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Nächster Silvesterlauf im anderen Gewand

Wie im Vorjahr fällt der SgH-Klassiker in Mühlen aus, aber der Vorstand von GWM hat wieder eine Alternative parat. Was hinter dem Motto „Silvesterlauf meets Awedi Gulfa“ steckt, gibt's hier.

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So war's letztmals am 31. Dezember 2019: GW Mühlens SgH-Volksfest namens Silvesterlauf. Foto: Schikora

So war's letztmals am 31. Dezember 2019: GW Mühlens SgH-Volksfest namens Silvesterlauf. Foto: Schikora

Es kam, wie es kommen musste: Der Silvesterlauf von GW Mühlen, ein Klassiker im Kalender der OV/KSB-Aktion „Sportler gegen Hunger“, fällt wie im Vorjahr aufgrund der Corona-Pandemie aus. Mühlens Klubchef Ralf Kröger teilte am Montag „schweren Herzens“ mit: „Wir konnten einfach nicht abschätzen, wie die Lage an Silvester sein wird. Und eine Veranstaltung in dieser Größenordnung mit 1500 Teilnehmern und ähnlich vielen Zuschauern auf engstem Raum passt auch nicht in diese Zeit.“ Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, so Kröger: „Wir haben uns ziemlich schwer getan. Vor einem Jahr war die Lage klarer.“

Der Vorstand von GW Mühlen, der das SgH-Event federführend organisiert, hatte sich in den letzten Wochen mehrfach getroffen und die Lage erörtert. Von der bewährten Infrastruktur mit einem großen Festzelt für die Anmeldung und die After-Show-Party habe man sich relativ früh verabschiedet, so Kröger. Aber irgendwann war dann auch die angedachte Alternative „Lauf mit kleiner Außengastronomie“ nicht mehr kompatibel mit der aktuellen Corona-Lage. „Es gab einfach keine Planungssicherheit mehr für einen großen logistischen Aufwand“, so Kröger.

Dass das Volksfest zum Jahresabschluss nun schon zum zweiten Mal in Folge nicht im bewährten Rahmen stattfinden kann, bedauert der GWM-Vorsitzende sehr. Er sagt: „Der Silvesterlauf ist ja ein Dorfprojekt. Alle im Ort stehen hinter diesem Event und hinter ‚Sportler gegen Hunger‘. Es macht großen Spaß, dabei zu sein und Gutes zu tun. Es führt alle im Ort und im Verein zusammen, alle Abteilungen und Teams.“

Dieser Zusammenhalt für das „Dorfprojekt“ sei auch der Grund dafür, warum GW Mühlen erneut eine Alternative für SgH auf den Weg bringt. Man wolle trotz der Silvesterlauf-Absage etwas unternehmen bzw. dazu animieren, für die OV/KSB-Aktion aktiv zu sein, so Kröger. Wie im Dezember 2020, als das Motto „Silvesterlauf meets Coronathon“ lautete, ruft GW Mühlen erneut alle Sportler im Kreis Vechta dazu auf, am 31. Dezember für den guten Zweck unterwegs zu sein und zu spenden. Nicht auf der Strecke in Mühlen, sondern daheim. Im Wald, auf dem Feldweg, auf der Landstraße, auf dem Sportplatz. Die drei bewährten Silvesterlauf-Disziplinen Laufen, Walken und Wandern sollen auch diesmal wieder alle Alters- und Leistungsklassen ansprechen.

Und: Es gibt auch wieder ein gemeinsames Motto, ein Ziel. Es lautet „Silvesterlauf meets Awedi Gulfa“. In Awedi Gulfa, einem äthiopischen Ort im Bezirk Dano westlich von Addis Abeba, ist das nächste Großprojekt von SgH und der Stiftung „Menschen für Menschen“ angesiedelt – dort wird ein „kleinstädtisches Wasserversorgungssystem“ für 560 Haushalte gebaut.

Die Luftlinie zwischen Mühlen und Awedi Gulfa beträgt rund 5500 Kilometer. Diese Strecke soll, so wünschen es sich die GWM-Macher, am 31. Dezember von den Silvesterlauf-Fans abgespult werden. „Wir sind gespannt, ob es klappt“, sagt Kröger, der ankündigte, dass der Vorstand von GWM „selbstverständlich auch einige Kilometer“ beisteuern wird. Über die Art der Fortbewegung, also Laufen, Walken oder Wandern, werde gerade noch verhandelt. Der Klubchef hofft, dass es im Verein, im Ort und im Kreis Vechta viele Nachahmer gibt. Andreas Hinrichs, Coach der Mühlener Landesliga-Fußballer, war sofort Feuer und Flamme und kündigte für GWM I an: „Wir sind dabei. 250 Kilometer schaffen wir.“

5500 Kilometer an einem Tag – eine sportliche Herausforderung für die Heimatsport-Szene. David Niewenhuizen, bei GWM Geschäftsführer, Laufwart und Silvesterlauf-Moderator in Personalunion, hat aber ein paar Zahlen parat, die Mut machen. Beim letzten regulären Silvesterlauf 2019 kamen die 1513 Läufer, darunter 39 Nordic Walker, auf eine Gesamtstrecke von 10.419 Kilometern. Allein die 10-km-Hauptstrecke wurde von 579 Läufern absolviert. Hinzu kamen noch 483 Läufer und 39 Walker über 6,5 km sowie 412 Läufer über 3,0 km. Die knapp 200 Wanderer waren mit ihren Strecken nicht erfasst worden. „Wir hoffen ganz einfach, dass am 31. Dezember möglichst viele Sportler für SgH unterwegs sind und spenden“, sagt Kröger.

Es soll auch wieder eine Startnummer zum Download geben, ein Paypal-Konto für die SgH-Spenden und eine Begleitung via Instagram. Mehr Infos dazu folgen in den kommenden Tagen.

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