Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Mühlen meine Perle, Handball meine Liebe

In einer Serie rückt OM online ehrenamtliche Mitarbeiter heimischer Sportvereine in den Vordergrund. Heute Sandra Trenkamp, Jugendwartin bei Mühlens Handballern.

Artikel teilen:
Anweisungen von außen: Mühlens Jugendwartin Sandra Trenkamp coacht derzeit die 2. C-Jugend in der Regionsliga. Fotos: von Holt

Anweisungen von außen: Mühlens Jugendwartin Sandra Trenkamp coacht derzeit die 2. C-Jugend in der Regionsliga. Fotos: von Holt

Im Karriereherbst war es mit der körperlichen Unversehrtheit vorbei. Nach einem Kreuzbandriss, einem Kreuzbandanriss und einem gebrochenen Finger „war die Jugend mal dran“, sagt Sandra Trenkamp. Eigentlich fühlte sie sich noch reif für den zweiten Frühling. Die Vereinsliebe war und ist ungebrochen. Aber mit 35 war dann Schluss. Die heute 40-Jährige war lange Jahre für die erste Handballmannschaft von GW Mühlen als Torfrau aktiv. Mittlerweile ist sie Jugendwartin – zusammen mit Alina Gläser, die bis vor kurzem selbst noch für die 1. Damen auf dem Feld stand und derzeit eine Babypause einlegt. Außerdem coacht Sandra Trenkamp noch die weibliche
2. C-Jugend in der Regionsliga.

Mit fünf Jahren ging's für sie damals bei den Minis los, über die Jugend folgte dann der Sprung in die Erste. „Eigentlich wollte ich gar nicht ins Tor“, erklärt die Mühlener Bürokauffrau. Auf der Position heiße es meistens hopp oder top, „Hucke voll“ oder Laden dicht, erklärt Sandra Trenkamp. In der B-Jugend habe ihre damalige Trainerin sie vor die Wahl gestellt: Torfrau oder Feldspielerin. „Dann bin ich notgedrungen rein“, sagt Sandra Trenkamp. Rückblickend „war das aber nicht die schlechteste Idee“, bekennt sie heute.

Auf eine frühe sportliche Bindung kommt es an

Ins Trainerleben stieg sie parallel zu ihrer Spielerzeit ein, mit 17 Jahren übernahm sie selbst die Minis. Aus eigener Erfahrung weiß sie: „Wenn die Spieler nicht schon in so jungen Jahren anfangen, suchen sie sich einen anderen Sport.“ Um die Nachwuchskräfte zu halten, sei es natürlich auch wichtig, dass man ihnen „Spaß am Sport bietet“. Als Trainerin sieht Sandra Trenkamp darin ihre wichtigste Aufgabe. Dabei sei auch der Kontakt zwischen den GWM-Teams gut und wichtig: „Wenn jeder seine eigene Suppe kocht, kommen wir nicht zum Erfolg“, analysiert Sandra Trenkamp: „Aber wir sind gut aufgestellt.“ 2018 sprang sie nach dem Abgang von Trainer Heinz Rawe sogar kurz interimsmäßig als Trainerin von Mühlens Oberliga-Team ein, gemeinsam mit Melanie Schwarze und Volker Biskup. Heute fährt sie gelegentlich noch als Betreuerin mit zu den Spielen und bleibt sonst bei ihrer C-Jugend. Und das soll auch so bleiben.

"Man ist immer Schuld, wird oft beschimpft und angemacht."Sandra Trenkamp, Jugendwartin in Mühlens Handballabteilung zu Schiedsrichtereinsätzen junger Spieler

Ihre Aufgabe als Jugendwartin ist vielseitig. Trainersuche, Mannschaften zusammenstellen, Gespräche führen und ganz wichtig, aber auch ganz schwierig: Schiedsrichter organisieren. „Das ist nicht der beliebteste Job“, weiß Sandra Trenkamp. Darauf werden die Spieler und Spielerinnen zwar von klein auf vorbereitet, ein dickes Fell ist jedoch auch in jungen Jahren schon unabdingbar: „Man ist immer Schuld, wird oft beschimpft und angemacht. Einer hat immer was auszusetzen“, weiß die gebürtige Dinklagerin. Und wenn Sandra Trenkamp selbst etwas auszusetzen hat, dann an der eigentlich gut gemeinten Spendenbereitschaft mancher Eltern. Als Ansporn würden einige den Kindern für jedes Tor 50 Cent oder einen Euro spendieren. Daraus resultieren viele Alleingänge auf dem Feld, beobachtet Sandra Trenkamp: „Da geht dann der Teamgeist verloren. Einem Trainer hilft das nicht weiter.“

Erklärungsbedarf: Sandra Trenkamp dirigiert ihre Mädels aus der C-Jugend für eine Trainingsübung.Erklärungsbedarf: Sandra Trenkamp dirigiert ihre Mädels aus der C-Jugend für eine Trainingsübung.

Ihre Motivation für das Ehrenamt zieht sie aus der Arbeit mit den Kindern. „Das hat mir immer viel Spaß gemacht. Vor allem wenn man sieht, wie viel Freude die Kids haben und wie sie sich entwickeln.“ Aber es gibt auch ein Aber: „Das kann auch mal anstrengend sein – wenn man viel reden muss“, so die Mühlenerin. Nicht ganz so einfach gestaltet sich auch die Hallennutzung in Mühlen. Die Grundschule bietet den einzigen Indoor-Bereich für die Handballer. Wenn dann noch die anderen Sparten des Vereins dazukommen, weicht Sandra Trenkamp schon mal auf die Beach-Anlage am Sportplatz aus. Sehr zur Freude ihrer Mädels, die im Sand die Aufwärm- und Ausdauerphase am liebsten überspringen würden, wie sich am Anfang der Woche bei Verkündung des nächsten Trainingstermins an der frischen Luft herausstellt. Darauf will Sandra Trenkamp aber nicht verzichten. Genau so wenig wie auf das gelegentliche Mittrainieren bei der 1. Damen: „Damit ich nicht den Anschluss verliere“, sagt sie. Gefragt nach weiteren Hobbys lautet ihre Antwort: „Handball, mehr nicht.“ Das muss Liebe sein.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Mühlen meine Perle, Handball meine Liebe - OM online