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NFV-Pläne sorgen für geteiltes Echo

Einige CLP-Vereine bevorzugen – im Gegensatz zum Niedersächsischen Fußball-Verband – den sofortigen Saisonabbruch. OM online hat 8 Trainer und Sportliche Leiter nach ihrer Meinung gefragt.

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Warten gespannt: Auch der SV Peheim (schwarzes Trikot) und der TuS Emstekerfeld wissen nicht, ob die Saison zu Ende gespielt werden kann. Archivfoto: Wulfers

Warten gespannt: Auch der SV Peheim (schwarzes Trikot) und der TuS Emstekerfeld wissen nicht, ob die Saison zu Ende gespielt werden kann. Archivfoto: Wulfers

Der Plan des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV), die derzeit unterbrochene Saison 2020/21, wenn irgendwie möglich sportlich zu Ende zu bringen, sorgt im Kreis Cloppenburg für ein geteiltes Echo. Wie berichtet, will der NFV einen Abbruch der Spielzeit und Wertungen am grünen Tisch gerne vermeiden. Daher brachte der Verband auch eine Saisonverlängerung bis zum Beginn der Sommerferien (21. Juli) ins Spiel.

OM online hat 8 Trainer beziehungsweise Sportliche Leiter aus der Landes-, Bezirks- und Kreisliga sowie der 1. Kreisklasse nach ihrer Meinung gefragt.

Olaf Blancke, Trainer der Fußballer des SV Bevern, ist gegen einen Abbruch und hofft, dass die Landesliga-Saison mit einer einfachen Runde sowie einem Aufstiegsspiel beendet werden kann. „Wenn wir nach Ostern loslegen könnten, wäre das realistisch“, sagt er.

Olaf Blancke. Foto: WulfersOlaf Blancke. Foto: Wulfers

Auch mit der vom NFV angedachten Vorbereitungszeit von lediglich zwei Wochen könnte der Coach leben. „Natürlich ist das eigentlich zu wenig, aber ganz ehrlich: Wollen wir den Jungs denn nach dieser langen Pause vier Wochen Vorbereitung aufbrummen?“

Auch Tobias Millhahn, Sportlichert Leiter von Beverns Ligakonkurrenten Hansa Friesoythe, spricht sich zum jetzigen Zeitpunkt gegen einen sofortigen Saisonabbruch aus. „Ich denke, man sollte noch abwarten, die Saison möglicherweise verlängern und die Pause vor der nächsten Spielzeit verkürzen.“

Doch auch Millhahn ist skeptisch. „Gerade hier im Kreis Cloppenburg sind die Inzidenzzahlen noch immer sehr hoch. Und was machen wir, wenn die Infektionen wieder hochgehen, wenn wir wieder angefangen haben?“, fragt er. Auch dass die Teams vor dem Wiedereinstieg nur zwei Wochen trainieren sollen, verursacht bei ihm Bauchschmerzen. „Das ist zu wenig.“

Einen klaren Standpunkt hinsichtlich der Pläne des NFV vertritt Torsten Kliefoth, Sportlicher Leiter des Bezirksligisten TuS Emstekerfeld: „Abbruch und Annullierung der Saison. Alles andere ist meiner Meinung nach nicht vorstellbar, nicht planbar. Alles immer wieder nur zu verschieben – diese ganze Salamitaktik – nervt.“

Dass sich die Spieler zudem nur zwei Wochen lang auf den Spielbetrieb vorbereiten sollen, kann er überhaupt nicht verstehen. „Die Jungs haben ein Jahr lang kein Fußball gespielt, dann können doch 7, 8 Trainingseinheiten nicht reichen. Was hat das mit Sport zu tun?“ Stattdessen schlägt Torsten Kliefoth Pflicht-Freundschaftsspiele vor, falls es möglich ist. „Ich kann mir vorstellen, dass so etwas gut ankäme.“

Martin Sommer. Foto: WulfersMartin Sommer. Foto: Wulfers

Martin Sommer, Coach der Bezirksliga-Kicker des FC Lastrup, würde die Serie mit seinem Team gerne zu Ende bringen. „Es wurde ja schon die letzte Saison abgebrochen. Einige Spieler würden sich dann bestimmt fragen, warum sie überhaupt noch in einem Verein sind.“ Er hätte auch nichts dagegen, wenn die Spielzeit deutlich verlängert würde.

Sommer ist optimistisch, dass die Zahl der Corona-Infektionen in den kommenden Wochen weiter zurückgeht. „Dann könnte es Anfang April wieder losgehen. Eine einfache Runde zu spielen, halte ich für möglich.“

Nicht nur weil seine Mannschaft, der SV Petersdorf, die Tabelle der Kreisliga nach nur zwei Spieltagen anführt, hofft Spielertrainer Waldemar Kowalczyk, dass möglichst bald wieder Fußball gespielt wird. „Meine Jungs sind heiß und können es kaum erwarten. Egal, wie lange die Vorbereitung ist und wie viele Spiele ausgetragen werden können: Hauptsache, es geht wieder los“, sagt er.

Daher freut er sich über die NFV-Pläne, die Saison sportlich zu beenden. „Mitte März mit dem Training beginnen, um Anfang April wieder zu spielen – das würde gehen“, sagt Kowalczyk.

Sein Trainerkollege vom Ligarivalen VfL Löningen, Philipp Wesselmann, sieht es anders. „Meiner Meinung nach ist es sinnvoller abzubrechen. Dann hätte man Klarheit, könnte in Ruhe bis zum Sommer abwarten und hoffen, dass die neue Saison normal gestartet werden kann.“

Weil auch seine Spieler unbedingt wieder zusammen kicken möchten, schlägt er Freundschaftsspiele vor, falls es die Pandemie zulässt. „In welcher Form auch immer, bei uns wären sicher alle dabei“, so Wesselmann.

David Niemeyer. Foto: WulfersDavid Niemeyer. Foto: Wulfers

David Niemeyer, Trainer des SV Bethen in der 1. Kreisklasse, redet nicht lange um den heißen Brei herum: „Wir haben eine gute Mannschaft und eine einmalige Chance aufzusteigen. Deswegen würden wir die Saison natürlich gerne durchziehen.“

Bei einer einfachen Runde hätten die Teams noch 13 oder 14 Partien zu absolvieren. „Das wäre sicher möglich, wenn wir im April wieder loslegen könnten“, sagt Niemeyer.

Beim Klassengefährten BW Galgenmoor sieht der Sportliche Leiter, Christian Meyer, die Situation komplett anders als Niemeyer. „Ich bin dafür, dass wir alles auf Null stellen und auf die neue Saison hoffen. Wir haben erst ein Punktspiel bestritten.Und wie sich die Zahlen entwickeln, kann doch keiner sagen. Alles andere als ein sofortiger Abbruch macht keinen Sinn.“ Zudem würden zwei Wochen zur Vorbereitung doch hinten und vorne nicht reichen.

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