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Mit großen Ambitionen in die neue Saison

Langbahn-Weltmeister Lukas Fienhage (21) aus Brockdorf wechselt zum polnischen Speedway-Erstligisten Wybrzeze Danzig.

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Immer Vollgas: Lukas Fienhage, hier beim WM-Lauf im polnischen Rzeszow, wo er den Langbahn-Titel holte. Foto: Krekels / Veldhuizen

Immer Vollgas: Lukas Fienhage, hier beim WM-Lauf im polnischen Rzeszow, wo er den Langbahn-Titel holte. Foto: Krekels / Veldhuizen

Der letzte Akt einer besonderen Saison war etwas für Experten, für Tüftler. „Wir haben meine Motorräder komplett zerlegt. Alle Einzelteile wurden gecheckt und poliert. Und was nicht mehr gut war, wurde neu bestellt“, berichtet Lukas Fienhage. Und wie viele Motorräder wurden auf Herz und Nieren geprüft? „Alle sechs“, antwortet der 21 Jahre alte Brockdorfer und ergänzt: „Da ist einiges an Einzelteilen zusammengekommen.“ Die gute Nachricht nach dem Werkstatt-Marathon übermittelt Lukas Fienhage mit einem Grinsen: „Beim Zusammenbau ist nichts übrig geblieben.“

Die heißen Öfen für die Langbahn- und Speedwayrennen sind nun sicher verstaut. Winterpause ist angesagt. Zeit zum Durchschnaufen, Zeit für einen Rückblick. „Das Jahr war schon krass. Erst die lange Pause wegen Corona und dann der WM-Titel“, erklärt Fienhage. Im September hatte er sich im polnischen Rzeszow zum Langbahn-Weltmeister gekrönt. Ein echter Husarenritt von Fienhage, der als WM-Champion nun in einem Atemzug mit Größen wie Egon Müller, Karl Maier, Robert Barth oder Gerd Riss genannt wird. Und ein Erfolg, der Lust auf mehr macht. „Mein Ziel für 2021 ist natürlich, den Titel auf der Langbahn zu verteidigen“, sagt Fienhage.

Kein leichtes Unterfangen. Der letzte Langbahn-Weltmeister, der seinen Titel erfolgreich verteidigen konnte, war der Finne Joonas Kylmäkorpi (2013, 2014). Danach gab es in Erik Riss, Jannick de Jong, Mathieu Tresarrieu, Martin Smolinksi, Dimitri Berge und eben Lukas Fienhage stets wechselnde Weltmeister.

Termine für Langbahn-WM 2021 stehen fest

Den Kalender für die Langbahn-WM 2021 hat der Motorrad-Weltverband FIM Mitte November festgezurrt. Insgesamt fünf Grands Prix sind geplant, zwei in Deutschland, zwei in Frankreich und einer in Polen. Die Team-WM steigt unterdessen im niederländischen Roden. „Da wollen wir auch den Titel holen. Ich denke, wir werden ein starkes Team haben“, sagt Fienhage mit Blick auf das geplante Langbahn-Comeback von Speed-way-Profi Erik Riss (25), der 2022 auch in die Solo-WM zurückkehren will und aus seiner Wahlheimat Australien bereits forsch ankündigte, seinen Vater Gerd Riss als Rekordweltmeister (acht Solo-Titel) ablösen zu wollen.

Apropos Speedway: Lukas Fienhage treibt seine Karriere in dieser Sparte voran. Der Brockdorfer unterschrieb für die Saison 2021 einen Vertrag beim polnischen Erstligisten Wybrzeze Danzig. In der vergangenen Saison fuhr er mit Wittstock in der 2. Liga Polens und machte dort mit starken Leistungen auf sich aufmerksam. „Danzig ist ein Klub mit Ambitionen. Sie sind professionell aufgestellt. Das ist eine ganz neue Herausforderung für mich. Ich verspreche mir davon sehr viel. Dort kann ich den nächsten Schritt in meiner Karriere machen“, sagt Fienhage. Ziel sei es, den Aufstieg in die hochkarätig besetzte Ekstra-League zu schaffen. Für Danzig fuhr einst auch Fienhages Mentor und Tuner Robert Barth.

Zwischen April und September 2021 gibt es für Fienhage wahrscheinlich 18 Renntermine mit Danzig. Bei Kollisionen mit der Langbahn-WM bekommt er frei, das hat sich Fienhage zusichern lassen. Sein Engagement mit Wittstock in der 2. Liga bleibt bestehen. Zudem steht Fienhage in Verhandlungen mit Klubs aus der schwedischen Speedway-Liga. Sein Plan für das neue Jahr: Dienstag und Mittwoch Rennen in Schweden, am Wochenende dann zweimal in Polen.

Gut möglich, dass sein Team um einen zweiten Mechaniker aufgestockt werden muss. „Ich warte erst mal ab, wie stressig es wird“, erklärt Fienhage, der möglichst viele Rennen fahren will – auch um Profit aus dem WM-Titel schlagen zu können. „Bislang war's in Sachen Sponsoring recht verhalten, aber es ist auch schwer wegen Corona“, so Fienhage.

Für Mitte, Ende Februar ist seine Rückkehr auf die Bahn geplant. Bis dahin ist Kraft- und Konditionstraining angesagt, um für 2021 fit zu sein. Die sechs Maschinen sind's bereits.


Langbahn 2021: Fakten und Termine

  • Langbahn-WM: Fünf Grand-Prix-Läufe sind geplant. Los geht's am 13. Mai in Herxheim, gefolgt vom zweiten Lauf in Mühldorf am 4. Juli. Weitere Stationen sind Marmande in Frankreich (13.7.) und Rzeszow in Polen (28.8.), ehe am 4. September das Finale in Morizes/Frankreich steigt.
  • 14 WM-Starter stehen fest: Top 7 der WM 2020: Lukas Fienhage, Kenneth Hansen (DEN), Zach Wajtknecht (GBR), Romano Hummel, Theo Pijper (beide NED) und James Shanes (GBR). Der WM-Dritte Mathieu Tresarrieu (FRA) verzichtet aus privaten Gründen (Hausbau) auf die Langbahn-WM 2021. Aus der Challenge 2020: Josef Franc, Hynek Stichauer (beide CZE), Max Dilger, Bernd Diener (beide GER). Permanente Wildcards: Jesse Mustonen (FIN), Thomas Jonasson (SWE), Martin Smolinski (GER), Chris Harris (GBR/für Tresarrieu).
  • Die „Grand Prix Challenge“ für die WM 2022 findet am 22. August in Scheeßel statt.
  • Den Zuschlag für die Team-WM erhielt Roden/Niederlande (26. September).
  • Das Rennen des AC Vechta steigt am 11. September.

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