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Lohnes "Pferdelunge" Rilind Neziri will es auch gegen Celle wissen

Der BWL-Fußballer spielte früher lange mit Milot Rashica im Kosovo zusammen. Der 26-Jährige konzentriert sich aber ganz auf die Oberliga. Und er sagt, was ihm in Lohne besonders gefällt.

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Ein guter Zweikämpfer: Der Lohner Rilind Neziri (links). Foto: Schikora

Ein guter Zweikämpfer: Der Lohner Rilind Neziri (links). Foto: Schikora

BW Lohne bestreitet an diesem Sonntag sein Hinserienfinale. Der Fußball-Oberligist empfängt ab 15.00 Uhr im Heinz-Dettmer-Stadion Eintracht Celle. Dass BWL den sechsten Sieg landen will, ist für Rilind Neziri eigentlich eine klare Geschichte. Der Linksfuß, der in allen acht Partien plus Pokalspiel in der Startelf stand und vor allem durch seine großen läuferischen Fähigkeiten überzeugte, sagt: „Im letzten Jahr haben wir 6:3 gewonnen. Sicher haben sie jetzt eine andere Mannschaft. Aber wenn wir das abrufen, was wir können, bin ich überzeugt davon, dass wir auch gewinnen.“

In diesem Fall würde BW Lohne mindestens als Tabellenzweiter der Staffel Weser-Ems/Lüneburg eine Woche später in die Rückrunde starten. Abgerechnet wird am 5. Dezember; dann steht fest, welche Teams in die Auf- und Abstiegsrunde gehen und wie viele Punkte sie jeweils mitnehmen. Das alles ist Rilind Neziri im Moment aber viel zu weit weg. Er schaut lieber auf den nächsten Gegner, nicht mal auf den übernächsten, obwohl es TB Uphusen ist, einer seiner ehemaligen Vereine.

Der Außenbahnspieler, der in Lohne sofort zur festen Größe geworden ist, kam im August 2020 vom Regionalligisten BSV Rehden. Trainer Henning Rießelmann, der die „Pferdelunge“ seines Schützlings hervorhebt, hatte Neziri schon früher holen wollen, doch er war in Rehden noch gebunden. Der Kosovare, der 1995 im schleswig-holsteinischen Wedel direkt vor den Toren Hamburgs geboren wurde, schlug auf Anhieb ein; sein Stammplatz stand nie in Frage. Der Trainer pushe und fordere ihn dabei oft, bemerkt Neziri.

Ehemaliger Weggefährte: Milot Rashica (rechts), hier für Norwich City gegen Thomas Partey vom FC Arsenal im Ensatz. Foto: dpaDerryEhemaliger Weggefährte: Milot Rashica (rechts), hier für Norwich City gegen Thomas Partey vom FC Arsenal im Ensatz. Foto: dpa/Derry

Der 26-jährige freut sich, dass er fit und gesund ist, und betont, dass er dafür auch außerhalb der Trainingszeiten viel tut. Dennoch möchte er sich vor allem in punkto Effektivität noch verbessern. „Zwei Tore und zwei Assists in neun Pflichtspielen, da könnte noch mehr kommen“, sagt Rilind Neziri, der im Team nur „Lindi“ gerufen wird.

Das Team – hier fühlt er sich nach eigenen Worten „super wohl“. In der Mannschaft gebe es „gute Jungs“, sie habe insgesamt einen „top Charakter“, das spüre man immer wieder. Auch wenn er zu Anfang nur wenige Spieler persönlich gekannt habe, sei er sofort voll integriert gewesen. Persönlich hätten ihn besonders die Aufstiegsambitionen der Lohner gereizt: „Das hat mich überzeugt.“ Und wenn man dieses Ziel verfolge, „dann braucht man daraus auch kein Geheimnis machen“, findet Rilind Neziri, der zwar die kosovarische Staatsbürgerschaft besitzt, der aber die Frage, ob man ihn als „Hamburger Jung“ bezeichnen kann, schmunzelnd beantwortet: „Ja, kann man machen.“ Obwohl er in Wedel erst mal nur seine Kindheit verbracht hat. Seine Eltern hatten dort 1993 vor dem Ausbruch des Kosovo-Krieges eine neue Heimat gefunden.

Doch Rilind musste als Sechsjähriger mit der Familie nach Ende des Krieges fort in den Kosovo – in eine für ihn neue Welt. „Das war schwer für mich“, schaut er zurück. Er wurde eingeschult, fing mit Fußball an und schaute zu Hause deutsches Fernsehen. Das hat ihm sehr geholfen. „Sprache öffnet Türen“, sagt Neziri, der neben Albanisch auch Deutsch und Englisch beherrscht. Er spielte im Kosovo im U-19- und U-21-Nationalteam und in der 1. Liga, sechs Jahre an der Seite von Milot Rashica. Zu dem ehemaligen Profi von Werder Bremen, der jetzt bei Norwich City in der Premier League spielt, hat er immer noch Kontakt.

Von Bremen nach Lohne - und ein Job in Dinklage

Natürlich hatte auch Rilind Neziri den Traum, Fußballprofi zu werden. Mit 19 Jahren, inzwischen Sport-Student im Kosovo, ließ er Vater, Mutter und Schwester in der Hauptstadt Pristina zurück und ging wieder nach Deutschland. „Auch das war schwer“, sagt Neziri. Er machte seinen Weg, spielte zwischendurch auch mal wieder im Kosovo. Seit Anfang dieses Jahres arbeitet der inzwischen von Bremen nach Lohne gezogene Fußballer in Dinklage bei Rießelmann Baustoffe, der Firma von Henning Rießelmanns Bruder, und fühlt sich auch dort gut aufgehoben. Die Familie im Kosovo besucht er zweimal im Jahr, das ist wichtig für ihn.

Eine Profi-Karriere wie sein ein Jahr jüngerer Kumpel Milot Rashica hat er nicht gemacht, dennoch ist er mit sich zufrieden. Für BW Lohne will er weiter am Optimum arbeiten. Erst mal gegen Eintracht Celle.

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