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Mit dem Rücken zur Wand ins nächste Derby

In der Fußball-Landesliga steigt das nächste VEC-Duell: Der VfL Oythe erwartet Falke Steinfeld. Marcel Hesselmann und Lukas Themann sprechen bei OM-Online über den Erfolgsdruck.

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Volle Konzentration: Oythes Abwehrspieler Marcel Hesselmann im Derby bei GW Mühlen; im Hintergrund VfL-Keeper Lukas Katarius. Am Sonntag geht's gegen Falke Steinfeld. Foto: Wenzel

Volle Konzentration: Oythes Abwehrspieler Marcel Hesselmann im Derby bei GW Mühlen; im Hintergrund VfL-Keeper Lukas Katarius. Am Sonntag geht's gegen Falke Steinfeld. Foto: Wenzel

Es ist das dritte VEC-Derby binnen acht Tagen – und es steht einiges auf dem Spiel, da sind sich Marcel Hesselmann und Lukas Themann einig. „Die Lage ist ernst, sie ist kompliziert, das ist nicht von der Hand zu weisen“, sagt Hesselmann, der mit seinen Teamkollegen vom VfL Oythe auf dem vorletzten Platz der Staffel 2 in der Fußball-Landesliga steht. Nur sechs Punkte aus acht Spielen, die Lage ist in der Tat ernst.

Direkt vor Oythe ist Falke Steinfeld platziert, sechs der letzten sieben Spiele wurden verloren. „Die Tabelle lügt ja nicht. Ähnlich wie Oythe stehen wir auch unter Druck – weil wir Drittletzter sind und weil wir am Sonntag in Mühlen verloren haben“, sagt Themann, der mit seinen Falken am Sonntag um 15.00 Uhr in Oythe aufläuft. Es ist das erste Derby der Rückrunde.

Das Hinspiel hatte Falke mit 3:0 für sich entschieden. Ein Ergebnis, das auch beim Wiedersehen durchaus eine Rolle spielt. Denn: Sollte es gemeinsam in die Abstiegsrunde gehen, würde Falke bei einem neuerlichen Erfolg gegen den VfL sechs Punkte mitnehmen und Oythe keinen – eine Konstellation, die die Gastgeber am Sonntag unbedingt verhindern wollen.

Hesselmann: "Wir kommen da nur gemeinsam raus"

„Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Wir müssen die nächsten zwei Spiele gegen Steinfeld und Union Lohne gewinnen, das ist uns bewusst“, sagt Hesselmann. Der 27 Jahre alte Innenverteidiger aus Wildeshausen spielt bereits seit 2014 beim VfL Oythe und hat schon einige Durststrecken mitgemacht. Die aktuelle Phase – aus den letzten vier Spielen gab's nur einen Punkt (1:4, 1:5, 0:1, 2:2) – sei „schwer, aber nicht aussichtslos“, so Hesselmann. Und er ergänzt: „Wir kommen da nur gemeinsam raus.“

Der Abwehrspieler, der in den Spielzeiten 2015/16 bis 2017/18 sagenhafte 90 von 92 Landesliga-Partien über 90 Minuten absolviert hat, gehört zu den Leistungsträgern, die nun in der Krise vorangehen müssen. Das weiß er, das versucht er. Aber dass auch ansonsten so zuverlässige Führungsspieler nicht vor rabenschwarzen Tagen gefeit sind, hat er in dieser bislang so verkorksten VfL-Saison mit Corona, Verletzungspech und vergebenen Führungen wie zuletzt am Mittwoch in Mühlen auch schon erlebt – siehe Voxtrup und Holthausen. „Wenn du neun Tore in zwei Spielen bekommst, ist auch in der Abwehr einiges schief gelaufen“, gibt er selbstkritisch zu.

Lukas Themann fordert "100 Prozent"

Hesselmann, der derzeit an einem Forschungsinstitut in Bremen an seiner Doktorarbeit im Bereich Materialwissenschaften schreibt, sagt mit Blick auf das Steinfeld-Spiel: „Wir müssen es schaffen, mal eine gute Leistung über 90 Minuten abzurufen. Das haben wir in den letzten Spielen nicht geschafft, und das wurde uns zum Verhängnis.“

Wenn Lukas Themann auf das jüngste Derby in Mühlen (2:4) zurückblickt, kommt er ebenso wie Coach Artur Zimmermann maximal auf 20, 25 gute Minuten der Falken. „Mühlen wollte den Sieg mehr. Wir haben nicht 100 Prozent gegeben. Das darf nicht sein. Und so werden wir auch in Oythe nichts holen“, sagt der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler, der mit Ausnahme eines A-Jugend-Jahres bei RW Damme immer für Falke gespielt hat.

Leistungsträger bei Falke: Defensivspieler Lukas Themann. Foto: WenzelLeistungsträger bei Falke: Defensivspieler Lukas Themann. Foto: Wenzel

Themann, seit 2016 ein Fixpunkt im Falke-I-Team und als Sechser neben Andreas Zimmermann gesetzt („Andi und ich sind super eingespielt“), ist sehr gespannt, wo er am Sonntag auflaufen wird. Denn: In Steinfelds Viererkette, die in allen neun Saisonspielen aus Joshua Heyer, Julian Pille, Jan Schockemöhle und Halil Ablak bestand, gibt's Umbaubedarf – und das gleich doppelt, einmal innen, einmal außen. Linksverteidiger Ablak ist nach seiner Roten Karte in Mühlen nur Zuschauer, während Pille im Urlaub ist. Themann wäre ein Kandidat für die Pille-Position im Zentrum. „Louis Lahrmann könnte das aber auch“, sagt Themann.

Und links? Der aus der A-Jugend gekommene Johannes Kuhlmann hat seine Rotsperre aus seinem Kreispokal-Einsatz für Falke II abgesessen und könnte hinten rechts für Heyer spielen, wenn der auf die Ablak-Position wechseln würde. „Artur wird sich etwas einfallen lassen“, sagt Lukas Themann, der in Münster Mathe und Sport auf Lehramt studiert. Große taktische Überraschung erwartet er nicht. „Beide Teams kennen sich ja gut“, so Themann. Tipps von Papa Klaus, der im Frühjahr 2019 den VfL Oythe für eine halbe Oberliga-Saison nach dem Tod von Paul Jaschke trainiert hat, sind daher auch nicht nötig.

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