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Lea Meyer liebäugelt mit einer Medaille

Am Wochenende stehen in Braunschweig die Deutschen Meisterschaften in der Leichtathletik an. Dabei sind auch drei Läuferinnen aus Cloppenburg und einer aus Damme.

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Ab aufs Treppchen? Die Löningerin Lea Meyer (Nr. 391) darf sich bei den Deutschen Meisterschaften über 300 Meter Hindernis Medaillenchancen ausrechnen. Foto: Langosch

Ab aufs Treppchen? Die Löningerin Lea Meyer (Nr. 391) darf sich bei den Deutschen Meisterschaften über 300 Meter Hindernis Medaillenchancen ausrechnen. Foto: Langosch

Am Samstag und Sonntag gehen in Braunschweig die Deutschen Meisterschaften in der Leichtathletik über die Bühne. Die umfangreichen Hygienemaßnahmen wegen der Corona-Pandemie stellen Organisatoren und Sportler zwar vor große Herausforderungen, aber in erster Linie sind die Athletinnen und Athleten froh, dass die Titelkämpfe überhaupt ausgetragen werden. Mit Lea Meyer (3000 Meter Hindernis) und Xenia Krebs (800 Meter) sind zwei Läuferinnen vom VfL Löningen dabei, außerdem geht mit Sprinterin Talea Prepens vom TV Cloppenburg (100 und 200 Meter) eine dritte CLP-Vertreterin an den Start. Ergänzt wird das Trio von dem Dammer Läufer Viktor Kuk, der über 1500 Meter antreten wird.

Lange Zeit waren die Mittel- und Langstrecken außen vor. So qualifizierten sich in dieser bisher recht kurzen Wettkampfsaison von gerade einmal sechs Wochen mit Lea Meyer und Xenia Krebs zwei VfL-Läuferinnen für die Titelkämpfe. Ausschlaggebend war nicht wie in den Jahren zuvor eine Qualifikationsnorm, sondern diesmal gab es ein Ranking, das für die Disziplinen nur eine reduzierte Zahl von Teilnehmern zuließ.

Über 3000 m Hindernis wird Lea Meyer an den Start gehen. Für sie war die Qualifikation schon früh klar. Mit iherer Bestzeit von 9:54,84 Minuten liegt sie auf Platz vier des Rankings. Hier dürfen maximal zwölf Läuferinnen am Samstagnachmittag (17.15 Uhr) starten. Favoritin ist sicherlich die WM-Dritte Gesa Felicitas Krause. Sie gewann seit 2015 jeweils den DM-Titel. Lea Meyer zählt durchaus zu dem fünfköpfigen Kreis der Medaillenanwärtinnen. „Das wäre nicht unrealistisch“, meint Armin Beyer vom VfL Löningen. „Auch mit der zu erwartenden Hitze sollte sie umgehen können. 2017 in Bydgoczsz, als sie bei der EM der U20 Sechste wurde, waren es weit über 30 Grad.“

Xenia Krebs startet am Samstagmittag

Xenia Krebs startet am Samstagmittag in den Vorläufen über 800 m. Diese beginnen um 12.35 Uhr. Mit 2:09,83 Minuten qualifizierte sie sich auf den letzten Drücker für die DM. Lange musste sie zittern, um im Ranking zu den Top 21 zu zählen. Für die U20-Athletin ist es ein wichtiger Test im Hinblick auf ihren Saionhöhepunkt bei den Deutschen Jugendmeisterschaften vom 4. bis 6. September in Heilbronn. Ziel ist eine Steigerung ihrer persönlichen Bestzeit. „Es müsste schon super laufen, um das Finale zu erreichen, aber ganz unrealistisch ist es nicht“, sagt Beyer. Die Hürde ist hoch: Aus den drei Vorläufen kommen nur die jeweils beiden Ersten weiter. Das Achterfeld für das Finale komplettieren die folgenden zwei Zeitschnellsten.

Über die Sprintstrecken von 100 und 200 Metern geht Talea Prepens vom TV Cloppenburg an den Start. Los geht es am Samstagabend (von 18.10 Uhr an) mit den Vorläufen über die kürzere Distanz. „Die Chancen auf den Finaleinzug, gerade über die 100 Meter, sind aber gering“, findet Trainer Harald Prepens zu den Aussichten seiner Tochter. Die 18-Jährige selbst spürt zwar schon ein „Bauchkribbeln“, geht aber die Rennen relativ gelassen an: „Ich versuche, an meine Bestleistungen heranzukommen, dann werde ich sehen, wofür es reicht. Es muss schon alles passen, damit ich einen Endlauf erreiche. Die Chancen stehen aber über 200 Meter besser. Die Hitze, die vorhergesagt wird, ist zwar nicht mein Lieblingswetter, aber das lasse ich auf mich zukommen.“ Die Titelkämpfe in Braunschweig sind für sie indes mehr eine Standortbestimmung für die Deutschen U-20-Meisterschaften in Heilbronn.

Am Samstag ist das 100-Meterfinale für 19.40 Uhr angesetzt. 22 Läuferinnen haben gemeldet. Über 200 Meter (18 Meldungen) beginnt die Qualifikation am Sonntag um 12.50 Uhr, der Endlauf findet am Abend um 18.35 Uhr statt.

Viktor Kuk peilt das Finale über 1500 Meter an

Auch für den Dammer Läufer Viktor Kuk ist die diesjährige Meisterschaft mit Blick auf die coronabedingten Hygienemaßnahmen eine neue Herausforderung. Er geht bei dem Event über 1500 Meter an den Start. Kuk, der bei der LG Braunschweig beheimatet ist, steht somit vor einem Heimspiel. „Natürlich bin ich da dabei“, sagt er. Am Samstag um 13.50 Uhr beginnen die beiden Halbfinal-Läufe, das Finale steigt am Sonntag um 17.10 Uhr.

In Braunschweig über 1500 Meter dabei: Viktor Kuk aus Damme. Foto: GörlitzIn Braunschweig über 1500 Meter dabei: Viktor Kuk aus Damme. Foto: Görlitz

Für Viktor Kuk ist es der erste richtige und wichtige Wettkampf in diesem Jahr. Er sagt dazu: „Irgendwie kann man das gar nicht richtig ernst nehmen.“ Dennoch sei er auf jeden Fall schon angespannt. Und auch wenn er sich erst seit Mai in der Vorbereitung befindet und nur zu einem Lauf nach Regensburg gefahren ist, gibt sich Kuk optimistisch: „Ich bin zuversichtlich, dass ich ins Finale kommen kann.“ Das ist auch das erklärte Ziel der 30-Jährigen. Bei der letzten Auflage 2019 schaffte Kuk es in den Endlauf, stürzte aber dann unglücklich und schied aus. „Das will ich in diesem Jahr vermeiden“, sagt er. Die Corona-Krise habe ihn ein wenig aus der Bahn geworfen: „Ende März war ich gut in Form, und dann kam die Pandemie.“ Die Qualifikation für die DM gelang Kuk bereits im August 2019 beim EAA Area Permit-Meeting in Schifflange (Luxemburg) mit einer Zeit von 3:44,48 Minuten.

Das Durchführungs- und Hygienekonzept des DLV sieht in Braunschweig strenge Regeln vor: bei Stadionzutritt eine Temperaturmessung der Teilnehmer, die Abgabe eines Gesundheitsfragebogens und ein Mund- und Nasenschutz, der abseits der Wettkampfphasen zu tragen ist. Außerdem werden sich keine Zuschauer im Stadion befinden, maximal 999 Personen inklusive Betreuer und Ordner sind aufenthaltsberechtigt. Für insgesamt 34 Entscheidungen sind 477 Sportler gemeldet. Die Abend-Sessions der deutschen Meisterschaft werden jeweils ab 17.10 Uhr live in der ARD (Sa.) und im ZDF (So.) übertragen. Einige Wettkämpfe der heimischen Starter dürften somit sehr wahrscheinlich im Fernsehen zu sehen sein.

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