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Luca Vodde: Vom A-Jugend-Talent zur Leistungsträgerin

Die Dinklagerin gehört zu den Stützen beim Handball-Drittligisten SFN Vechta. Am Samstag steht der Rückrundenstart in Owschlag an.

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Mit Tempo in die Abwehrlücke: Das ist Luca Voddes Spezialität. Foto: Gabi Müller

Mit Tempo in die Abwehrlücke: Das ist Luca Voddes Spezialität. Foto: Gabi Müller

Der Weg zur Party-Location war nicht weit für die Handballerinnen von SFN Vechta. Nach dem 27:18 (12:9)-Coup beim BV Garrel stieg die kleine Mannschaftsfeier ganz in der Nähe. „Wir haben alle bei Svenja Ruhöfer geschlafen. Die wohnt ja in Garrel“, berichtete Kapitän Luca Vodde. Die Stimmung soll dem Vernehmen nach überragend gewesen sein.

Der Überraschungssieg in Garrel bildete für SFN den Abschluss der Vorrunde in der 3. Liga Staffel A. Mit dem Auswärtsspiel bei der HG Owschlag/ Kropp/Tetenhusen in Schleswig-Holstein beendet Vechta nun am Samstag (17.30 Uhr/Busabfahrt 10.30 Uhr, ZOB/2G-plus) das Kalenderjahr 2021 – und startet zugleich in die Rückrunde.

SFN geht mit drei Punkten Vorsprung auf die ersten drei Abstiegsrundenplätze (7 bis 9) in die zweite Saisonhälfte. Und genau dort, auf Rang 9, liegt auch der nächste Gegner „O-K-T“. „Das ist ein extrem wichtiges Spiel“, sagt SFN-Trainer Kai Freese: „Mit einem Sieg können wir uns vom siebten Platz ein bisschen entfernen. Bei einer Niederlage holen wir Owschlag quasi wieder mit in die Verlosung hinein.“ Das Hinspiel gewann Vechta mit 27:25 (14:16), ohne dabei zu überzeugen.

Luca Vodde hat die meisten Feldtore in der Staffel A erzielt

Auch Luca Vodde mahnt bei aller Freude über den Sieg in Garrel: „Das nächste Spiel ist fast noch wichtiger.“ Ihre Hinrundenbilanz fällt gemischt aus. „Wir stehen nicht schlecht da, aber es hätte auch besser laufen können“, findet sie: „Wir sind in der Lage, jeden Gegner zu schlagen, aber wir brauchen mehr Konstanz. Gerade die drei Unentschieden waren ärgerlich. Vor allem, weil es nur am Torabschluss lag.“

Beim Kampf um den Klassenerhalt kommt der 23-Jährigen eine Schlüsselrolle zu. In den bisherigen elf Saisonspielen erzielte Luca Vodde 69 Feldtore – mehr als jede andere Spielerin in der Staffel A, auch mehr als das Buchholzer Erstliga-Talent Jule Meisner (Henstedt-Ulzburg/41 Feldtore und 21 Siebenmeter).

Kai Freese erkannte das Talent der Dinklagerin früh und holte sie schon 2016 als A-Jugendliche vom TV Dinklage per Doppelspielrecht in seinen Drittliga-Kader. Schnell wurde sie zur Leistungsträgerin, heute ist sie Kapitänin und aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken. „Luca hat einen Riesensprung gemacht, aber sie hat noch viel Potenzial“, sagt Kai Freese. Potenzial, das auch anderen höherklassigen Vereinen nicht verborgen bleiben dürfte.

„Der VfL Oldenburg hat schon öfter mal angefragt“, verrät Luca Vodde. Das liegt nahe, da die Dinklagerin in Oldenburg studiert (Sonderpädagogik, Mathe, Sport) und auch lebt. Sie wohnt in einer Dreier-WG, unter anderem mit der früheren Dinklager Handballerin Ruth Kampers (SG Friedrichsfehn). Im Juli 2022 will sie ihre Masterarbeit abgeben. Thema ist ein Förderprojekt in einem Kindergarten.

Mit dem Handballspielen begann Luca Vodde schon „mit drei oder vier Jahren“, als ihre Mutter Annette, die damals beim TV Dinklage die Minis betreute, sie mit in die Halle nahm. Auch ihre Brüder Noah (26) und Elias (21) waren talentierte Handballer. Elias entschied sich irgendwann für den Fußball und spielt heute mit dem TV Dinklage in der Landesliga. Auch ihr Freund Johann von Lehmden ist Fußballer – er ist bei BW Lohne II in der Bezirksliga unterwegs.

Die 23-Jährige hat keine Lust auf die 2. Liga

Wer sieht, mit welcher Dynamik Luca Vodde Lücken in gegnerische Abwehrreihen reißt, der ahnt, dass ihr Talent auch für die 2. Liga reichen würde. Doch Luca Vodde winkt ab. „Der Sprung ist noch mal riesengroß“, sagt sie: „Und sobald man in den höheren Bereich kommt, heißt das auch, dass man noch mehr Zeit für den Handball opfern muss.“

Und das will sie nicht. Luca Vodde möchte weiterhin Zeit haben für die anderen Dinge, die ihr Spaß machen. Lesen, mit Freunden unterwegs sein. Oder andere Sportarten wie Spikeball ausprobieren, ein Ballspiel mit einem Trampolin in der Mitte. „Und ich gehe auch gerne feiern“, gibt Luca Vodde zu. Am liebsten natürlich nach Siegen.

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