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Mit dem Ehering am Schnürsenkel zum Sieg

Der Profiboxer Roman Fress aus Garrel behält dank des Erfolgs gegen Luca D'Ortenzi den Intercontinental-Gürtel des Weltverbandes WBO. In Magdeburg musste er über die vollen zehn Runden gehen.

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Siegerpose: Roman Fress war dem Kampf erschöpft, aber glücklich. Foto: SES/P. Gerke

Siegerpose: Roman Fress war dem Kampf erschöpft, aber glücklich. Foto: SES/P. Gerke

Natürlich trägt Roman Fress den Ehering während seiner Kämpfe nicht am Finger. Bislang blieb das funkelnde Stück stets in der Kabine. Am vergangenen Wochenende war dies anders. Beim Duells gegen Luca D’Ortenzi aus Italien hatte der Profiboxer aus Garrel den Ring ganz nah bei sich. „Ich habe ihn mir an den Schnürsenkel meines rechtens Schuhs gebunden – als Glücksbringer“, sagt Fress. Ganz offensichtlich war das eine prima Idee. Denn: Der 27 Jahre alte Cruisergewichtler besiegte den Mann aus Rom in der Magdeburger Getec-Arena und verteidigte so seinen Intercontinental-Titel des Weltverbandes WBO.

Dass der Weg zum 14. Sieg im 14. Kampf ein äußerst hartes Stück Arbeit war, beweist das Urteil der Ringrichter. Alle drei Juroren sahen Roman Fress zwar als Sieger, die Punktverteilung war mit 95:94, 97:92, 97:92 aber denkbar knapp. „Luca war ein richtig guter Gegner, er hat meinen Respekt. Insgesamt gesehen hatte ich aber Vorteile. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich meinen Titel verteidigen konnte“, sagt Roman Fress.

Zunächst war der zweifache Familienvater der bessere Boxer und landete den einen oder anderen Treffer aus der Distanz. Nach und nach machte im Anschluss aber der extravagante Italiener – er trug einen hawaiianischen Hula-Rock über der Boxhose – mehr Druck und zwang Fress kurz vor dem Ende der vierten Runde sogar auf die Bretter. „Das lag aber eher daran, dass ich ausgerutscht war“, sagt der 1,91 Meter lange Hüne aus Kasachstan. Er wurde vom Ringrichter zwar kurz angezählt, stand aber sofort wieder. Im weiteren Verlauf des Titelkampfes wehrte sich der Herausforderer aus Italien zwar nach Kräften, Roman Fress hatte jedoch auch körperlich mehr zu bieten, war dominanter, punktete mit seiner linken Führungshand und gewann am Ende verdient.

Umkämpftes Duell: Roman Fress (rechts) lieferte sich mit dem Italiener Luca D’Ortenzi einen harten Schlagabtausch. Am Ende setzte er sich aber verdient durch. Foto: SESP. GerckeUmkämpftes Duell: Roman Fress (rechts) lieferte sich mit dem Italiener Luca D’Ortenzi einen harten Schlagabtausch. Am Ende setzte er sich aber verdient durch. Foto: SES/P. Gercke

Nach einer kleinen Party mit der Familie, Freunden und Fans erwartete Roman Fress eine sehr kurze Nacht. „Nach Kämpfen schlafe ich eigentlich nie besonders viel – diesmal waren es ungefähr zwei Stunden. Daher habe ich mir im Fernsehen den WM-Kampf im Schwergewicht zwischen Tyson Fury und Deontay Wilder angesehen.“ Morgens nach dem Frühstück machte sich Fress schließlich auf den Weg zurück zu seiner Familie nach Garrel, wo er sich in den kommenden zwei, drei Wochen erholen wird.

Ob Roman Fress in diesem Jahr noch ein weiteres Mal in den Ring steigen wird, steht noch nicht fest. „Fakt ist, dass ich durch den Sieg wieder einen Schritt nach vorne und auf mich aufmerksam gemacht habe. In der unabhängigen Weltrangliste bin ich zum Beispiel von Platz 54 auf 33 gesprungen.“

Wann auch immer das nächste Duell steigt, Fress wird seinen Ehering wieder an den Schnürsenkel binden und hoffen, dass er sich erneut als Glücksbringer erweist.

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