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Löchrige Defense: Rasta erneut chancenlos

Viel Zeit zum Ärgern haben Vechtas Basketballer nicht: Am Dienstag um 20.30 Uhr steigt das Spiel um Platz neun gegen die Crailsheim Merlins.

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Rein ins Getümmel: Rastas Vorzeigekämpfer Max DiLeo (Mitte) tankt sich durch und wird von den Bambergern Christian Sengfelder (links) und Assem Marei attackiert. Fotos: nordphoto / Becker

Rein ins Getümmel: Rastas Vorzeigekämpfer Max DiLeo (Mitte) tankt sich durch und wird von den Bambergern Christian Sengfelder (links) und Assem Marei attackiert. Fotos: nordphoto / Becker

Trevis Simpson war fix und fertig, als er am Montagabend in den Pressekonferenzraum im Leonardo Royal Hotel in München kam. Der Topscorer von Rasta Vechta hatte alles aus seinem Körper rausgeholt, über 36 Minuten lang, der Tank war leer. Und als Roel Moors, der belgische Trainer von Brose Bamberg, sein Statement zum Spiel beendet hatte, nahm der Amerikaner am Tisch Platz. Er ließ sich förmlich in den Stuhl fallen und atmete tief durch. „Oh man, das war schwer heute. Ein taffes Spiel für uns“, war das Erste, was Simpson sagte. Ja, es war schwer – und die Mühen mal wieder erfolglos.

Simpson und Co. haben beim Finalturnier der Basketball-Bundesliga den Einzug ins Viertelfinale verpasst. Nach den Niederlagen gegen Ludwigsburg (76:81), Frankfurt (59:63) und Pokalsieger Alba Berlin (72:102) verlor Rasta am Montag auch das vierte Spiel in der Gruppe B. Gegen den früheren Serienmeister Brose Bamberg, der wie alle anderen Gegner auch personell viel besser aufgestellt war, verlor das Rumpfteam von Coach Pedro Calles mit 82:100 (40:58).

Kapitän Josh Young musste erneut pausieren

Rasta Vechta, vor der Corona-Zwangspause und dem Abbruch der Hauptrunde Sechster, ist also nur Zuschauer, wenn ab Mittwoch im Viertelfinale die Post abgeht. Für den arg gebeutelten Außenseiter, der in München nach den Abgängen von Steve Vasturia, Jordan Davis und Kamari Murphy (alle Verträge aufgelöst) sowie Zabian Dowdell und Justin Raffington (beide aus persönlichen Gründen) auch noch zweimal auf seinen verletzten Kapitän Josh Young verzichten musste, geht's aber noch nicht nach Hause. Der Bus gen Norden setzt sich erst am Mittwoch um 9.30 Uhr in Bewegung.

"Wenn ich sage, was ich über das Spiel denke, dann ist meine Karriere als Trainer zu Ende. Ich bin erst zwei Jahre Trainer und möchte es gerne noch länger sein."Rastas Coach Pedro Calles über das Spiel um Platz neun

Vorher, genauer gesagt am Dienstag um 20.30 Uhr, muss Rasta noch mal im Spiel um Platz neun ran. Gegner sind die Crailsheim Merlins, die mit einem ähnlichen Aderlass zu kämpfen, in Gruppe A viermal verloren und letztmals am Freitagabend gespielt haben. Eine Partie ohne großen Vorlauf für Rasta. Eine Partie, von der Calles nichts hält. „Wenn ich sage, was ich über das Spiel denke, dann ist meine Karriere als Trainer zu Ende. Ich bin erst zwei Jahre Trainer und möchte es noch gerne länger sein“, sagte er während der Pressekonferenz.

Sein Kommentar zum letzten Gruppenspiel: „Bamberg war besser.“ Drei Worte, ein Satz, alles gesagt. Später ergänzte Calles dann: „Die Umstände sind halt schwierig. Es ist, wie es ist.“ Ein bisschen Frust schwingt mit, die Chancenlosigkeit im Audi-Dome zerrt am ehrgeizigen Trainer, dem beim Re-Start nach 13 Wochen BBL-Pause schlichtweg die Hände gebunden waren. Dass die Defense, für Calles die Basis für alles, erneut große Mängel aufwies und wie schon gegen Berlin in der ersten Halbzeit 58 Punkte zuließ, kommentierte der Coach ganz offen so: „Wir können es nicht besser.“

Kritische Worte gab's auch von Simpson: „Wenn man wieder 100 Punkte kassiert, hat man keine Chance. Wir sind hierher gekommen, um in jedem Spiel alles zu geben. Wir wollten Rasta gut repräsentieren. Man muss leider sagen, dass uns das nicht gut genug gelungen ist.“ Er selbst zeigte am Montag erneut seine Scoring-Qualitäten; er machte 28 Punkte, erhöhte seinen Schnitt beim Finalturnier auf 21,5 und ist damit die Nummer eins nach der Vorrunde in München.

Philipp Herkenhoff, der angesichts der Abwesenheit von Kamari Murphy und der Formschwäche von Michael Kessens erneut auf der Center-Position spielte, sagte: „Der kleine Kader darf keine Ausrede sein. Wir haben in keinem Spiel das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben es nie geschafft, 40 Minuten lang unseren Basketball zu spielen.“ Man habe nicht das Energie-Level gebracht, was nötig sei, um zu gewinnen, so Herkenhoff. Er machte zehn Punkte und war zusammen mit Jaroslaw Zyskowski drittbester Scorer nach Simpson und Aufbauspieler Matic Rebec (16), der auch endlich seinen ersten Freiwurf traf (zuvor 0/8).

Tipps vom Coach: Pedro Calles mit Philipp Herkenhoff. Foto: nordphoto  BeckerTipps vom Coach: Pedro Calles mit Philipp Herkenhoff. Foto: nordphoto / Becker

Wie schon gegen Alba lief Rasta auch gegen physisch klar stärkere Bamberger nur hinterher, es gab erneut keinen ausgeglichenen Spielstand, geschweige denn eine eigene Führung. Beim 65:75 keimte noch mal Hoffnung auf einen Sieg und das Viertelfinal-Ticket auf – aber nur kurz, denn beim 65:87 gab's den größten Rückstand der Partie.

Nun also folgt das Spiel um Platz neun. „Dass wir in 24 Stunden schon wieder spielen, ist halt so. Die Pille müssen wir schlucken und kämpfen“, so Simpson. Und Herkenhoff ergänzte: „Es geht darum, sich gut zu verabschieden. Das ist unser Ziel.“ Zum verkorksten Abschluss der Vorrunde passte, dass der geplante Barbecue-Abend im Hotel wegen des miesen Wetters in München (Regen, Wind) ausfiel. Für den müden Simpson die Chance, früher ins Bett zu gehen.


Spiel um Platz neun

  • Di. 20.30 Uhr: Crailsheim Merlins - Rasta Vechta

Viertelfinale, Hinspiele

  • Mi. 16.30 Uhr: Skyliners Frankfurt - Ulm
  • Mi. 20.30 Uhr: Bayern München - Ludwigsburg
  • Do. 16.30 Uhr: BG Göttingen - Alba Berlin
  • Do. 20.30 Uhr: Brose Bamberg - Baskets Oldenburg


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