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Mühlen jubelt, Dinklage feiert, Oythe hadert

Zwei Fußball-Landesligisten aus dem Landkreis Vechta hatten am Sonntag allen Grund zur Freude, aber für einen gab es einen bitteren Dämpfer. Hier die Spielberichte.

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Glückliche Dinklager: Die beiden Torschützen Steffen Espelage (links) und Lasse Barz im Spiel gegen Firrel. Foto: Wenzel

Glückliche Dinklager: Die beiden Torschützen Steffen Espelage (links) und Lasse Barz im Spiel gegen Firrel. Foto: Wenzel

BW Papenburg - GW Mühlen 1:3
Der Trainer war „sehr stolz“ und „sehr zufrieden“, der mitgereiste Anhang fühlte sich bestens unterhalten und die Titel- bzw. Aufstiegsrivalen von BW Papenburg rieben sich erfreut die Hände: Die Fußballer von GW Mühlen haben in der Aufstiegsrunde der Landesliga ein zweites Ausrufezeichen gesetzt. Mühlen, das im Rennen um das Oberliga-Ticket keine Chance mehr hat, feierte am Sonntag einen 3:1 (2:0)-Sieg in Papenburg. Für die Emsländer, die vom Aufstieg träumen, war's ein herber Dämpfer im Fernduell mit dem SC Melle und Hansa Friesoythe. Tabellenführer SV Bevern, der seine Pole Position per 2:1-Sieg gegen Schüttorf untermauerte, kann mangels Lizenzantrag nicht aufsteigen. Für BW Papenburg gibt's bereits am Mittwochabend (19.30 Uhr) die Chance zur Revanche, dann steigt das Rückspiel in Mühlen.

Die Grün-Weißen, die Ende April auch Friesoythe mit 2:0 besiegt hatten und angesichts des Ausfalls von Taktgeber Tom Ungemach mal eine andere taktische Variante probierten, legten furios los. Jan Leiber (6.) und Peter Sieve (13.) trafen in der frühen Drangphase der Gäste jeweils den Pfosten. Papenburg konnte sich danach befreien, die langen Bälle waren stets gefährlich. „Bei Papenburg ist ja auch gefühlt jeder einen Kopf größer“, sagte Mühlens Coach Andreas Hinrichs. Sein Team hielt aber dagegen und ging durch einen Doppelschlag von Leiber mit 2:0 in Führung (29./42.), dem zweiten Treffer ging ein toller Pass von Robert Kröger voraus (42.). Unmittelbar vor der Pause hielt Mühlens Keeper Phil Wilhelm noch einen Foulelfmeter von Niklas Jansen (45.).

Direkt nach dem Seitenwechsel kassierte Mühlen dann aber doch das 2:1. Erik Bruns schürte Papenburgs Hoffnungen (46.). „Der Zeitpunkt war natürlich sehr ungünstig“, gab Hinrichs zu. Sein Team musste eine kritische Phase überstehen. Er sagte: „Papenburg war sehr dominant, wir hatten wenig Ballbesitz. Wir haben aber kämpferisch überragend dagegengehalten und hatten auch das nötige Spielglück auf unserer Seite.“ In der Schlussphase, als Papenburg alles nach vorne warf, machte Mühlen per Konter alles klar. Nach einem furiosen Flankenlauf des starken Constantin Westermann, der sich auf der linken Außenbahn durchtankte, traf Patrick Albers zum 3:1 (89.). Es war der krönende Abschluss einer erfreulichen Emsland-Tour.

Wer kriegt den Ball? Oythes Jonas Suffner (rechts) gegen Fuat Veselaj. Foto: SchikoraWer kriegt den Ball? Oythes Jonas Suffner (rechts) gegen Fuat Veselaj. Foto: Schikora

VfL Oythe - Frisia Wilhelmshaven 2:3
Es war das vielleicht beste Powerplay in der laufenden Abstiegsrunde, sie spielten 45 Minuten lang mit Dampf nach vorne und brachten den Gegner gehörig ins Wanken, aber als am Sonntagnachmittag der Schlusspfiff auf dem Kunstrasenplatz am Oyther Berg ertönte, sanken die Fußballer des VfL Oythe der Reihe nach zu Boden – ausgepumpt und enttäuscht. Die 2:3 (0:3)-Niederlage gegen den WSC Frisia Wilhelmshaven war ein bitterer Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt in der Landesliga Weser-Ems, nach zuvor drei Siegen in Serie musste Oythe mal wieder dem Gegner beim Jubeln zuschauen.

„Das ist einfach nur ärgerlich“, sagte Oythes Coach Daniel Roth und dachte dabei vor allem an die drei Nachlässigkeiten in der ersten Halbzeit. Beim 0:1 und 0:2 patzte die Abwehr, beim 0:3 der Torwart. Zur Pause deutete herzlich wenig auf eine aufregende, spannende zweite Halbzeit hin, aber Oythe kam noch mal zurück. „Großes Kompliment an die Jungs, die den Kopf oben behalten haben. So zurückzukommen, erst recht nach diesem Doppelschlag kurz vor der Pause, ist nicht selbstverständlich“, sagte Roth. Immerhin: Tabellarisch ist wenig Schaden entstanden. Westrhauderfehn, Firrel und Werlte, vor Oythe postiert und die nächsten drei Gegner des VfL, verloren ebenfalls. Das rettende Ufer ist nach wie vor in Reichweite und aus eigener Kraft erreichbar.

In einer ereignisarmen ersten Halbzeit, in der Oythe zwar optisch überlegen war, bis auf zwei Chancen für Jonas Suffner (40.) und Johannes Finkenstädt (41.) aber keinerlei Gefahr ausstrahlte, glänzte der im Hinspiel mit 1:0 siegreiche Gast vom Jadebusen mit gnadenloser Effektivität. Pascal Buchheim (5.) und Ercan Karavul (43., toller 20-m-Schlenzer ins lange Eck) hatten bei ihren Toren keinerlei Druck vom Gegner, das galt zuvor auch für die Vorlagengeber. „Wenn du so passiv bist, wirst du halt bestraft“, haderte Roth mit der Zuschauerrolle seiner Defensivspieler. Beim 0:3 griff dann VfL-Keeper Lukas Katarius daneben. Ein 40-m-Freistoß aus dem Halbfeld von Nils Heidemann, eigentlich als Flanke gedacht, segelte in den Strafraum – und schlug im langen Eck ein (45.).

Nach der Pause rannte der VfL Oythe mit dem Mut der Verzweiflung an. Die Gastgeber hatten nichts mehr zu verlieren. Also: Visier runter und Vollgas nach vorne. Der große Unterschied zur ersten Halbzeit: Die Laufwege in die Tiefe waren nun entschlossener, die Pässe viel präziser. Suffner mit seinem fünften Tor in der Abstiegsrunde (51.) und Stürmer Lennart Feldhues (54.) drückten den Ball nach Querpässen von Lorenz Holzenkamp bzw. Sebastian von Merveldt über die Linie. Zwei Treffer binnen vier Minuten, nur noch 2:3 – während Wilhelmshaven in der Sonne taumelte, witterte Oythe die Chance zur Wende und legte weitere Chancen für von Merveldt (56.), Süleyman Odabasi (58.), Feldhus (72.) und Marcel Hesselmann (81.) nach. „Das Tor war wie vernagelt“, stellte Roth danach fest: „Leider haben wir in der besten Phase das 3:3 verpasst.“

Nach gut 75 Minuten konnten sich die Gäste ein wenig befreien, die einzige Konterchance hatte Tim Rister (79.). „In der Schlussphase haben wir uns zu sehr auf die Nickeligkeiten eingelassen“, haderte Roth. Eine davon war die Grundlage für die spätere Gelb-Rote Karte für Markus Lübberding (88.) – der nächste Ausfall in einer eh schon angespannten Personallage.

TV Dinklage - GW Firrel 2:1
Am Ende wurde noch einmal kurz gezittert – aber dafür waren die Erleichterung und die Freude über den sicheren Klassenerhalt bei den Landesliga-Fußballern des TV Dinklage um so größer. Nach dem 2:1 (2:0)-Heimsieg gegen GW Firrel ist dem TVD der Verbleib in der sechsten Liga auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen. Der Grund: TuRa Westrhauderfehn, Sparta Werlte, VfL Oythe, Union Lohne und Germania Leer können Dinklage nicht mehr einholen. Und weil der TuS Bersenbrück den Klassenerhalt in der Oberliga sicher hat, wird es lediglich fünf Absteiger aus der Landesliga geben. Aus diesem Grund konnten die TVD-Kicker und viele der rund 150 Zuschauer nach einem etwas längeren Rechenspiel nach der Partie guten Gewissens anstoßen.

Zuvor hatte es hinten raus „etwas mehr Arbeit als nötig“ gegeben, wie Dinklages Betreuer Michael Ostermann berichtete. Die Platzherren legten gegen Firrel einen perfekten Start hin: Bereits in der 4. Minute traf Lasse Barz nach einer Vorarbeit von Bastian Dödtmann per Seitfallzieher zur 1:0-Führung. Der TV Dinklage hatte danach mehrfach die Möglichkeit, für frühzeitige Beruhigung zu sorgen – doch er ließ einige Chancen verstreichen. Bis zur 41. Minute, als Angreifer Steffen Espelage mit einem Schuss in die kurze Ecke dann doch die verdiente 2:0-Führung herstellte. Für Steffen Espelage war es in der Aufstiegsrunde bereits der fünfte Treffer – er steht gemeinsam mit Paul Kosenkow (Steinfeld), Jonas Suffner (Oythe), Ole Eucken (Westrhauderfehn) und Arlind Jonjic (Leer) an der Spitze dieser Rangliste.

Im zweiten Abschnitt war es laut Auskunft von Michael Ostermann im erwärmten Jahnstadion dann „lange ein Sommerkick“. Passend zur Wetterlage erhitzten sich in der Schlussphase auch die Gemüter. Firrel brachte aus TVD-Sicht einiges an Hektik rein – und Dinklage ließ sich davon anstecken. So gab es in den letzten Minuten diverse Nickeligkeiten. Und ein Tor fiel auch noch: Eike Thaden verkürzte für GW Firrel auf 1:2 (85.). Dadurch kam noch mal Spannung auf. Letztlich brachten die Dinklager ihre knappe Führung aber über die Zeit.

Der Sieg hatte neben dem Klassenerhalt auch noch einen weiteren Effekt: Der TV Dinklage hat sich die Tabellenführung zurückgeholt, weil der VfR Voxtrup parallel gegen Germania Leer mit 2:5 verlor. TVD-Coach Stefan Arlinghaus hatte das Ziel der „Meisterschaft“ in der Abstiegsrunde ausgerufen. Mit diesem Vorhaben geht seine Mannschaft die verbleibenden drei Spiele bei Sparta Werlte (Sonntag, 15.00 Uhr), gegen Leer (29. Mai, 15.00 Uhr) und Frisia Wilhelmshaven (12. Juni 15.00 Uhr) an. Aber erst mal wurde auf den Klassenerhalt angestoßen.

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