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Lea Meyer und ihr bislang größtes Rennen

Die Leichtathletin des VfL Löningen startet in der Nacht zum Sonntag bei den Olympischen Spielen in Tokio über 3000 Meter Hindernis. Es gibt drei Vorläufe, für die 45 Starterinnen gemeldet haben.

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Gelingt der ganz große Satz? Lea Meyer vom VfL Löningen startet am Sonntag (von 2.40 Uhr an, MESZ) bei den Olympischen Spielen im Vorlauf über 3000 Meter Hindernis. In drei Rennen ermitteln 45 Starterinnen 15 Finalistinnen. Foto: Beautiful Sports/Axel Kohring

Gelingt der ganz große Satz? Lea Meyer vom VfL Löningen startet am Sonntag (von 2.40 Uhr an, MESZ) bei den Olympischen Spielen im Vorlauf über 3000 Meter Hindernis. In drei Rennen ermitteln 45 Starterinnen 15 Finalistinnen. Foto: Beautiful Sports/Axel Kohring

In der Nacht zum Sonntag nach mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) wird es für Lea Meyer ernst. Dann geht es für die Leichtathletin des VfL Löningen bei den Olympischen Spielen in Japans Hauptstadt Tokio in den Vorlauf über die 3000 Meter Hindernis.

Die 23-Jährige hatte erst kurz vor Nominierungsschluss die Olympianorm des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) geknackt. 9:30 Minuten hätte Lea Meyer laufen müssen, mit einer Bestzeit von rund 9:54 Minuten war sie in das Jahr 2021 gegangen. Es sollte aber eine Leistungsexplosion folgen. Beim Pfingstsportfest in Rehlingen drückte sie ihren eigenen Rekord auf 9:37,88 Minuten, wenige Wochen später holte sie bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig in 9:41,02 Minuten die Silbermedaille. Damit „kratzte“ sie schon an der Norm, eine Woche nach den „Deutschen“ knackte Lea Meyer im südfranzösischen Nizza die geforderte Marke. Mit einer Zeit von 9:29,26 Minuten holte sie sich ihr Olympiaticket.


Fakten:

  • Die Vorläufe über 3000 Meter Hindernis der Frauen beginnen in der Nacht zum Sonntag um 2.40 Uhr (MESZ), das entspricht 9.40 Uhr Ortszeit in Tokio.
  • Es gibt drei Vorläufe, für die 45 Starterinnen gemeldet haben. 15 von ihnen ziehen is Finale ein.
  • Der Endlauf findet am Mittwoch (4. August) in der Abendsession der Leichtathletikwettbewerbe statt. Um 20 Uhr Ortszeit (13 Uhr MESZ) fällt der Startschuss.
  • Neben Lea Meyer gehen vom DLV Elena Burkhard (LG farbtex Nordschwarzwald) und Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) an den Start. Krause gilt mit ihrer Bestzeit von 9:03,30 Minuten als Medaillenkandidatin
  • Die Topfavoritinnen sind Weltrekordhalterin Beatrice Chepkoech (Kenia, 8:44,32 min), die 2019 in 8:57,84 min Weltmeisterin wurde, die äthiopische Meisterin Mekides Abebe und die US-Amerikanerin Emma Coburn, die vor fünf Jahren in Rio Bronze geholt hatte. In Tokio nicht dabei ist Norah Jeruto, mit 9:00,67 min die aktuell Weltjahresbeste.

Am 21. Juli flog Lea Meyer nach Japan. Nach der Landung in Tokio ging es sofort weiter ins etwa 1000 Kilometer entfernte Miyazaki, dort bezogen die Leichtathleten und Leichtathletinnen im Team Deutschland zunächst Quartier. Dort fanden die DLV-Delegation beste Trainingsbedingungen vor.

Lea Meyer ist erst am vergangenen Mittwoch ins Olympische Dorf in Tokio umgezogen und bereitet sich „vor Ort“ auf ihr Olympiadebüt vor. Henning von Papen, Meyers Trainer in Köln, wo die 23-Jährige auf Lehramt studiert, sieht seinen Schützling gewappnet: „Die Bedingungen in Miyazaki waren sehr gut. Lea hat sich in Japan prima eingelebt. Sie ist guter Dinge und mental gut drauf. Allein schon die Tatsache, dass sie die Qualifikation für Tokio geschafft hat, ist eine Leistung. Die Norm von 9:30 Minuten war eine hohe Hürde, die hat sie gemeistert.“

"Auf dem Papier hat Lea keine Chance auf den Endlauf. Aber vielleicht eröffnet sich ihr die Chance."Henning von Papen, Meyers Trainer in Köln

Der erfahrene Coach weiß aber, dass das Finale, das am kommenden Mittwoch (4. August) ausgetragen wird, schwer zu erreichen ist. „Auf dem Papier hat Lea keine Chance“, meint von Papen. „Aber wer weiß? Vielleicht eröffnet sich ihr ja die Chance. Lea kommt mit Hitze gut zurecht und hat Stärken im Endspurt. Das könnte ihr in einem taktisch geprägten Rennen zugutekommen.“ 45 Starterinnen sind gemeldet, in drei Vorläufen werden die 15 Finalistinnen ermittelt. „Ich gehe mal davon aus, dass die jeweils vier Erstplatzierten in jedem Vorlauf direkt weiterkommen und dann noch die drei weiteren Zeitschnellsten ins Finale einziehen“, sagt von Papen.

Der Coach hofft, dass Lea Meyer im bislang größten Lauf ihrer Karriere ihr Potenzial ausschöpft: „Ich würde ihr wünschen, dass sie ein Rennen erwischt, in dem ein gleichmäßiges Tempo gelaufen wird, das auf eine Zeit von etwa 9:30 Minuten hinausläuft. Wenn sie konzentriert bleibt und an ihren persönlichen Rekord herankommt oder ihn vielleicht sogar verbessert, dann kann sie Tokio erhobenen Hauptes verlassen, auch, wenn sie den Endlauf verpasst. Dann darf sie nicht enttäuscht sein. Lea ist noch jung und ihr Start bei den Olympischen Spielen ist ein weiterer Schritt in dem Lernprozess, den sie noch durchläuft.“

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