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München-Trip endet mit nächtlichem Test

Mund auf, Stäbchen rein – für die Basketballer von Rasta Vechta ist das längst Routine. Rastas Testkosten liegen aktuell bei mehr als 3000 Euro pro Woche.

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Konferenz im leeren Audi-Dome: Rastas Spieler nach dem Saisonstart beim FC Bayern München. Foto: nph / Straubmeier

Konferenz im leeren Audi-Dome: Rastas Spieler nach dem Saisonstart beim FC Bayern München. Foto: nph / Straubmeier

Als die Reisegruppe aus dem Oldenburger Münsterland am frühen Montagmorgen zurück in der Heimat war und schlaftrunken aus dem Teambus stieg, war der nächtliche München-Trip noch nicht ganz beendet. Unmittelbar nach der Ankunft am Rasta-Dome gab es für die Basketballer von Rasta Vechta die nächste Corona-Testung. Mund auf, Stäbchen rein – für die Crew um Coach Thomas Päch längst Routine.

Nach dem 78:90 (40:44) beim FC Bayern München zum Start in die neue Bundesliga-Serie gab Päch ein paar Einblicke in Rastas Umgang mit der Pandemie. „Wir waren von Anfang an sehr vorsichtig“, berichtet er. Dass die Liga die Klubs rund um den Saisonauftakt noch mal sensibilisiert hat, hatte in Vechta keine großen Auswirkungen. „Für uns hat sich nicht viel verändert“, so Päch. Neu ist allerdings, dass der Trainer- und Betreuerstab während der Einheiten Maske trägt. Gleiches gilt für die Spieler abseits des Parketts, also in der Kabine oder bei physiotherapeutischen Behandlungen im Dome. „Die Mannschaft geht damit sehr diszipliniert um“, sagt Päch. Er will das aber nicht zu hoch hängen, das sei selbstverständlich.

Das Team wird zwei- bis dreimal pro Woche getestet, je nach Spielplan. Die Testgruppe umfasst 25 Personen. Aktuell liegen die Testkosten für den Klub bei mehr als 3000 Euro pro Woche. Es wird Tagebuch darüber geführt, wer wann wo mit wem trainiert hat. Die Kamera, die das Training aufzeichnet, filmt nicht nur die Einheit selbst, sondern auch die Zeiträume davor und danach, um die Kontakte nachvollziehen zu können. Zum Hygiene-Protokoll gehört auch das dreimalige Lüften im Dome – also vor dem Training, während der Einheit und danach. Und zwischen dem Profi-Team und den Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle besteht nahezu kein persönlicher Kontakt.

„Es geht ja in erster Linie darum, Risiken zu minimieren“, erklärt Päch und ergänzt: „Ein gewisses Risiko gibt's immer – jeder von uns kann sich ja auch im Supermarkt anstecken.“ Da Rastas Regionalliga-Mannschaft derzeit nicht trainieren kann, sollen Tim Insinger und der US-Regio-Profi Marlin Mason hochgezogen werden. Erster Schritt ist die Aufnahme in die Corona-Testreihe. Das Duo trainiert erst dann mit, wenn zwei negative Tests binnen fünf Tagen vorliegen. Malte Stenzel hat das längst hinter sich, der junge Guard aus dem Farmteam gehörte bereits in München dem Kader an.

Wettkampfpraxis in München war "sehr wichtig"

Päch war trotz der Niederlage in München sehr froh über die Wettkampfpraxis. „Das war sehr wichtig für uns“, sagte er. Andere, die auch gerne gespielt hätten, waren ausgebremst worden. Gießen gegen MBC, Crailsheim gegen Chemnitz und Bayreuth gegen Bonn – gleich drei Partien des ersten Spieltags mussten abgesetzt werden. Gießens Team befindet sich nach einem Corona-Fall ebenso in einer 14-tägigen Quarantäne wie Aufsteiger Chemnitz, der am Montag in Wesley Clark noch einen neuen US-Guard verpflichtete. Und für Bayreuth kam die Partie gegen Bonn nach zweiwöchiger Isolation zu früh. Am Mittwoch soll's aber mit dem ersten Nachholspiel im BBL-Pokal klappen.

Die Quarantäne-Maßnahmen der Gesundheitsämter sorgten rund um den Liga-Start für viel Wirbel. Gießens Sportdirektor Michael Koch bemängelte, dass im Sport mit zweierlei Maß gemessen werde. „Denn auch im Fußball gab es positive Corona-Fälle. Auch bei Bayern München“, sagte Koch: „Die Mannschaft wurde dort nicht aus dem Verkehr gezogen, es wurde keine 14-tägige Quarantäne der Mannschaft vorgeschrieben.“ Sätze, die Päch unterschreibt.

Mit Blick auf das Geisterspiel-Thema räumte Päch ein, „zwiegespalten“ zu sein: „Ich find's gut, dass wir spielen und unserem Beruf nachgehen können. Ich hoffe aber, dass wir nicht zu lange vor leeren Rängen spielen müssen.“ Für ihn ist aber auch klar: „Zuschauer in den Hallen sind gerade nicht denkbar.“ Ähnlich wie Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic („Wenn ich als Fan seit langer Zeit etwas nicht mehr erlebe, entwöhne ich mich vielleicht davon“) sieht Päch auch die „Gefahr der Entfremdung“.


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