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„Lasst die Kinder einfach nur mal kicken“

Über die Spielform Funino haben sich die Jugendleiter der Fußballvereine sowie einige Jugendtrainer bei einer Fortbildung in Lastrup informiert.

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Theorie und Praxis: Yul Weigand vom FC St. Pauli zeigte verschiedene Übungen für die Spielform Funino.	Foto: Hermes

Theorie und Praxis: Yul Weigand vom FC St. Pauli zeigte verschiedene Übungen für die Spielform Funino. Foto: Hermes

Referent Yul Weigand vom FC St. Pauli stellte den Minifußball und die Vereinsabteilung „Rabauken“ vor. Weigand forderte die Trainer auf, im Bereich der G-, F- und E-Jugend nicht zu sehr ins Spiel einzugreifen: „Lasst die Kinder einfach nur mal kicken.“ Ansonsten bilde man Fußballer aus, die nur nach Kommandos spielen und keine eigenen Entscheidungen mehr auf dem Platz treffen können. Mit dem Setzen von Regeln in Trainingsformen erreiche man eher sein Ziel.

Weigand sieht zudem die klassische Form eines Ligensystems im unteren Jugendbereich kritisch. Der FC St. Pauli hat sich deshalb auch bis zur U9 vom Spielbetrieb abgemeldet. „In diesem Bereich führen wir jetzt Spieltage durch“, so der Funino-Koordinator für den Breitensport. In einer Turnierform wird mit mehreren Teams gegeneinander gespielt, es gibt keine Siegerehrung.

Mit der neuen Spielform beziehe man alle Spieler mit ein, nicht nur die Besten. Beim drei gegen drei oder fünf gegen fünf auf vier Tore sei jeder gefordert und habe viele Ballaktionen. Wie Weigand erklärte, würden in dem bisherigen System die Älteren und Besseren stark bevorzugt, der Rest falle hinten rüber und wende sich irgendwann vom Fußball ab. „Es gibt eine Ungleichbehandlung im Kinderfußball.“

Entgegenwirken könne man mit verschiedenen Maßnahmen. Unter anderem müsse die Mannschaftsstärke mit drei bis fünf Spielern möglich sein. Zudem sollen an einem Spieltag möglichst viele Spielfelder angeboten werden, um allen Kindern genügend Spielanteile zu verschaffen. Im Anschluss an den Theorieteil zeigte Weigand verschieden Möglichkeiten und Trainingsvarianten von Funino.

Karl-Heinz Deeken, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses bedankte sich für die Einheit. Er sieht in Funino eine große Chance für die Zukunft des Jugendfußballs. „Die Trainer und Erwachsenen müssen sich aber zurücknehmen. Es geht um die Kinder“, so Deeken. Zudem zog er ein positives Fazit der Hallenrunde. Im nächsten Jahr sollen unter anderem Spieltage für die G-Jugend angeboten werden.

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