserklärungen.

Alle elf BBL-Heimspiele von Rasta, die stattgefunden haben, waren mit 3140 Fans ausverkauft. Im Europacup hatte Rasta Vechta einen Schnitt von 2390. Auch für die neue Saison gilt: Jedes Geisterspiel, jedes Heimspiel ohne Zuschauer, beschert Rasta eine fehlende Einnahme von rund 50 000 Euro.

Volles Haus im Rasta-Dome: Im Moment nur schwer vorstellbar. Foto: SchikoraVolles Haus im Rasta-Dome: Im Moment nur schwer vorstellbar. Foto: Schikora

Die staatlichen Hilfen werden die wirtschaftlichen Schäden für die Vereine mildern. Richtig aufatmen dürften sie allerdings erst, wenn wieder Spiele vor Publikum möglich sind. Die Frage ist nun: Wann wird das sein? Und wie viele Zuschauer sind erlaubt? Die Eishockey-Liga will am 18. September starten. Handballer, Volleyballer und Basketballer liebäugeln indes mit einem Start im Oktober, die einen früher, die anderen etwas später. Allen ist klar: Sollte die Politik die Corona-Maßnahmen bis tief in den Herbst und vielleicht sogar bis in den Winter verlängern, dürfte der Pleitegeier über vielen Klubs kreisen – egal, welche Sportart.

Anspruch auf Hilfen haben jedoch nicht nur die Vereine der großen Profiligen, sondern laut Steffel „die 1. und 2. Ligen aller Sportarten“. Er sagte weiter: „Im Grundsatz betrifft es genauso das Ringen. Es gibt Orte, da gehen Tausend Leute zum Ringen. Es gibt Orte, da gehen 300 Leute zum Wasserball oder zu einem Schützenwettbewerb. Das soll ausdrücklich mit drin sein.“

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Nothilfe-Paket sorgt für Erleichterung - OM online