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„Marymarkt“ stoppte Lemmys Karriere nur kurz

In der Serie "Mein schönster Sportmoment" erinnert sich Torsten Landwehr an den Aufstieg der Handballer des TV Cloppenburg vor 21 Jahren. Damals schaffte das Team den Sprung in die Regionalliga.

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Lemmy in Aktion: Tempogegenstöße gehörten zum Repertoire des langjährigen Leistungsträgers beim TV Cloppenburg. Foto: Archiv

Lemmy in Aktion: Tempogegenstöße gehörten zum Repertoire des langjährigen Leistungsträgers beim TV Cloppenburg. Foto: Archiv

Diverse Jugendteams, zweite Mannschaft sowie über zehn Jahre fester Bestandteil der ersten Mannschaft: Torsten Landwehr hielt und hält seinem TV Cloppenburg seit Kindesbeinen an die Treue.

Im Alter von zehn Jahren begann „Lemmy“ als Fußballer bei Blau-Weiß Galgenmoor, entdeckte aber schon früh seine Leidenschaft für den Handballsport. „Mein Vater hat mich als kleiner Junge mit zu den Spielen in die TVC-Halle genommen und ich war begeistert.“ So stand für den heute 43-Jährigen bereits damals fest: „In einer vollen Halle mit so vielen Zuschauern willst du auch einmal spielen.“ Landwehrs Kindheitstraum sollte Realität werden.

Jürgen Toepler war der erste Coach, der Landwehr und Co. den Umgang mit dem Ball vermittelte. Der Leistungsgedanke geriet spätestens in der B- und A-Jugend in den Vordergrund. „In der Zeit war Bernd von Thülen unser Trainer und hat uns richtig geprägt. Etliche von uns, wie Christof Gardow oder Frank Steller, haben den Sprung in die erste Mannschaft geschafft.“

Torsten Landwehr. Foto: LangoschTorsten Landwehr. Foto: Langosch

Für Landwehr war beim Übergang in den Erwachsenenbereich aber zunächst unter Trainer Detlef Scheibel die zweite Mannschaft angesagt. Dabei hätte schon damals Lemmys Talent für das in der Oberliga spielende Team vermutlich ausgereicht. „Ich sollte an einem Montag bei der ersten Mannschaft mittrainieren, aber da war in Cloppenburg gerade Marymarkt.“ Der Montagmorgen auf dem Mariä-Geburtsmarkt genoss damals in der Cloppenburger Sportszene Kultstatus und war ein absoluter Pflichttermin. Dumm nur, dass am Abend Training angesagt war. Nach dem Genuss einiger Kaltgetränke machte sich Landwehr auf den Weg Richtung Schulstraße. „Ich konnte keinen Pass geradeaus werfen“, kann der Polizeibeamte heute über die „Jugendsünde“ lachen. Trainer Ulf Dunkerbeck legte dem Youngster nach den wenig erbaulichen Trainingseindrücken dann aber nahe, doch noch eine gewisse Zeit im Reserveteam zu verbringen.

Aufgeschoben, aber keineswegs aufgehoben. Trainer Andreas „Keke“ Roßberg holte Landwehr 1997 in den Kader der ersten Mannschaft. Kurz darauf bereits der für Landwehr in der Rückbetrachtung größte sportliche Erfolg. Der TV Cloppenburg beendete die Saison 1999/2000 als Tabellenzweiter der Oberliga und qualifizierte sich für die Dreier-Aufstiegsrunde zur Regionalliga. SV Alfeld und PSV Aschersleben hießen die TVC-Gegner. Am ersten Spieltag kam Alfeld gegen Aschersleben zu einem 33:31-Erfolg, Cloppenburg gewann danach in Aschersleben 26:23. Folglich musste das Heimspiel gegen Alfeld die Entscheidung bringen. Cloppenburg reichte auf Grund der um einen Treffer besseren Tordifferenz ein Remis und Landwehr und Co. gelang die Punktlandung.

20:20 lautete am 28. Mai 2000 das Schlussresultat, das den TVC mit vier Landwehr Toren in die Regionalliga hievte. „Vier oder fünf Sekunden vor Schluss hatte Alfeld den Ball, der Wurf ging aber zum Glück übers Tor“, erinnert sich Landwehr. „Dieses Spiel werde ich nicht vergessen. Mit 750 Zuschauern war die Halle rappelvoll. Nach dem Abpfiff herrschte eine wahnsinnige Stimmung.“

"In der zweiten Mannschaft spiele ich heute noch."Torsten Landwehr

Das Abenteuer Regionalliga dauerte indes nur eine Saison, doch auch nach dem Abstieg blieb Lemmy dabei. Bis 2007 zählte er zu den Leistungsträgern des Oberligateams, bevor sich im Alter von 30 Jahren wegen zunehmender Knieprobleme das Thema höherklassiger Handball erledigt hatte.

Ganz ohne Handball, das kam und kommt für Landwehr indes nicht in Frage. Trainerstationen bei den Höltinghauser Frauen sowie als Co- oder Cheftrainer bei Cloppenburgs Männern schlossen sich an. Und auch aufs Torewerfen mag er nicht völlig verzichten. „In der zweiten Mannschaft spiele ich heute noch, weil es einfach noch immer Spaß macht.“

Zwar nicht mehr vor 750 Zuschauern, dafür aber mit reichlich Verständnis bei Trainer und Mitspielern für das ein oder andere Kaltgetränk Natürlich erst nach dem Spiel...

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