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Lohner Frust: Wieder Vollgas, aber wieder kein Sieg

Der Regionalliga-Aufsteiger bekommt die Abgezocktheit von Drochtersen/Assel zu spüren und verliert mit 1:2.

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Lohner Frust gegen Drochtersen: Aaron Goldmann und Co. Foto: Wenzel

Lohner Frust gegen Drochtersen: Aaron Goldmann und Co. Foto: Wenzel

Als Aaron Goldmann nach seiner Auswechslung in der 88. Minute an der Lohner Bank angekommen war, musste erst mal der Frust raus. „So eine Scheiße“, brüllte der Offensivspieler von BW Lohne und schlug mit der Hand gegen eine Werbetafel. Erneut hatte der Aufsteiger in die Fußball-Regionalliga Nord einen riesigen Aufwand betrieben, aber der erste Sieg in der 4. Liga blieb BWL abermals verwehrt. Mehr noch: Lohne zog am Freitagabend gegen den SV Drochtersen/Assel mit 1:2 (0:1) den Kürzeren. Nach dem 2:3 gegen Phönix Lübeck und dem 1:2 gegen Werder Bremen II war's bereits die dritte Niederlage mit einem Tor Differenz.

Lohnes Trainer Henning Rießelmann sprach direkt nach dem Schlusspfiff von einer „sehr unglücklichen Niederlage“ und sagte noch: „Wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt. So ist Fußball: Am Ende zählt das Ergebnis. Für die Jungs ist es echt bitter, dass wir uns für den riesigen Aufwand wieder nicht belohnt haben.“ Er könne seiner Mannschaft „eigentlich keinen Vorwurf machen“, sagte Rießelmann: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht und ein leidenschaftliches Spiel abgeliefert.“

In der Tat. BWL agierte im Vollgas-Modus, lief den Gegner im 4-4-2-System extrem früh an und wusste auch spielerisch zu überzeugen. Zur blau-weißen Wahrheit gehört aber auch, dass sich die Gastgeber drei Patzer erlaubten, die am Ende über Sieg oder Niederlage entschieden.

Drei Patzer und ihre Folgen

Der erste Fauxpas: Malte Wengerowski verschätzte sich bei einem langen Pass und verlängerte den Ball so unglücklich mit dem Kopf, dass Marcel Sobotta auf der linken Außenbahn freie Bahn hatte – seinen Querpass verwertete Jan-Miklas Steffens zum 1:0 (28.) für die Gäste aus dem Kreis Stade, die zumindest bis Samstag auf Platz zwei vorrückten.

Patzer Nummer zwei: Lohnes Allrounder Kai Westerhoff, diesmal Linksverteidiger in der Viererkette, scheiterte in der 35. Minute mit einem Handelfmeter an Keeper Patrick Siefkes – die riesige Chance zum 1:1 blieb also ungenutzt.

Und Fehler Nummer drei: Malte Beermann verlor im Mittelfeld den Ball an Nico von der Reith, der dann mit einem feinen Pass das 2:0 von Sobotta einleitete (51.).

„Drochtersen schießt zweimal aufs Tor, und beide sind drin. Das ist diese Abgezocktheit, die uns im Moment Punkte kostet. Das 0:2 fällt viel zu früh, das war sehr trocken, sehr brutal für uns“, haderte Rießelmann und schickte noch hinterher: „Die drei, vier Chancen, die wir hatten, haben wir nicht reingemacht.“

Neben dem Elfmeter gab es noch gute BWL-Möglichkeiten für Rilind Neziri (23., aus 16 m), Aaron Goldmann (29.), Sandro Heskamp (37., Ecke auf den kurzen Pfosten) und Bennet van den Berg (58.). Lohne hatte das Messer zwischen den Zähnen, agierte aber nicht cool genug.

Gäste-Coach Frithjof Hansen, mit seinen 26 Jahren der jüngste Trainer der Nord-Staffel, habe nach dem Spiel im Vier-Augen-Gespräch eingeräumt, dass sein Team „mehr Glück als Verstand“ gehabt habe, so der BWL-Coach später. Wieder gab's reichlich Komplimente für den Aufsteiger, aber nichts Zählbares.

In der Schlussphase, in der Marek Janssen sehr spät und mit einem feinen Heber zum 1:2 traf (90.+3), hätte Rießelmann noch gerne einen weiteren Handelfmeter gehabt, den gab's jedoch nicht. „Es ist viel gegen uns gelaufen“, sagte Rießelmann: „Uns fehlt aktuell das Match-Glück.“

In diesem Zusammenhang muss aber auch festgehalten werden, dass Drochtersen/Assel in der Endphase der flotten Partie vergeblich auf einen Foulelfmeter-Pfiff wartete. Die Gäste spielten zudem drei, vier Überzahl-Konter nicht sauber aus, was Hansen fast verzweifeln ließ und BW Lohne im Spiel hielt.

„Wir haben wieder alles reingeworfen und eine gute Haltung eingenommen“, bilanzierte Rießelmann: „Das ist halt ein Lernprozess in dieser Liga. Wir bleiben ganz bei uns. Ich bin mir sicher, dass wir bald Punkte holen werden.“ Die nächste Chance dazu gibt's am Mittwoch im vierten Heimspiel gegen Atlas Delmenhorst. Dann wollen Goldmann und Co. endlich jubeln.

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