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Nach der Schule gibt Marlon Hegener Vollgas

Der 16-jährige MSC-Fahrer Marlon Hegener sattelt in diesem Jahr auf die 500-ccm-Klasse um. Die erste Meisterschaft holte sich der Cloppenburger schon im Alter von 10 Jahren.

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Will dem Speedway treu bleiben: MSC-Clubfahrer Marlon Hegener fährt in diesem Jahr in drei Ligen und erstmals in der 500-ccm-Klasse. Foto: MSC

Will dem Speedway treu bleiben: MSC-Clubfahrer Marlon Hegener fährt in diesem Jahr in drei Ligen und erstmals in der 500-ccm-Klasse. Foto: MSC

Die Lehrzeit ist offenbar vorbei: In diesem Jahr steigt der 16-jährige Speedwayfahrer Marlon Hegener auf die 500-Kubik-Klasse um und hofft, noch in der laufenden Saison in einen internationalen U-21-Prädikatslauf zu bekommen. „Die Chancen sind im ersten Jahr sehr gering. Aber wenn ich nominiert werde, gebe ich auf alle Fälle mein Bestes“, verspricht der Nachwuchsfahrer. Die Grundlagen für eine erfolgreiche Bahnsportkarriere wurden schon in der Kindheit gelegt. „Als ich geboren wurde, war mein Papa noch aktiv am Fahren. Ich bin quasi auf dem Rennplatz groß geworden und habe den Sport von klein auf lieben gelernt“, bekennt der Schüler, der gerade an seinem Abschluss arbeitet und danach eine Ausbildung beginnen möchte.

Deutscher Meister - mit 10 Jahren

Schon mit 10 Jahren wurde er Deutscher Meister in der 50-ccm-Klasse. In der 125-ccm-Klasse folgte 2018 der Deutsche Vizemeistertitel. Im selben Jahr erreichte er bei der Weltmeisterschaft den 4. Platz und bei der Europameisterschaft den 6. Platz. Für die Zukunft will er zunächst versuchen, neben der Ausbildung bei allen Rennen so gut es geht abzuschneiden und dadurch Aufmerksamkeit von anderen Clubs aus Polen, Dänemark, England sowie Schweden zu bekommen. Es sei allgemein bekannt, dass man in Deutschland vom Speedway-Sport nicht leben könne. Deshalb sei es wichtig, in anderen Vereinen und besonders im Ausland zu fahren, wo der Bahnsport einen anderen Stellenwert habe.

Unter Vertrag steht er derzeit in Dänemark beim Speedwayclub Brovst. In Deutschland wird er im Speedway-Team-Cup für den MSC Diedenbergen an den Start gehen und in der Speedway-Liga Nord für den MSC Dohren. Aktuell ist Marlon Hegener in drei Ligen unterwegs, doch das stresst ihn im Moment kaum: „Da in Dänemark und Deutschland die Ligarennen meistens am Wochenende stattfinden, bekommt man das ganz gut unter einen Hut“, sagt er lässig. „Ich persönlich hoffe auf so viele Rennen wie möglich, aber man weiß ja nicht genau wie es bezüglich Covid-19 weitergeht“. Mit mehr Kubik unter dem Sattel und den gesammelten Erfahrungen locken natürlich auch die größeren Bahnen.

Mit der 250-ccm-Maschine hat Hegener bereits einige Rennen auf der Langbahn gemacht, doch er betont: „Mein Fokus liegt mehr auf dem Speedway“. Auf der ovalen Kurzstrecke kennt er sich inzwischen aus. Auch in das bei den großen Ligen in Dänemark, Polen und Schweden übliche Paarsystem (zwei gegen zwei) hat er schon hineingeschnuppert. Marlon: „Tatsächlich bin ich schon öfter im Paarsystem gefahren. Gerade in der 250-ccm-Klasse gibt es viele Ländervergleichskämpfe, die in diesem Modus ausgefahren werden. Dort bin ich das eine oder andere Rennen mitgefahren. Zudem war ich 2019 mit meinem Clubkollegen Jonny bei der Deutschen Paarmeisterschaft in Olching für den MSC Cloppenburg am Start“, gibt er routiniert Auskunft.

„Ich bin quasi auf dem Rennplatz groß geworden und habe den Sport von klein auf lieben gelernt“Marlon Hegener

Natürlich ist Marlon nicht nur Fahrer, sondern auch Fan. Deshalb beobachtet er das weltweite Renngeschehen. Gefragt nach dem kommenden Speedway-Weltmeister, ist er sich aber noch nicht ganz sicher: „Das kann man immer schwer sagen. Bei der Speedway-Weltmeisterschaft fahren ja nicht ohne Grund die besten 16 Fahrer der Welt mit, aber ich denke, der amtierende Weltmeister Bartosz Zmarzlik hat wieder gute Chancen, seinen Titel zu verteidigen“.

Unter den vielen Rennkollegen hat Marlon Hegener natürlich auch einen Fahrer als Vorbild. Den Briten Tai Woffinden nimmt er schon genauer in den Fokus. „Er ist als mehrfacher Weltmeister eine Art Vorbild. Ich mag seine ruhige Fahrweise sehr.“ Wann er in Cloppenburg oder für den MSC wieder an den Start gehen wird, hängt natürlich auch vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Hegener wartet sehnsüchtig darauf, wieder vor vielen heimischen Fans fahren zu dürfen, am besten bei einer Night of the Fights in Emstekerfeld. Bis dahin hat er eine Bitte an die Fans: „Haltet euch an die Covid-19 Regeln, damit die Pandemie schnell eingedämmt werden kann und wir alle wieder ein normales Leben ohne großartige Einschränkungen führen können“.

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