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„Mr. 100 Prozent “ will unangenehm sein

Andreas Zimmermann und die Landesliga-Fußballer von Falke Steinfeld erwarten am Sonntag den VfR Voxtrup. Der VfL Oythe gastiert parallel beim FC Schüttorf - und hat einige Sorgen im Gepäck.

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Zehnmal über 90 Minuten: Andreas Zimmermann von Falke Steinfeld. Foto: Wenzel

Zehnmal über 90 Minuten: Andreas Zimmermann von Falke Steinfeld. Foto: Wenzel

Falke Steinfeld - VfR Voxtrup (Sonntag, 15.00 Uhr). Er ist der „Mr. 100 Prozent“ im zentralen Mittelfeld von Falke Steinfeld – weil er immer alles gibt und weil es die Statistik bestätigt. Andreas Zimmermann, Taktgeber und spielender Co-Trainer des Fußball-Landesligisten, hat in dieser Saison noch keine Minute verpasst. Die ersten zehn Spiele über die volle Distanz – dieses Maximum können in der Landesliga neben Zimmermann nur noch drei weitere VEC-Spieler für sich reklamieren: Dinklages Verteidiger Dirk Averdam, Oythes Torwart Lukas Katarius sowie Mühlens Offensivspieler Jonas Pöhlking.

Dass Andreas Zimmermann, der am Sonntag um 15.00 Uhr mit seinen Teamkollegen daheim auf den VfR Voxtrup trifft, dieses Pensum gehen kann, war zu Saisonbeginn sehr fraglich. Das Knie bereitete nicht nur Sorgen, sondern auch Schmerzen. „Ich hab' in der Vorbereitung vielleicht fünf, sechs Einheiten gemacht, mehr nicht“, verrät der 31-Jährige. In den ersten Partien musste der Bruder von Trainer Artur Zimmermann gehörig auf die Zähne beißen, um durchzuhalten. Inzwischen ist das Knie „wieder okay“, so Andreas Zimmermann. Aber: Nun schmerzen der Mittelfußknochen und das Sprunggelenk. „Alle drei Trainingseinheiten in der Woche schaffe ich nicht, einmal muss ich aussetzen“, sagt Falkes Sechser mit der Nummer sieben. Er habe aus der Vergangenheit gelernt: „Manchmal ist es besser, auch mal zu verzichten.“

Im Spiel gilt das nicht. Vollgas ist angesagt. Und der Antreiber kann auch mal wütend werden, wenn's nicht läuft. So wie am Sonntag beim Derby in Oythe, als Falke in Überzahl ein 2:1 aus der Hand gab. „Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen. Wir haben Panik bekommen, waren viel zu passiv. Dass wir da zwei Punkte verschenkt haben, war komplett unnötig“, sagt Andreas Zimmermann, der nach dem 2:4 in Mühlen und der „gefühlten Niederlage“ in Oythe wieder auf einen Sieg gegen Voxtrup hofft: „Der Gegner ist unangenehm, das müssen wir auch sein.“

Der nächste Ausfall beim VfL Oythe: Süleyman Odabasi (links), hier im Spiel gegen Union Lohne am Mittwoch. Foto: WenzelDer nächste Ausfall beim VfL Oythe: Süleyman Odabasi (links), hier im Spiel gegen Union Lohne am Mittwoch. Foto: Wenzel

FC Schüttorf - VfL Oythe (Sonntag, 15.00 Uhr). Nach 45 Minuten war Schluss, es hatte keinen Sinn mehr für Süleyman Obadasi. Das Ziehen im hinteren rechten Oberschenkel war beim Außenverteidiger des Fußball-Landesligisten VfL Oythe so schmerzhaft, dass für ihn im Nachholspiel gegen Union Lohne eine Auswechslung unausweichlich war. „Das ist so ärgerlich. Wir haben eh kaum Leute, und jetzt fallen wir auch noch aus“, sagt der 27-Jährige. Wir? „Ja, Jan Ostendorf hat's am Ende auch noch erwischt – die gleiche Verletzung wie bei mir. Wir haben am Montag zusammen einen Termin beim Arzt“, berichtet Süleyman Odabasi und schiebt vor dem Auswärtsspiel am Sonntag (15.00 Uhr) beim FC Schüttorf die erste Diagnose schnell hinterher: „Verdacht auf Muskelfaserriss.“

Die Lage beim VfL Oythe, der seit sechs Spielen sieglos ist, auf dem vorletzten Tabellenplatz der Staffel 2 festhängt und sich einen immer schwereren Rucksack für den drohenden Gang in die Abstiegsrunde packt, hat sich weiter zugespitzt. „Es kommt einfach alles zusammen. Das tut richtig weg“, hadert Odabasi. Coach Raphael Dornieden muss bei der wöchentlichen Mangelverwaltung zum x-ten Mal improvisieren. Und mit Ostendorf, der in den letzten vier Spielen als Rechtsverteidiger, Sechser und Innenverteidiger ran musste, fällt auch noch ein echter Allrounder aus.

Immerhin: Sebastian von Merveldt ist nach seiner Roten Karte gegen Steinfeld wieder spielberechtigt und kann in Schüttorf auflaufen; er musste nur am Mittwoch beim 3:3 im Kellerduell gegen Union Lohne zuschauen. Niclas van Geenberghe, der in Melle Rot sah, ist derweil am Sonntag letztmals gesperrt. Felix Schneppe und Markus Lübberding trainieren wieder leicht, von Wettkampf-Tauglichkeit sind sie aber noch ein gutes Stück entfernt.

„Viele beißen seit Wochen auf die Zähne, weil der Kader so klein ist. Irgendwann passieren dann Verletzungen, so wie jetzt bei mir oder Jan. Wir müssen da irgendwie durch“, sagt Odabasi und wünscht sich vor allem eins: „Wir müssen wieder ein Team sein.“ Der Außenverteidiger mit türkischen Wurzeln, geboren und aufgewachsen in Vechta und im B-Jugend-Alter zum VfL Oythe gekommen (vorher Eintracht Vechta und SFN Vechta), gibt offen zu: „Das ist die schwierigste Phase, die ich in der 1. Herren erlebe.“ Es ist seine zehnte Saison im VfL-I-Kader, seit 2012 ist er der unermüdliche Dauerläufer auf den Außenbahnen, am liebsten rechts, zur Not aber auch links. Auf sein 210. Liga-Spiel für Oythe I muss er jetzt ein wenig warten. Bei der Genesung würden gute Ergebnisse helfen. Er sagt: „Ich hoffe, dass wir in Schüttorf was holen. Nur mit Unentschieden kommen wir nicht weiter. Wir brauchen einen Sieg.“

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