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Liedmanns Dreierpack lässt Aufsteiger Holdorf jubeln

Der Landesligist feierte mit dem 3:1-Sieg gegen den WSC Frisia Wilhelmshaven einen Auftakt nach Maß. Und hatte nach dem Abpfiff noch einen Auftrag zu erledigen.

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Entscheidung in Holdorf: Lukas Liedmann (links) und Steffen Schönhöft feiern das 3:1. Foto: Wenzel

Entscheidung in Holdorf: Lukas Liedmann (links) und Steffen Schönhöft feiern das 3:1. Foto: Wenzel

Als sie ihren Teamkreis zwischen Strafraum und Mittellinie beendet hatten, gab's für die Fußballer des SV Holdorf noch einen letzten Auftrag. „Wir woll'n die Mannschaft sehen“, skandierte die kleine Fanschar auf der Tribüne im Hans-Böckmann-Sportpark. Die Crew um Matchwinner Lukas Liedmann und Kapitän Steven Bentka ließ sich nicht zweimal bitten und marschierte ebenso stolz wie erschöpft in Richtung Anhang. Im Schatten des Tribünendaches wartete das erste Kaltgetränk – und das hatten sich die Holdorfer redlich verdient. Der Aufsteiger in die Landesliga hat seine ersten drei Punkte eingefahren, der HSV behielt am Sonntagnachmittag beim Saisonstart gegen WSC Frisia Wilhelmshaven mit 3:1 (1:0) die Oberhand – und das hochverdient.

„Wenn Wille und Einsatz stimmen, dann kann man einiges erreichen – und das war heute der Fall“, freute sich Holdorfs Co-Trainer Niklas Stöver, der in Abwesenheit des privat verhinderten Cheftrainers Jan Kreymborg das Kommando hatte und nach den ersten 90 Minuten im Weser-Ems-Oberhaus festhielt: „Das war eine tolle Leistung der Jungs. Wir haben es geschafft, die Euphorie des Aufstiegs mitzunehmen. Wir freuen uns sehr, dass wir so schnell in der Landesliga angekommen sind.“

Vor allem die erste Halbzeit von Holdorf war beeindruckend. Die Gastgeber waren mutig und bissig, zielstrebig und gut sortiert. Und im Angriff gab's gleich sieben (!) Möglichkeiten für den Bezirksliga-Meister der Vorsaison. Andrej Homer, Neuzugang von BW Lohne, scheiterte zweimal an WSC-Keeper Sascha Theil (11./41.) und zog einmal nach starkem Solo knapp drüber (34.). Bentka (13.) und Thomas Mikulskij (33.) zirkelten indes zwei Ecken auf die Latte, während der stramme 22-m-Schuss von Steffen Schönhöft nur ganz knapp am Pfosten vorbeirauschte (30). Fehlt noch Aktion Nummer sieben – und die hatte das 1:0 zur Folge. Nach einem Lattenschuss von Homer war Liedmann per Kopfball-Abstauber zur Stelle (36.).

Die Gäste laufen siebenmal ins Abseits

Und die Gäste? Sie liefen nur hinterher – und gleich siebenmal ins Abseits, was die Frisia-Bank auf die Palme brachte. Sven Glöckner, der neue Trainer der Gäste, sagte später mit Blick auf die erste Halbzeit: „Wir waren überhaupt nicht im Spiel. Wir haben alles vermissen lassen. Holdorf hat uns den Schneid abgekauft. Das wollten wir verhindern, aber es ist passiert.“

Direkt nach Wiederanpfiff ärgerte sich Glöckner über den zweiten „krassen individuellen Fehler“ seiner Mannschaft. Nach einem starken Pass von Schönhöft hatte Torjäger Liedmann freie Bahn und erhöhte nach einem 40-m-Sprint mit Ball eiskalt zum 2:0 (47.). Glöckner, der zu diesem Zeitpunkt bereits dreimal gewechselt hatte, schüttelte nur fassungslos den Kopf.

Liedmann macht in der Nachspielzeit den Deckel drauf

Aus dem Nichts ließ Holdorf dann das Comeback der Wilhelmshavener zu. Der Defensivverbund der Gastgeber bekam einmal keinen Zugriff, was Devin Isik mit dem Anschlusstreffer bestrafte (55.). Plötzlich war's wieder eine enge Partie, die mit sieben Gelben Karten (3:4) auch eine gewisse Brisanz hatte. Holdorf wackelte kurz und war nicht mehr so gefährlich, behielt aber die Ordnung. Stöver freute sich: „Wir sind nicht eingebrochen. Dass wir diese Phase ausgehalten haben, war top.“ Marco Soares hätte für Klarheit sorgen können, er verpasste aber das 3:1 (73.). Auf der Gegenseite zeigte HSV-Keeper Robin Mehring eine Doppelparade gegen Brian Behrens (88.) – ansonsten hatte Wilhelmshaven nichts zu bieten. Die letzten Zweifel am Holdorfer Sieg räumte dann Liedmann aus, der in der Nachspielzeit seinen Dreierpack komplettierte (90.+5).

„Holdorf hat nicht unverdient gewonnen“, meinte Glöckner. Dass er die doppelte Verneinung wählte, schmeichelte eher seinem Team. Holdorf dürfte es völlig schnuppe sein.

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