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Längster Lehrgang findet (noch) kein Ende

Im Fußballkreis Cloppenburg warten 32 Teilnehmer des Trainer-C-Lizenz-Lehrgangs seit mehreren Monaten auf ihren Prüfungstermin. Die 120 Unterrichtsstunden haben sie absolviert.

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Maske statt Ball: Die Absolventen des Fußballtrainer-C-Lizenz-Lehrgangs müssen noch auf ihre Abschlussprüfungen warten. Foto: Hermes

Maske statt Ball: Die Absolventen des Fußballtrainer-C-Lizenz-Lehrgangs müssen noch auf ihre Abschlussprüfungen warten. Foto: Hermes

Beste Voraussetzungen gab es, als sich am 22. Oktober 2019 knapp
40 Interessierte im Sportlerheim des SV Bethen versammelten und Informationen über einen Fußball-Trainerlehrgang des NFV-Kreises Cloppenburg erhalten wollten. Lehrwart Christian Albers hatte die wesentlichsten Punkte zusammengetragen und in Abstimmung mit den Teilnehmern direkt die Planungen in Angriff nehmen können: Lehrgangsbeginn am 29. November 2019, insgesamt sechs Wochenenden bis Ende Februar 2020 und schließlich die praktischen Lehrproben am 7. März 2020. Soweit der Plan.

Für die Besucher des Infoabends war klar: Innerhalb von etwas mehr als drei Monaten kann der Lehrgang erfolgreich abgeschlossen und die Trainer-C-Lizenz erworben werden. In den folgenden Wochen meldeten sich 32 Personen zum Lehrgang an. 120 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis mussten absolviert sowie zwei Klausuren geschrieben werden, bevor die Zulassung für die praktische Lehrprobe Anfang März erteilt werden konnte. Und tatsächlich: Alle
32 Teilnehmer durften sich den 7. März als Termin ihrer Abschlussprüfung notieren.

Für diesen Tag hatte sich Marek Wanik als offizieller NFV-Sportlehrer angekündigt, um die Prüfungen abzunehmen. Zahlreiche E-, D- und C-Junioren-Teams waren geladen, um die Prüfungen als Demogruppen zu begleiten. Allerdings spielte das Wetter nicht mit. So musste Christian Albers den Prüfungstermin kurzfristig absagen, da Lehrproben auf den Bether Sportplätzen nicht durchführbar gewesen wären. Gummistiefel statt Fußballschuhe, das war die ernüchternde Erkenntnis.

Wartet auf einen Termin: Christian Albers (links). Foto: BettenstaedtWartet auf einen Termin: Christian Albers (links). Foto: Bettenstaedt

In Absprache mit Wanik sollte kurzfristig ein Alternativtermin anvisiert werden, damit es nicht zu größeren Verzögerungen kommt. Schließlich hatte jeder der 32 Prüflinge eine schriftliche Ausarbeitung der Lehrprobe erstellt, die nur noch in die Praxis umgesetzt werden musste. Dann aber kam Corona. Die Pandemie führte zum kompletten Stillstand und zum Verbot von derartigen Fußballmaßnahmen. Die Prüfungen rückten in weite Ferne.

Nachdem es im späteren Frühjahr immer weitere Lockerungen bei den Corona-Verordnungen gab und allmählich auch wieder der Fußball mit mehreren Personen erlaubt war, startete Albers im August einen erneuten Anlauf, eine Prüfung zu organisieren. Hierzu mussten mit Marek Warnik Termine gefunden, mit Demomannschaften gesprochen und den Teilnehmern ein Zeitablauf durchgespielt werden. Die rasant steigenden Zahlen machten frühzeitig deutlich, dass die Prüfungen im Oktober abgesagt werden mussten.

Wenige Wochen nach Absage der Oktobertermine kam vom NFV ein erlösender Anruf. Die entsprechenden Gremien hatten sich auf eine Lösung verständigt, die für alle akzeptabel war. Albers suchte mit Marek Wanik einen neuen Prüfungstermin für acht bis zehn Personen, um vor Ort in Bethen einen neuen Anlauf zu wagen. Die restlichen Teilnehmer sollten ihre praktische Lehrprobe bis zum
15. November mithilfe einer Demogruppe auf vereinseigenem Gelände durchführen und als Video aufnehmen. Dieses Video sollte im Anschluss durch eine Prüfungskommission in Barsinghausen bewertet werden.

Christian Albers hat sich erneut an den NFV gewandt

Erneut kam es anders als geplant. Der Prüfungstermin in Bethen (31. Oktober) sowie die Fertigstellung der Videos bis Mitte November platzten. Die Corona-Verordnungen wurden weiter verschärft, der Fußballbetrieb komplett eingestellt. In Lehrgangskreisen wurde schließlich spekuliert, ob das C bei der Trainer-C-Lizenz wohl für Corona stehen könnte.

Für Albers ist das ganze Szenario noch aus einem zusätzlichen Grund höchst unerfreulich. „Die Vereine mit lizenzierten Übungsleitern erhalten Fördergelder. Einige Kassenwarte haben mich bereits angerufen. Gerade die kleinen Klubs, die nicht so viele Übungsleiter haben, leiden darunter. Die Teilnehmer haben ihre Pflicht erfüllt und warten nun nur noch auf ihren Prüfungstermin. Das könnte man in Zeiten von Corona sicher flexibler lösen.“

Ob und wann die 32 Teilnehmer endlich ihre Lizenz in den Händen halten können, bleibt weiterhin offen. Albers hat sich erneut an die Verantwortlichen in Barsinghausen gewandt und hofft auf baldige positive Nachrichten. Dass genau der siebte Lehrgang seit Beginn seiner Tätigkeit zum „verflixten siebten...“ wird, hatte er sich anders vorgestellt. Mittlerweile ist klar, dass es sich um den wohl längsten Trainer-C-Lehrgang im Kreis handeln wird. Ein trauriger Rekord, der hoffentlich ein versöhnliches Ende finden wird...

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