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Mühlen gegen Bevern: Das erste OM-Derby in der Aufstiegsrunde

Nach zwei coronabedingten Absagen bzw. Verlegungen melden sich die Landesliga-Fußballer von GW Mühlen am Mittwoch im Spielbetrieb zurück. Und der Gegner sorgte zuletzt für reichlich Wirbel.

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Schuss aus der zweiten Reihe: Mühlens Benjamin Willenbrink (links) gegen Steinfeld. Foto: Wenzel

Schuss aus der zweiten Reihe: Mühlens Benjamin Willenbrink (links) gegen Steinfeld. Foto: Wenzel

Im dritten Versuch soll's klappen: Nach zwei coronabedingten Absagen bzw. Verlegungen starten die Fußballer von GW Mühlen endlich in die Aufstiegsrunde der Landesliga. Der einzige VEC-Vertreter in der Top-8-Runde erwartet am Mittwoch um 18.30 Uhr den SV Bevern im Münsterland-Stadion.

Eigentlich hätte die Partie am Sonntag in Bevern stattfinden sollen, aber auf dem kurzen Dienstweg zwischen den beiden Trainern Andreas Hinrichs und Olaf Blancke wurde sie mit Rücksicht auf die Mühlener Rückkehrer aus der Quarantäne um drei Tage nach hinten gelegt – Heimrechttausch inklusive.

„Es wäre unverantwortlich gewesen, den einen oder anderen ohne eine gewisse Kontrolle im Training wieder in den Wettkampf zu schicken. Wir sind sehr froh, dass Bevern das genauso gesehen hat und wir die Chance hatten, ein paar Checks zu machen“, erklärte Mühlens Coach Hinrichs vor dem ersten von insgesamt vier OM-Duellen in der kurzen Aufstiegsrunde.

Sechs Mühlener fallen definitiv aus

Mühlen hatte in den letzten zwei Wochen insgesamt 18 Corona-Fälle im Team. Bis auf einen Spieler sind alle wieder freigetestet – und mit Blick auf die Bevern-Partie reicht die Bandbreite von „topfit bis spielunfähig“, so Hinrichs. Er ergänzt: „Die Personalsorgen sind schon groß, aber nicht so groß wie am Sonntag.“ Definitiv ausfallen werden Michael Kolbeck (Gelbsperre), Nico Files (Muskelfaserriss), Peter Sieve (Außenbandriss), Hubertus Blömer (krank), Leo Westermann (Reizung des Kreuzbandes; noch vier Wochen Pause) und Bastian Benzien (Urlaub).

Trotz dieser Umstände zählt GWM die Stunden bis zum Anpfiff förmlich herunter. „Wir freuen uns, dass wir in der Aufstiegsrunde dabei sind, dass wir den Klassenerhalt sicher haben und befreit aufspielen können“, erklärt Hinrichs. Oberliga-Ambitionen habe man nicht, „aber wir wollen mal schauen, was wir reißen können“. Zum „großen Ehrgeiz“ im Team passe auch die Tatsache, dass der Verein im Gegensatz zu Bevern die Unterlagen für die Oberliga-Lizenz beim NFV eingereicht hat. „Wir lassen die Saison nicht austrudeln. Wir wollen zeigen, was wir können“, so Hinrichs.

In der regulären Saison in der Staffel II habe man unter Beweis gestellt, dass man die Schwergewichte ärgern kann. Hinrichs denkt dabei an das furiose 4:0 gegen Melle und an die beiden Siege gegen Holthausen/Biene (4:1, 2:0). Ergebnisse, die Mut machen für das Kräftemessen mit dem Tabellenzweiten der Staffel I.

Bevern, das zuletzt auch großes Interesse an dem einen oder anderen GWM-Spieler gezeigt und entsprechende Offerten gemacht hatte, blickt bereits auf einen Einsatz in der Aufstiegsrunde zurück. In Melle gab's ein 1:1, Sascha Thale erzielte dabei seinen achten Saisontreffer; er führt damit intern knapp vor Sebastian Sander (7), Nico Thoben (6), Matthis Hennig, Rami Kanjo und Julius Liegmann (alle 5).

Zweites Auswärtsspiel: Nach dem 1:1 beim SC Melle sind Albi Dosti (gelbes Trikot) und der SV Bevern erneut in der Fremde gefordert. Foto: WulfersZweites Auswärtsspiel: Nach dem 1:1 beim SC Melle sind Albi Dosti (gelbes Trikot) und der SV Bevern erneut in der Fremde gefordert. Foto: Wulfers

Dass Bevern die Oberliga-Lizenz nicht eingereicht und das Team über diesen Schritt nicht informiert hat, sorgte zuletzt für reichlich Wirbel beim Bezirkspokal-Viertelfinalisten (16. April in Firrel). Coach Blancke, der zur kommenden Saison von Simon Wehming (bislang Co-Trainer in Damme) beerbt wird und selbst als Sportlicher Leiter zum Regionalligisten SSV Jeddeloh wechselt, ist sehr gespannt, „wie die Jungs damit auf dem Platz umgehen“. Er selbst sei „natürlich nicht glücklich mit dieser Situation“ und meinte damit die fehlende Kommunikation in der Lizenz-Frage. Über den Rest der Serie sagte er: „Natürlich wollen wir uns nicht hängen lassen.“

In Bevern war somit in den vergangenen eher der Oberliga-Verzicht, als das Spiel bei GW Mühlen Thema.  Wie die Mannschaft war auch der Coach selbst überrascht, als die Nachricht am vergangenen Wochenende die Runde machte. Überrascht und durchaus verärgert. „Es war mit dem Verein klar abgesprochen, dass wir die Lizenz beantragen, wenn die Chance auf den Aufstieg da ist. Das habe ich den Spielern damals auch in den Vertragsgesprächen gesagt“, so Blancke. 

Er könne zwar verstehen, dass sich Dinge und Voraussetzungen innerhalb einer Saison verändern, „dass der Verein aber weder zu mir noch zum Team ein Wort über die Planungen verloren hat, müssen sich die Verantwortlichen schon vorwerfen lassen".

Trotz der Diskussionen in den vergangenen Tagen möchten Olaf Blancke und seine Mannschaft in den verbleibenden sieben Begegnungen der Meisterrunde noch einige Ausrufezeichen setzen. Vor dem zweiten Auswärtsspiel – in Melle holte der SV Bevern ein 1:1-Unentschieden – sieht es in personeller Hinsicht prima aus. „In Mühlen wird aus unserem 19-Mann-Kader voraussichtlich nur Jannis Wichmann fehlen, der arbeiten muss“, sagt der Coach.

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