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Lea Meyer: „Olympia rückt für mich in engeren Fokus“

Löninger Leichtathletin über ihren Start bei der Hallen-Europameisterschaft und die weiteren Ziele in diesem Jahr

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Hat noch viel vor: Lea Meyer konzentriert sich nach dem Start bei der Hallen-Europameisterschaft auf eine Sommersaison mit einigen Höhepunkten. Foto: Benjamin Heller

Hat noch viel vor: Lea Meyer konzentriert sich nach dem Start bei der Hallen-Europameisterschaft auf eine Sommersaison mit einigen Höhepunkten. Foto: Benjamin Heller

Mit einer Nacht Abstand sah die Welt für Lea Meyer schon wieder freundlicher aus. Am Donnerstagabend hingegen hatte der Frust bei der Läuferin des VfL Löningen noch deutlich überwogen. Bei der Hallen-Europameisterschaft im polnischen Toruń hatte die 23-Jährige in ihrem Vorlauf über 3000 Meter als Siebte den Einzug ins Finale verpasst.

Eigentlich war die Löningerin als Neunte ins Ziel gekommen, aber zwei der Topläuferinnen wurden disqualifiziert. Sowohl die Slowenin Maruša Mišmaš-Zrimsek als auch die Niederländerin Jip Vastenburg hatten regelwidrig ihre Bahn verlassen. Mišmaš-Zrimsek hatte den Lauf eigentlich gewonnen, Vastenburg gehörte zu den ersten vier, die sich direkt qualifizierten. Beide Athletinnen hatten zum Kreis der Medaillenanwärterinnen gezählt. „Die beiden hatte ich für den Titel ganz oben auf meinem Zettel“, sagt Meyer. Im Nachhinein wurde damit die Britin Verity Ockenden (8:52,60 Minuten) zur Siegerin erklärt, vor ihrer Landsfrau Amelia Quirk (8:53,21 Minuten), der Ungarin Viktória Wagner-Gyürkes (8:55,72 Minuten) und Lucia Rodriguez (Spanien/ 8: 56,71 Minuten).

Die Analyse ihres eigenen Rennens förderte für die Löningerin ein paar Fehler zutage, „Ich hätte mutiger starten sollen. Aber ich habe mich zu Beginn zurückgenommen anstatt einfach loszurennen. So bin ich in viele Positionskämpfe verstrickt worden, bin dann ausgewichen und auf der zweiten und dritten Bahn rumgeturnt. Das hat mich in der Situation einfach überfordert.“ So wurde ihr Lauf ziemlich unrhythmisch, zumal sich auch das rechte Wohlgefühl nicht einstellte. „Ich bin nie richtig ins Rennen reingekommen“, meint Meyer. „Außerdem haben sich meine Beine nicht frisch angefühlt. Das habe ich schon nach 400 Metern gemerkt. Und mein Finish war einer EM eigentlich nicht würdig.“

Meyers elbstkritische Analyse: „Ich hätte mutiger starten sollen"

Dennoch gelang der Studentin mit 9:05,13 Minuten eine passable Zeit. Vor knapp zwei Wochen hatte Lea Meyer bei den „Deutschen“ in Dortmund 9:00,05 Minuten erzielt und ihre bis dahin gültige persönliche Bestleistung um mehr als 20 Sekunden verbessert. „Rein von der Zeit her war der Auftritt in Ordnung. Hätte mir jemand vor ein paar Wochen eine 9:05 angeboten, hätte ich sofort angenommen. Ich hatte aber den Eindruck, als sei ich bei 9:30 Minuten gelandet.“

Trotz der Enttäuschung, den Endlauf nicht erreicht zu haben, nimmt Lea Meyer viel Positives aus Toruń mit: „Ich habe wichtige Erfahrungen gesammelt. Aus meinen Fehlern kann ich viel lernen. Und am Ende ist es besser, dass ich die Fehler jetzt gemacht habe als im Sommer.“

Denn Lea Meyer hat große Pläne: „Olympia rückt für mich in den engeren Fokus, Tokio ist definitiv mein Ziel“, sagt die Löningerin. Vom 23. Juli bis 8. August sollen die im vergangenen Jahr ausgefallenen Spiele in der japanischen Hauptstadt nachgeholt werden. Und bis dahin will sich Meyer einen Platz für das Rennen über 3000 Meter Hindernis ergattern. Dafür wird die Zeit fast schon knapp. Nach Toruń steht für sie eine Woche Pause an, dann geht es mit Volldampf weiter, zunächst mit einem Trainingslager. Wo das sein wird, steht allerdings noch nicht fest.

Die Norm für die Spiele in Japan liegt bei 9:30 Minuten

Die Olympianorm des Deutschen Leichtathletikverbandes liegt bei 9:30 Minuten und damit mehr als 24 Sekunden über Meyers persönlicher Bestleistung. „Die Norm werde ich direkt kaum schaffen“, hat Lea Meyer einen durchaus realistischen Blick auf den Stand der Dinge. „Also konzentriere ich mich darauf, es über das Word Ranking zu schaffen.“Dafür müsste sie, glaubt die Löningerin, eine Zeit von 9:40 bis 9:45 Minuten liefern.

Um dort hinzukommen, muss sie sich also sputen. „Die Saison beginnt unglaublich früh“, meint Meyer, die zügig auf Topniveau kommen muss, um die nötigen Punkte zu sammeln. Der erste Härtetest wartet am Wochenende 8./9. Mai beim Läufermeeting Pliezhausen, südlich von Stuttgart gelegen. Außerdem sind die Deutschen Meisterschaften in Braunschweig am 5. und 6. Juni eine wichtige Wegmarke auf Lea Meyers „Road to Tokyo“.

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