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Lohner Handball-Talent feiert sein Länderspieldebüt

Theo Teuteberg hat seine ersten beiden Spiele für die deutsche U-17-Nationalmannschaft absolviert. Seine Bilanz: ein Tor und eine blutige Nase.

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Premiere im Nationaltrikot: Theo Teuteberg (Mitte) und seine Teamkollegen betreten das Spielfeld in Rostock. Foto: Johannes Weber

Premiere im Nationaltrikot: Theo Teuteberg (Mitte) und seine Teamkollegen betreten das Spielfeld in Rostock. Foto: Johannes Weber

Auf der Tribüne der Rostocker Sporthalle Marienehe verloren sich nur einige wenige Betreuer und Organisatoren. Eine spärliche Kulisse für ein Länderspiel – coronabedingt. Und doch: Spätestens als sich die Mannschaften nebeneinander aufstellten und die Nationalhymnen gespielt wurden, erst die französische, dann die deutsche, wurde auch dem Letzten in der Halle klar, dass dies eben doch kein Spiel wie jedes andere war.

Vor allem 12 junge Handballtalente aus ganz Deutschland werden diese Tage im Juni 2021 vermutlich ihr Leben lang in Erinnerung behalten. Im Rahmen des Deutsch-Französischen Jugendwerks absolvierten sie in der vergangenen Woche gegen die Gäste aus Frankreich ihre ersten beiden Länderspiele im Trikot der U-17-Nationalmannschaft – einer von ihnen ist der Lohner Theo Teuteberg. Zweimal war sein Länderspieldebüt Ende vergangenen Jahres coronabedingt geplatzt. Im dritten Anlauf hat es nun mit der Premiere geklappt. Sowohl beim 31:31 (16:12)-Remis am vergangenen Mittwoch als auch drei Tage später beim 41:28 (17:12)-Erfolg der deutschen Mannschaft kam der Linkshänder auf Rechtsaußen zum Einsatz. Beide Spiele wurden bei Sportdeutschland.tv live übertragen.

„Es war schon sehr cool“, erzählt Theo Teuteberg im Rückblick auf die Woche in Rostock, wo U 18/U 19-Nationaltrainer Erik Wudtke und sein Co-Trainer Alexander Koke die Talente der Jahrgänge 2004 und 2005 zu einem einwöchigen Lehrgang zusammengezogen hatten. Besonders die Begleitumstände waren beeindruckend für die jungen Talente. „Die Hymnen natürlich, und auch, dass man gegen ein anderes Land spielt. Wenn die Gegner sich angefeuert haben, hat man nichts verstanden, immer nur 'allez, allez'“, berichtet der Lohner.

Gänsehautmomente: Die deutsche (links) und die französische Mannschaft bei den Hymnen. Theo Teuteberg ist der 7. von links. Foto: Johannes WeberGänsehautmomente: Die deutsche (links) und die französische Mannschaft bei den Hymnen. Theo Teuteberg ist der 7. von links. Foto: Johannes Weber

Für ihn war die Partie am Mittwoch nicht nur das erste Länderspiel seines Lebens und das erste überhaupt für einen Handballer aus dem Kreis Vechta. „Es war auch mein erstes Handballspiel seit März 2020“, berichtet Theo Teuteberg mit Blick auf die Corona-Pause.

Um so mehr freute es ihn, dass es sportlich ganz gut lief. Im ersten Duell kam er in der zweiten Halbzeit zum Einsatz – und warf gleich sein erstes Länderspieltor. „Ich sollte eigentlich einen Kempa-Trick für einen Mitspieler auflegen, aber dann hatte ich plötzlich so einen großen Winkel, dass ich selber werfen musste, und habe den Ball unten rechts reingeworfen.“ Viel Zeit, darüber nachzudenken, blieb ihm nicht. „Ich bin sofort zu meinem Mitspieler gelaufen und habe ihm erklärt, warum ich geworfen hatte. Deshalb habe ich das Tor gar nicht richtig wahrgenommen“, erzählt er. Ansonsten sei nicht ganz so viel über seine rechte Seite gelaufen. „Und in der Abwehr hatte ich einige gute und ein paar ausbaufähige Aktionen.“

Im zweiten Duell funktionierte die deutsche 3-2-1-Deckung wesentlich besser. Theo Teuteberg durfte diesmal die erste Halbzeit spielen, unterbrochen von einer kleinen Verletzungspause. Bei einer Abwehraktion prallte er mit einem Gegenspieler zusammen und holte sich eine blutige Nase. „Ich hätte gerne noch einen Wurf gehabt, aber wir haben gewonnen, das war das Wichtigste.“

Den Wechsel nach Minden hat er nicht bereut

Zum Programm des Deutsch-Französischen Jugendwerks gehörte auch ein gemeinsamer Kulturtag. „Der Donnerstag war der Regenerationstag. Da sind wir zusammen mit den Franzosen nach Schwerin gefahren“, berichtet Theo Teuteberg. Ihre Nationaltrikots und die Trainingsanzüge mussten die jungen Nationalspieler nach dem Lehrgang wieder abgeben. „Aber wir haben auch Polo- und Trainings-Shirts bekommen. Die durften wir behalten.“

Jetzt geht es für den 17-Jährigen zurück in seine neue Wahlheimat Minden. Seit Februar trainiert Theo Teuteberg, der vorher für den TV Bissendorf-Holte aktiv war, beim Nachwuchs des Bundesligisten GWD Minden und besucht das Besselgymnasium, eine Sportschule, die eng mit GWD kooperiert. Nach Monaten des Homeschoolings ist er mittlerweile nach Minden gezogen und hat auch seine Mitschüler kennengelernt. Derzeit wohnt er noch im Hotel, in den Sommerferien wird er dann in eine Handball-WG ziehen. Die Vorbereitung auf die neue Saison in der A-Jugend-Bundesliga beginnt im August. Doch schon jetzt trainiert Theo Teuteberg sieben Mal pro Woche. Ihm gefällt's. „Die Mitspieler sind total nett. Der Wechsel war auf jeden Fall die richtige Entscheidung.“

Für die deutsche U 17 ist jetzt erst mal Sommerpause. Anschließend wird aus den Jahrgängen 2004 und 2005 die neue U 18 gebildet. Ob Theo Teuteberg dann wieder dabei ist, weiß er nicht. Fest steht: Er wird alles dafür tun. Die ersten beiden Länderspiele kann ihm jedenfalls niemand mehr nehmen.

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