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Lichtblick im Heimatsport

Die Fußballerinnen der 1. C von Blau-Weiß Lohne laufen in sieben Wochen von Lohne nach Barcelona und erfreuen sich an abwechslungsreichen Aufgaben.

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Daumen hoch: Die Spielerinnen Jule Werring (l.) und Maike Espelage. Foto: Werring

Daumen hoch: Die Spielerinnen Jule Werring (l.) und Maike Espelage. Foto: Werring

Angesichts der trostlosen Allgemeinsituation und der seinerzeit noch halbwegs realistischen Hoffnung auf gemeinsamen Outdoor-Freizeitsport ab Mitte Februar, startete die 1. C-Juniorinnen Fußballmannschaft von Blau-Weiß Lohne pünktlich mit Beginn des neuen Jahres in ihre Saisonvorbereitung. Hierzu richtete der Trainer Christoph Kreyenborg in einer Laufapp eine Gruppe ein, in der die Spielerinnen ihre Laufleistungen messen, ihre Ergebnisse vergleichen und sich gegenseitig anfeuern können.

Große Sehnsucht nach Sport

Gleichzeitig versorgte er sie mit ersten Laufaufgaben sowie einem eigens zusammengestellten Workout aus acht grundlegenden Übungen. Bei der Aktion ging es weniger um den Leistungsaspekt, als darum, den Spielerinnen nach der bis dahin schon sehr langen fußballfreien Zeit ein sportliches Angebot zu machen. Hatte er auch durch seine eigene Erfahrung eine Ahnung, wie groß die Sehnsucht nach Sport, geregelten Aufgaben neben dem Homeschooling sowie der Gemeinschaft der Mannschaft sein könnte, so war er von der Resonanz schlicht überwältigt: In den ersten vier Wochen des Januars beteiligten sich 20 Spielerinnen sowie beide Trainer und absolvierten jede Woche zwei Läufe entsprechend der Aufgabenstellungen.

Individuelle Aufgabenstellungen

Diese gab es immer samstagabends nach der Auswertung der Woche und wurden relativ individuell für die kommende Woche angepasst. Mal ging es um die Steigerung der Distanz, dann um die Laufdauer oder später fußballspezifischer um Intervallläufe. Dabei war schön zu sehen, wie motiviert und eigenverantwortlich die Mädchen waren: Einerseits wurden vielfach die gesetzten Anforderungen übertroffen, andererseits auch verantwortungsbewusst Überforderungen zurückgemeldet. Allein in diesen ersten Wochen gab es Leistungssteigerungen von bis zu 2,7 Meter Distanz, 15 Minuten Ausdauer oder 90 Sekunden Schnelligkeit pro Kilometer. Durch die Sponsoren m&s Haustechnik, Kreis Bedachungen sowie dem Förderverein 1894 war die Mannschaft für jedes Wetter gerüstet.

Gelaufen wird bei jedem Wetter

Gelaufen wurde bei Sonnenschein, Nieselregen, Starkregen, Hagel, Sturm, Schneetreiben, auf Fahrradwegen, Wald- und Feldwegen, durch Matsch und über Schnee, von morgens bis abends und sogar mit Stirnlampen. In diesen ersten vier Wochen kamen 953 Laufkilometer zusammen. Dies ist umso erstaunlicher, da sich Ballsportler in der Regel ungern ohne ihr Sportgerät bewegen.
Mittlerweile hatte sich die ursprüngliche Hoffnung auf einen Start Mitte Februar pulverisiert und die Aktiven haben eine Verlängerung des Lockdowns inklusive Sportverbot auf öffentlichen Sportstätten bis mindestens 7. März vor sich.

Aktueller Stand: 1.722 Kilometer

Aber bei einem aktuellen Stand von 1.722 Kilometern, allein 162 Kilometer davon in der Schneewoche, sowie ungebrochener Motivation mit mittlerweile Laufstrecken über zehn Kilometern lässt sich das Team gemäß einem Zitat von Oliver Kahn: "Weiter, weiter, immer weiter" weder von den Witterungsbedingungen noch von Corona oder dem Lockdown den Spaß am Sport und der Gemeinschaft sowie die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr auf den Platz sowie die Fortführung der Saison vermiesen.

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