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Mühlen jubelt daheim, Holdorf in der Ferne

In der Fußball-Landesliga gab es bei den VEC-Teams am Wochenende gemischte Gefühle. Beim TV Dinklage und bei Falke Steinfeld war man nicht zufrieden. Das Oyther Spiel in Holthausen fiel aus.

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Das entscheidende Tor: Benjamin Willenbrink schießt für Mühlen zum 1:0 ein. Foto: Wenzel

Das entscheidende Tor: Benjamin Willenbrink schießt für Mühlen zum 1:0 ein. Foto: Wenzel

GW Mühlen - SV Bad Rothenfelde 1:0. Sie hatten schon auf einen perfekten Heimspiel-Doppelpack spekuliert – und so ist es auch gekommen: Die Landesliga-Fußballer von GW Mühlen haben eine Woche nach dem 3:0 gegen den VfL Wildeshausen auch den SV Bad Rothenfelde besiegt – und zwar mit 1:0 (1:0). Somit zeigt die Formkurve der Grün-Weißen vor dem Jahresfinale mit den beiden Spielen in Schüttorf (Sonntag, 15.00 Uhr) und gegen Meppen II (4. Dezember, 14.00 Uhr) nach oben. „Es war ein taktisch sehr disziplinierter Arbeitssieg“, sagte der Mühlener Trainer Andreas Hinrichs mit einem Schmunzeln und fügte ehrlich hinzu: „Es war sehr kalt. Und es war jetzt nicht so ein Spiel, wo einem ganz, ganz warm wird.“

Die Mühlener hatten gegen das Kellerkind insgesamt mehr vom Spiel. Sie taten sich jedoch schwer damit, Lücken zu finden. Die Folge: Tormöglichkeiten waren insbesondere im ersten Durchgang Mangelware. Mit einer bedeutenden Ausnahme: In der 35. Minute scheiterte Peter Sieve zunächst mit seinem Schuss an Bad Rothenfeldes Torhüter Tom Planitz, aber der Abpraller fiel Benjamin Willenbrink vor die Füße – und er schob zum 1:0 ein.

Nach dem Seitenwechsel war es eine wesentlich offenere Partie, sodass es auch für die Zuschauer etwas mehr zu sehen gab. Einmal stockte den Mühlenern dabei der Atem, doch die Gäste nutzten eine große Ausgleichschance nicht (50.). Als die Platzherren sich von einer schwächeren Phase erholt hatten, kamen sie durch Willenbrink erneut zu einer guten Gelegenheit (62.). Darüber hinaus gab es noch „einige Halbchancen“, wie Hinrichs berichtete. Zum Ende hin schaltete Bad Rothenfelde stärker in den Offensivmodus. Es gab für GWM ein, zwei Zittermomente, aber dicke Chancen hatten die Gäste nicht. Mühlen kam noch zu Kontern – einen hätte Constantin Westermann nutzen müssen (90.+1). Es blieb aber beim 0:1.

Frisia Wilhelmshaven - SV Holdorf 1:4. Nach fünf Niederlagen in Folge und ganzen acht Spielen in Serie ohne Sieg feierte der Fußball-Landesligist SV Holdorf am Sonntagnachmittag im hohen Norden die Erlösung: Der 4:1 (2:0)-Sieg bei Frisia Wilhelmshaven war für den HSV vor allem moralisch ein echter Befreiungsschlag. Der Aufsteiger rückte im Kampf um den Klassenerhalt damit auf einen Zähler an die Frisia heran – es bleibt weiter spannend im engen Tabellenkeller.

Die Holdorfer erspielten sich durch Tore von Moritz Kniffke (36.), Andrej Homer (45.+2) und Marco Soares (52.) eine 3:0-Führung. Als Vorarbeiter glänzte bei allen drei Treffern Angreifer Lukas Liedmann. Wilhelmshaven kam zwar durch Patrick Degen noch zum 1:3-Treffer (75.), aber dieser kleine Rückschlag und eine kurze Wackelphase brachten die Holdorfer nicht mehr von der Siegerstraße ab. Im Gegenteil: Tim Schulte machte in der Nachspielzeit endgültig den Deckel drauf (90.+2, Homer-Vorlage). „Wir haben es richtig, richtig diszipliniert gemacht und kämpferisch überzeugt“, freute sich HSV-Sprecher Sebastian Beckmann, der von einer großen Erleichterung im Holdorfer Lager berichtete. „Über 80 Minuten war es hervorragend“, so Beckmann – nur die zehn Minuten nach dem 1:3 seien nicht so souverän gewesen. Unterm Strich stand aber ein verdienter Erfolg auf einem gut gepflegten Rasen im Jadestadion.

Die Holdorfer richteten dem WSC-Keeper Maximilian Hentrich noch gute Besserung aus. Er hatte sich in der kuriosesten Szene des Spiels verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Soares hatte nach seinem parierten Handelfmeter per Flugkopfball-Abstauber getroffen – und war erst danach mit Hentrich zusammengeprallt (44.). Dass der Schiedsrichter den Treffer nach dem Einwirken seines Assistenten mit etwas Verzögerung zurücknahm, sorgte für Unverständnis. Aber es war letztlich egal. „Ende gut, alles gut“, meinte Beckmann.

Von Bevernern umzingelt: Der TVD-Fußballer Bastian Dödtmann (Mitte) im Spiel am Samstagnachmittag. Foto: SchikoraVon Bevernern umzingelt: Der TVD-Fußballer Bastian Dödtmann (Mitte) im Spiel am Samstagnachmittag. Foto: Schikora

TV Dinklage - SV Bevern 2:3. Als der Himmel am späten Samstagnachmittag immer dunkler und die Temperaturen immer unangenehmer wurden, da besiegelte Schiedsrichter Marc Lübbers mit seinem letzten Pfiff auf dem Schützenplatz 1 das Ende der Siegesserie: Nach vier Erfolgen am Stück gingen die Landesliga-Fußballer des TV Dinklage im OM-Duell gegen den SV Bevern erstmals wieder leer aus. Am Ende stand eine etwas unglückliche 2:3 (1:0)-Niederlage vor rund 400 Zuschauern.

„Ich glaube, ein Unentschieden wäre das gerechtere Ergebnis gewesen“, stellte Dinklages Betreuer Michael Ostermann nach dem Rückrundenauftakt treffend fest. Er dachte bei seinem Resümee aber auch an den vorangegangenen 3:2-Heimsieg gegen FC Schüttorf und führte aus: „Letzte Woche haben wir das Quäntchen Glück gehabt. Diesmal hat es uns dafür vielleicht gefehlt.“ Die Niederlage sei allerdings auch „kein Beinbruch“, weil Dinklage als Siebter weiterhin gut dastehe. Im ersten Abschnitt hatte der TVD die Partie gut im Griff. Mit Ausnahme einer Halbchance für Lasse Barz (3.) gab es für die Gastgeber aber zunächst keine guten Gelegenheiten – für die Gäste jedoch auch nicht. Lange passierte wenig. Und dann bekam Dinklage einen glücklichen Handelfmeter zugesprochen, nachdem sich Ex-TVDer Mathis Hennig selbst an die Hand geschossen hatte (37.). Den Strafstoß verwandelte Steffen Espelage souverän zur 1:0-Führung.

Dieser Treffer verlieh den Hausherren Auftrieb, bis zur Halbzeitpause verzeichnete die Mannschaft von Trainer Stefan Arlinghaus eine starke Phase. Steffen Espelage traf sogar noch mal ins Tor, doch der Unparteiische gab den Treffer diesmal nicht; Beverns Keeper Nils Kordon soll eine Hand auf dem Ball gehabt haben (40.). Der zweite Durchgang nahm fußballerisch dann einen wesentlich muntereren Verlauf. Ärgerlich war für den TVD nur, dass Dirk Averdam und Steffen Buddelmeyer aufgrund von Blessuren früh vom Platz mussten. Nicht minder ärgerlich war der Ausgleich, den Beverns Routinier Bernd Gerdes mit einem Kopfball erzielte – 1:1 (59.). Zu diesem Zeitpunkt war das Remis aber auch schon verdient, weil der SVB nun mehr Spielanteile hatte.

Der TV Dinklage schlug dennoch zurück: Nach einem feinen Pass von Wilke Weßling schoss Johann Kühling sehenswert mit der Pike zum 2:1 ein (66.). Wenige Augenblicke zuvor hatte Lasse Barz bei einer Riesenchance aus fünf Metern noch daneben geköpft. „Den Ausgleich kassieren wir dann zu schnell“, ärgerte sich Ostermann über den Beverner 2:2-Treffer durch Lennart Blömer (69.). Es kam noch schlimmer, als Paul Tepe das Spiel komplett drehte (73.). Bei beiden Toren wurde der TVD mit Tempo astrein ausgespielt. Die Dinklager versuchten es danach noch mal, aber Weßling (77.), Bastian Dödtmann (78.) und Arne Blömer (79.) konnten ihre guten Gelegenheiten nicht verwerten. So riss die schöne TVD-Serie.

Falke Steinfeld - BW Hollage 2:2. Mit einem Sieg wären sie wieder richtig dick drin im Geschäft gewesen, aber das 2:2 (2:1) gegen den Keller-Kontrahenten BW Hollage half den Landesliga-Fußballern von Falke Steinfeld am Sonntag nicht wirklich weiter. Mit vier Punkten Rückstand läuft das Schlusslicht der Musik weiterhin ein wenig hinterher. Logisch, dass Falke-Trainer Artur Zimmermann nicht wirklich glücklich war – vor allem wegen des Spielverlaufs. „Wenn du zu Hause mit 2:0 führst, dann musst du gewinnen“, betonte der Coach nach dem Spiel. Dass Steinfeld am Ende nur mit einem Punkt dastand, bezeichnete er als „brutal“.

Torschütze im Vorwärtsgang: Der Steinfelder Nick Baron gegen Hollage. Foto: WenzelTorschütze im Vorwärtsgang: Der Steinfelder Nick Baron gegen Hollage. Foto: Wenzel

In der ersten Halbzeit ging die Steinfelder Taktik wunderbar auf. Hollage hatte zwar öfter den Ball, allerdings nicht in der Gefahrenzone. Das lag daran, dass die Hausherren relativ hoch angriffen und den Aufsteiger somit zu langen Bällen zwangen. Die waren für die notgedrungen umgestellte Steinfelder Hintermannschaft dann in der Regel leicht zu verteidigen. Und vorne lief es auch richtig gut: Maxim Repinetchii brachte Falke mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel in Führung (23.), ehe Nick Baron nach einer Flanke von Oleksii Mazur auf 2:0 erhöhte (38.). Die Gäste verkürzten jedoch noch vor der Pause durch Mirko Wulftange – er köpfte den von Falkes Keeper Sebastian Deike in die Luft abgewehrten Ball ein (41.).

In einem recht ansehnlichen Spiel hatte auch Hollage in der zweiten Halbzeit gute Aktionen, wobei Steinfeld laut Zimmermann „einen Tick gefährlicher“ war. Das galt vor allem nach dem ärgerlichen Ausgleich von Maximilian Schmidt – 2:2 (75.). In der letzten Viertelstunde kam Falke zu drei Abschlüssen, wenngleich sie nicht brandgefährlich waren. Repinetchii (83.) und Kevin Schmietendorf (78./ 85.) versuchten es, blieben aber ohne Glück. Bei Steinfeld schied Keeper Deike noch mit einer Knieverletzung aus (77.).

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