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Neue Torgefahr und neue Sorgen beim TV Dinklage

Der Fußball-Landesligist setzt trotz des Abgangs von Felix Schmiederer auf Offensivstärke - die Abwehr ist momentan hingegen geschwächt. Dafür hat sich ein Nachfolger für Michael Bockhorst gefunden.

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Die Aufstiegsrunde ist das Ziel: Der Fußball-Landesligist TV Dinklage. Foto: Schumacher

Die Aufstiegsrunde ist das Ziel: Der Fußball-Landesligist TV Dinklage. Foto: Schumacher

Man muss schon von einem Einschnitt reden beim TV Dinklage. Wenn der Torjäger und der Kopf der Mannschaft gleichzeitig wechseln bzw. aufhören, dann steckt man das nicht einfach so weg. „Schmiede ist schwer zu ersetzen, das brauche ich keinem zu erzählen. Wir müssen das jetzt mit mehreren Leuten schultern“, sagt Trainer Stefan Arlinghaus zum Abgang des Goalgetters Felix Schmiederer, der sich dem Oberligisten SC Spelle-Venhaus angeschlossen hat. Es ist aber nicht nur er, der künftig nicht mehr die Schuhe für die Dinklager schnüren wird: Der langjährige Kapitän Michael Bockhorst – das Gesicht des TVD – hat seine aktive Karriere nach 424 Pflichtspielen beendet. Er bleibt dem Team allerdings als Co-Trainer erhalten.

Mit Kevin Dahlmann, Stefan Richter, Aljoscha Wilms und kurfristig auch noch Torwart Tim Kröger haben vier weitere Spieler den TVD verlassen. Für Panik hat das allerdings nicht gesorgt. Stattdessen haben sich die Dinklager frühzeitig um Verstärkungen bemüht – und sie auch gefunden. „Die Neuzugänge haben sich alle sehr gut eingebracht bis jetzt“, sagt Stefan Arlinghaus nicht ohne Grund. Denn ein Blick auf die Testspiel-Statistiken zeigt, dass der TVD durch den Schmiederer-Abgang zwar viel Torgefahr verloren, aber durch die Neuverpflichtungen auch wieder ein wenig Abschlussqualität neu dazugewonnen hat.

Der bekannteste Neuling ist Offensivspieler Bastian Dödtmann, den Arlinghaus schon aus seiner Zeit als Coach bei GW Brockdorf kennt. Der ehemalige Torschützenkönig der Bezirksliga (2018/19 mit 20 Treffern) erzielte in sechs Vorbereitungsspielen fünf Tore. Auch der Youngster Johann Kühling, der aus der A-Jugend-Regionalliga von BW Lohne kam, zeigte bereits seine Qualitäten. Der schnelle offensive Mittelfeldspieler traf genau wie Dödtmann in den Testspielen fünfmal. Und auch Dirk Averdam, der von BW Lohne II für die linke Seite verpflichtet wurde, trug sich dreimal in die Torschützenliste ein. Kein Wunder also, dass Stefan Arlinghaus von einer „Menge Potenzial“ in seiner verjüngten Mannschaft spricht.

Verstärkung aus Lohne: Dirk Averdam kam aus der BWL-Reserve. Foto: WenzelVerstärkung aus Lohne: Dirk Averdam kam aus der BWL-Reserve. Foto: Wenzel

Neben den internen Zugängen Theo Möllers, Jason Bahns und Elias Vodde kam in Innenverteidiger Tom Behrendt ein Dinklager von BW Lohne zurück – er gehörte dort dem Oberliga-Kader an, kam aber nur einmal kurz zum Einsatz. Der 20-Jährige ist derzeit vom Verletzungspech geplagt. Im Test gegen Amasyaspor (2:0) überzeugte er noch, gegen den SV Bevern aus der Landesliga I (2:2) brach dann eine Oberschenkelverletzung wieder auf. Stefan Arlinghaus geht von einer längeren Pause aus und kann für den Saisonstart nicht mit Behrendt planen.

Das gilt auch für weitere Akteure. „Dieses Jahr ist das alles irgendwie ein schmaler Grat mit vielen Verletzten und vielen Angeschlagenen. So schlimm hatte ich das noch nie“, stellt Arlinghaus fest. Der Lehrer muss auch wieder auf unbestimmte Zeit auf Abwehrchef Markus Espelage verzichten, der wieder Probleme mit der Patellasehne hat und sich im Aufbautraining befindet. Er absolvierte keines der Vorbereitungsspiele. Auch Spielmacher Wilke Weßling (Muskelfaserriss), Leon Albers (nach Leisten-OP) und Willi Kampers (nach Fuß-OP) können nicht für die erste Phase der neuen Spielzeit eingeplant werden.

Die Intensität habe er nach der langen Corona-Pause bewusst nicht so hoch gesetzt, sagt Arlinghaus. Und dennoch plagen ihn nun vor allem in der Defensive personelle Sorgen. Mit Lukas Bornhorst und Arne Blömer hat er derzeit nur zwei gesunde Innenverteidiger; in der Vergangenheit rückte bei Engpässen oft auch Tobias Nordlohne von der Sechs nach hinten zurück. Was das Mittelfeld und den Angriff angeht, macht sich der Dinklager Coach aktuell hingegen keine allzu großen Sorgen.


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Das liegt auch daran, dass sich Steffen Buddelmeyer anschickt, die durch das Karriereende von Michael Bockhorst entstandene Lücke zu füllen. Das gilt sowohl für seine Rolle auf der Sechser-Position als auch in Bezug auf seine kommunikativen Qualitäten. Taktisch wünscht sich Stefan Arlinghaus ein gesundes Mittelmaß aus Offensiv- und Defensivfußball. Man wolle aus einem bestimmten Grund nicht zu früh attackieren: „Wir haben schnelle Außenspieler – und die brauchen ja auch ein wenig Platz.“

Abseits des langjährigen Gerüstes mit Kapitän Daniel Nuxoll (31), Lukas Bornhorst (27), Markus (29) und Steffen Espelage (28), Stefan Wulfing (29), Tobias Nordlohne (28) und Philipp Wendeln (29) ist der TVD zuletzt deutlich jünger geworden. Arlinghaus tut sich daher mit einer Saisonprognose auch schwer. „Wir haben eine sehr junge Mannschaft dieses Jahr, das kann in beide Richtungen gehen“, sagt er und rechnet auch mit Spielen, „die nicht so gut laufen“.  Was die Zielsetzung angeht, herrscht aber Klarheit: Der TV Dinklage will in die Aufstiegsrunde – und die Nummer eins der VEC-Landesligisten sein.


Kader TV Dinklage

  • Abgänge: Felix Schmiederer (SC Spelle/Venhaus), Kevin Dahlmann (Pause), Stefan Richter (RW Damme), Aljoscha Wilms (TSV Wetschen), Michael Bockhorst (Co-Trainer), Tim Kröger (SV Bevern).
  • Zugänge: Tom Behrendt, Johann Kühling, Dirk Averdam (alle BW Lohne), Bastian Dödtmann (GW Brockdorf), Theo Möllers, Jason Bahns (eigene A-Jugend), Elias Vodde (TV Dinklage II).
  • Tor: Jan Rohe (19).
  • Abwehr: Lukas Bornhorst (27), Leon Albers (22), Markus Espelage (29), Daniel Nuxoll (31), Bene Blömer (20), Tom Behrendt (20), Dirk Averdam (21), Willi Kampers (20).
  • Mittelfeld: Tobias Nordlohne (28), Steffen Espelage (28), Stefan Wulfing (29), Wilke Weßling (25), Arne Blömer (20), Philipp Wendeln (29), Johann Kühling (19), Bastian Dödtmann (26), Jason Bahns (19), Theo Möllers (19), Steffen Buddelmeyer (24).
  • Angriff: Lasse Barz (22), Thomas Wulfing (25), Tim Neumann (21), Elias Vodde (21).
  • Trainer: Stefan Arlinghaus (42), seit 2020; vorher GW Brockdorf, SV Kroge/Ehrendorf.
  • Saisonziel: Top 4 in Staffel 2.
  • Meistertipp: Holthausen/Biene, Hansa Friesoythe.

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