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Lohner Talent steht vor Länderspiel-Debüt

Nachwuchshandballer Theo Teuteberg hat den Sprung in den Kader der deutschen U-16-Nationalmannschaft geschafft. Das ist vor ihm noch keinem männlichen Handballer aus dem Kreis Vechta gelungen.

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Er macht das mit links: Theo Teuteberg, hier bei einem Auswahlturnier in Fulda. Foto: Marx

Er macht das mit links: Theo Teuteberg, hier bei einem Auswahlturnier in Fulda. Foto: Marx

Als die Mail vom Deutschen Handballbund (DHB) eintraf, konnte Theo Teuteberg erst gar nicht glauben, was er da las. „Ich habe mich natürlich riesig gefreut, aber ich war schon sehr überrascht. Ich hatte nicht damit gerechnet“, erzählt der 16-Jährige. Jetzt aber hatte es der Lohner schwarz auf weiß: Der Linkshänder aus der B-Jugend des TV Bissendorf-Holte ist eines von 16 Talenten aus ganz Deutschland, die vom DHB in den Kader der U-16-Nationalmannschaft berufen wurden – und die jetzt vor ihrem Länderspiel-Debüt stehen.

Vom 5. bis zum 10. Oktober absolviert Theo Teuteberg mit dem DHB-Nachwuchs einen Lehrgang im Sportzentrum Kienbaum östlich von Berlin – inklusive zweier Testspiele in Polen. Neben Luis Rodriguez vom TSV Burgdorf ist der Lohner der einzige Niedersachse im Kader. Und er ist der erste männliche Handballer überhaupt aus dem Kreis Vechta, der je den Sprung in den Bundeskader geschafft hat.

Seit Mai 2017 ist der Elftklässler des Lohner Gymnasiums bereits für die Auswahl des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) aktiv. Bei einem Sichtungsturnier in Kienbaum überzeugte er dann die Trainer des DHB – das war unmittelbar vor der Corona-Pause. Die 36 besten Talente aus ganz Deutschland lud der DHB dann Ende August erneut nach Kienbaum ein, diesmal für eine ganze Woche. Und auch hier überzeugte Theo Teuteberg die Experten.

Im Visier der Talentscouts: Theo Teuteberg aus Lohne. Foto: MiliusIm Visier der Talentscouts: Theo Teuteberg aus Lohne. Foto: Milius

Dabei hatte ihm DHB-Talentcoach Carsten Klavehn, der den Kader zusammen mit Nachwuchs-Bundestrainer Jochen Beppler betreut, während des Lehrgangs zunächst kaum Hoffnungen auf eine Nominierung gemacht. Doch danach zeigte der Lohner, was er kann. Nun gehört er bis zum 31. August 2021 dem Nachwuchskader 2 (Jahrgänge 2004 und 2005) an.

Jetzt steigt langsam die Anspannung. „Ich muss mir noch einmal die Nationalhymne angucken“, sagt der 16-Jährige schmunzelnd. Noch sei er da nicht ganz so textsicher. „Ich denke schon, dass ich nervös sein werde“, sagt er. Doch dass er möglicherweise bald im Nationaltrikot auflaufen darf, habe er „noch gar nicht richtig realisiert. Jetzt habe ich erst mal nur den Lehrgang in Kienbaum im Kopf.“

Teuteberg lernte das Handballspielen bei seinem Heimatverein BW Lohne

Schon mit vier Jahren fing Theo Teuteberg mit dem Handballspielen an. Damals noch bei seinem Heimatverein BW Lohne. Über den TV Dinklage und die HSG Barnstorf wechselte er vor zwei Jahren zum TV Bissendorf-Holte, im männlichen Nachwuchsbereich eine der besten Adressen in der Region. Hier trainiert er dreimal die Woche. Hinzu kommen Laufen und Krafttraining. „Ich komme ungefähr auf siebenmal Sport die Woche“, berichtet er. Mit der Bissendorfer B-Jugend spielt er in dieser Saison in der Vorrunde zur Oberliga – in dieser Altersklasse die höchste Liga, die es gibt.

Sein Landesstützpunkt- und Vereinstrainer Stephen Milius ist voll des Lobes für den Lohner: „Theo ist ein hochtalentierter Spieler und auch noch Linkshänder – davon gibt's ja nicht so viele“, sagt der Coach: „Für sein Alter bringt er eine Wahnsinns-Dynamik und -Schnelligkeit mit, auch Spielwitz und Athletik. Und er ist ein super ehrgeiziger Typ, der aber den Spaß am Sport überhaupt nicht verloren hat. Es macht Spaß, ihm zuzugucken.“

Theo Teuteberg selbst sieht seine Stärken im Spiel eins-gegen-eins, in der Schnelligkeit und im Zusammenspiel mit dem Kreis. „Aber in der Abwehrarbeit habe ich noch sehr viel Luft nach oben“, sagt er. Auch größenmäßig würde der 16-Jährige gerne noch etwas zulegen. Mit seinen 1,81 Metern (bei gut 80 Kilo) ist er für die Position Rückraum rechts derzeit eher klein. Doch laut medizinischer Prognose wächst er noch: 1,88 Meter, „plus-minus einen Zentimeter“, so die Vorhersage der Ärzte.

Handball-Internat? Ganz vom Tisch ist das Thema noch nicht

Sein Talent hat sich mittlerweile herumgesprochen. Nach der DHB-Sichtung erhielt Theo Teuteberg Anfragen von Handball-Internaten aus Hannover, Leipzig, Magdeburg, Potsdam und Minden. Auch der TuS Nettelstedt klopfte an. In Hannover absolvierte der Lohner eine Probewoche und entschied sich dann dagegen. Gerne hätte er sich auch Leipzig angeschaut – doch dann kam Corona.

Ganz vom Tisch ist das Thema Handball-Internat noch nicht. „Kienbaum ist jetzt die zweite Woche, die ich komplett in der Schule fehle“, sagt Theo: „Das merkt man schon.“

Doch der Abschied von seiner Familie würde ihm auch schwer fallen. Neben seiner kleinen Schwester Fee (13), die beim TVD ebenfalls Handball spielt, hat Theo noch drei ältere Geschwister – Amelie (19), Anton (20) und Anthea (29). Ein Wechsel ins Internat würde bedeuten, dass er sie und seine Eltern nur noch selten sieht. Manchmal zwingt einen das eigene Talent zu schwierigen Entscheidungen.

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