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Neue Herausforderung an der Hafenstraße

Fußballer Simon Engelmann aus Visbek wechselt innerhalb der Regionalliga West zu RW Essen. Sein Ziel beim Kultklub: der Aufstieg in die 3. Liga.

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Von Rödinghausen nach Essen: Simon Engelmann (links). Foto: SVR

Von Rödinghausen nach Essen: Simon Engelmann (links). Foto: SVR

Der FC Ingolstadt hatte sein Interesse bekundet, der SV Meppen ebenfalls, aber am Ende machte RW Essen das Rennen: Simon Engelmann wechselt zur neuen Saison innerhalb der Fußball-Regionalliga West vom SV Rödinghausen nach Essen. Der 31 Jahre alte Stürmer aus Visbek, der mit seiner Frau Sandra und Söhnchen Mats (13 Monate) in Bakum lebt, unterschrieb am Donnerstag beim Kultklub von der Hafenstraße einen Zweijahresvertrag. „Ich freue mich, dass alles fix ist. Essen ist mit seinen Fans, seinem Umfeld und seiner Geschichte eine Top-Adresse in der Regionalliga“, erklärte Engelmann, dessen Vertrag in Rödinghausen Ende Juni ausläuft.

Eigentlich hatte sich Engelmann nach seiner überragenden Saison in Rödinghausen – mit 26 Toren in 26 Liga-Spielen schoss er den Klub auf Platz eins – den Sprung in die 3. Liga vorgenommen. Doch angesichts der Turbulenzen in den vergangenen Wochen und der Zerrissenheit in der 3. Liga, die im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie und dem Umgang mit der unterbrochenen Saison ans Licht kamen, gerieten vielerorts diverse Gespräche ein bisschen ins Stocken.

„Es war sehr schwierig für die Vereine, die neue Saison zu planen. Essen hat mir aber ein konkretes Angebot machen können. Und wir wollten als Familie jetzt nicht länger warten, wir wollten Sicherheit haben“, sagte Simon Engelmann im Gespräch mit "OM online". Im Zuge des Vereinswechsels zieht die junge Familie von Bakum nach Essen.

Das Ziel ist der Aufstieg in die 3. Liga

Und sportlich? „Ich will mit Essen hoch in die 3. Liga, und der Klub hat ja auch diese Ambitionen“, sagte Engelmann. Der Ex-Torjäger des VfL Oythe (Januar 2008 bis 2010; 55 Tore in 71 Spielen) hatte bereits in den vergangenen Tagen betont, dass „RWE das Nonplusultra in der 4. Liga“ sei. Der frühere Bundesligist, der letztmals in der Saison 2007/08 drittklassig war, ist seit Jahren der Zuschauerkrösus in der Regionalliga West – in der Saison 2019/20 mit 10 934 Fans pro Partie. In der Tabelle lag RWE zu Beginn der Corona-Pause auf Platz drei (51 Punkte/24 Spiele) hinter Rödinghausen (63/26) und dem SC Verl (53/22).

16 von 18 Vereinen der West-Staffel haben für einen Saisonabbruch gestimmt. Noch nicht final entschieden wurde über die Wertung und die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation. Rödinghausen hat seinen Verzicht auf den Aufstieg erklärt, Verl wäre Nachrücker, erhielt im ersten Anlauf aber keine Lizenz.

Essen ist derweil mit einem Antrag auf eine sportliche Entscheidung in Form eines Turniers gescheitert. Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) lehnte den Antrag ab. Essen hatte zusammen mit RW Oberhausen (4./46/23) dafür plädiert, zunächst gegeneinander ein Ausscheidungsspiel auszutragen. Der Gewinner sollte dann gegen Verl den Teilnehmer an der Relegation zum Drittliga-Aufstieg gegen einen Nordost-Vertreter ermitteln.

Der SV Rödinghausen, für den Engelmann seit 2017 auf Torejagd ging, hatte am späten Mittwochabend den Abgang seines Goalgetters verkündet. „Simon hat zweifelsohne eine tolle Saison gespielt und wünscht sich nun eine Veränderung, was für uns nicht überraschend kommt“, sagte SVR-Geschäftsführer Alexander Müller aus Vechta.

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