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Landesmeisterschaft: Medaillenregen für heimische Leichtathleten

Die Starter aus dem Oldenburger Münsterland präsentierten sich in Göttingen in einer starken Verfassung. Die 11 Teilnehmerinnen des VfL Löningen holten gleich 17 Medaillen.

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Das elfköpfige VfL-Team (von links): Marieke Pelster, Pia Albers, Sophie Hinrichs, Lera Miller, Carolin Hinrichs, Sophie Scheidt, Pia Busse, Sonja Richter, Mara Warzeska, Xenia Krebs und Marit Schute. Foto:  Antonia Beyer

Das elfköpfige VfL-Team (von links): Marieke Pelster, Pia Albers, Sophie Hinrichs, Lera Miller, Carolin Hinrichs, Sophie Scheidt, Pia Busse, Sonja Richter, Mara Warzeska, Xenia Krebs und Marit Schute. Foto: Antonia Beyer

Bei den Leichtathletik-Landesmeisterschaften in Göttingen haben die Starter aus dem Oldenburger Münsterland am vergangenen Wochenende starke Leistungen gezeigt. Bei den Frauen und Männern sowie in den Altersklassen U16/U18/U20 sorgten insbesondere die 11 Leichtathletinnen des VfL Löningen für einen Medaillenregen, denn sie landeten insgesamt gleich 17-mal auf dem Podium. 

Doppelsiege schafften jeweils Carolin Hinrichs (U18) und Xenia Krebs (Frauen) über 800 Meter und 1500 m. Hinrichs gewann zunächst die 800 m mit einem Sololauf von vorn in guten 2:13,99 Minuten. Belohnt wurde sie mit dem Sieg und einer neuen persönlichen Bestzeit. Der zweite Titel folge über 1500 m. In einem taktischen Rennen absolvierte sie eine schnelle Schlussrunde und holte sich in 4:39,60 Minuten den Titel.

Ähnlich verliefen die Rennen bei Krebs. Sie gewann zunächst die 1500 m dank schneller letzter 600 m in 4:40,58 Minuten. Über 800 m lief sie alleine vorneweg starke 2:08,33 Minuten. Beide VfL-Läuferinnen strotzen bei ihren Rennen vor Selbstbewusstsein und ließen keine Zweifel am Sieg.

Pia Albers überbot im Weitsprung den 43 Jahren alten Kreisrekord

Pia Albers (W14) gewann ihren ersten Landesmeistertitel überhaupt. Im Weitsprung ging sie als Jahresbeste (5,15 m) an den Start. Sofort im ersten Versuch sprang sie 5,30 m weit. Im zweiten Durchgang folgten 5,40 m – damit überbot sie den 43 Jahren alten Kreisrekord von Ruth-Inge Grüß (5,37 m). An diese Weite kam keine andere Athletin mehr heran.

Wenige Minuten später gewann ihre Vereinskameradin Lera Miller aus Lutten in der W14 den Titel über 2000 m. Mit 6:55,40 Minuten lag sie etwas über ihrer Bestzeit, doch mehr als zehn Sekunden vor der Zweiten.

Über 3000 m der U20 gewann Marit Schute in 10:35,07 Minuten. Sie setzte sich sofort an die Spitze und lief vorneweg sicher zum Sieg. Über 800 m gab es zwei Silbermedaillen. Pia Albers unterlag im Fotofinish Paula Terhorst (LAV Meppen) denkbar knapp. Mit 2:18,14 Minuten fehlten ihr nur 3/100 Sekunden zum Sieg. Die Belohnung für ein mutiges Rennen war dann eine neue persönliche Bestzeit (PB). Eine neue PB schaffte auch Sonja Richter über 800 m der U18. Lange lag sie im Sog der Siegerin Carolin Hinrichs, doch dann ließ sie etwas abreißen und kam nach 2.15,60 Minuten ins Ziel.

Platz zwei gab es auch für Marit Schute über 1500 m der U20 in 4:51,72 Minuten und Sophie Hinrichs über 3000 m der U18 in 10:46,13 Minuten. Zwei dritte Plätze erreichte Pia Albers (W14). Im Finale über 100 m lief sie 12,99 Sekunden und im Hochsprung übersprang sie 1,53 m. Platz drei erkämpfe sich auch Pia Busse im Dreisprung der U18. Sie steigerte sich auf 11,15 m und kommt der DM-Quali immer näher. Sonja Richter zeigte auch über 1500 m ein mutiges Rennen und lief lange vorne mit. Mit 4:44,12 Minuten blieb sie knapp über ihrer Bestzeit. Der dritte Platz ging an Sophie Scheidt im Hochsprung der W15. Mit 1,57 m blieb sie etwas unter ihrer Bestleistung. Lera Miller lief mit 2:23, 90 Minuten auf Rang drei der W14.

Eine Leistungssteigerung zeigte Mara Warzeska im Hochsprung der W15. Sie verbesserte sich auf 1,57 m und wurde Fünfte. Sophie Hinrichs belegte über 1500 m der U18 in 4:56,22 Minuten Platz vier und trug dazu bei, dass hier drei VfL-Läuferinnen unter den Top vier waren. Marieke Pelster kam im Dreisprung der U18 auf 9,82 m und wurde Sechste.

Titel im Diskuswerfen: Katharina Vehlow gewann mit einer Weite von 27,05 Metern. Foto: PrepensTitel im Diskuswerfen: Katharina Vehlow gewann mit einer Weite von 27,05 Metern. Foto: Prepens

Mit drei Goldmedaillen kehrte der TV Cloppenburg aus Göttingen zurück. Katharina Vehlow nahm erstmals an einer Landesmeisterschaft teil. Sie startete in der Altersklasse W14 im Kugelstoßen und Diskuswurf und sicherte sich in beiden Disziplinen den Titel. Im Kugelstoßen brachte sie es auf eine Weite von 9,60 m. Im Diskuswerfen erreichte sie 27,05 m und lag damit gut drei Meter vor der Zweitplatzierten, Lea Feit (TK Berenbostel). In beiden Disziplinen blieb sie nur knapp unter ihren jeweiligen persönlichen Bestleistungen.

Der derzeit landesbeste Zehnkämpfer, Torben Prepens, stellte wieder einmal seine Mehrkampfqualitäten unter Beweis. Im Hochsprung verbesserte er seine persönliche Bestleistung um fünf Zentimeter und überquerte 1,93 m. Damit holte er sich souverän den Landestitel der U18 vor Leon Michelmann (TSV Asendorf, 1,86 m). Im Speerwurf reichte es zu Platz zwei mit einer Saisonbestleistung von 50,13 m. Über 100 m gelang ihm im Vorlauf der Sieg in 11,38 Sekunden. Im Finale belegte der Mehrkämpfer im Duell der Sprinter einen guten vierten Platz in 11,35 Sekunden. Die gelungenen Vorstellungen rundete Prepens mit einem vierten Platz im Kugelstoßen (12,53 m) sowie einem fünften Rang im Diskuswerfen (35,00 m) ab.

Nadia Wema startete im Weitsprung der AK U18. Dort belegte sie mit einer guten Leistung von 5,61 m am Ende Rang zwei in einem großen Teilnehmerfeld von 21 Athletinnen. Es fehlten lediglich vier Zentimeter zum Sieg (Nele Fasold, LG Weserbergland 5,65 m). Ärgerlich, da Wema eine bessere Weite drauf hatte und bei mehreren Versuchen das Brett nicht getroffen hat.

Ese Wema gewann ihren 100-m-Vorlauf der AK U18 in 12,72 Sekunden und qualifizierte sich direkt für das Finale. Dort belegte sie am Ende mit einer Zeit von 12,86 Sekunden Rang acht. Verletzungsbedingt hat Wema einige Trainingsrückstände und so war der Start in Göttingen der erste Wettkampf für sie in diesem Jahr.

Vom BV Garrel war Lea Brandewie bei den Frauen über 800 m am Start. In einer Zeit von 2.15,90 Minuten sicherte sie sich die Bronzemedaille. Marie Götting vom SV Molbergen hatte zwei anstrengende Tage mit mehreren Wettkämpfen.

Bei den Frauen wurde sie im Kugelstoßen Vierte (10,80 m) und mit dem Diskus Fünfte (34,21 m). In der U20 kam Götting im Kugelstoßen mit 11,22 m ebenfalls auf Rang fünf. Auf Rang drei landete sie hier im Diskuswurf (35,92 m). Mit dem Speer erreichte sie den achten Platz (27,81 m). Der SVM-Leichtathlet Florian Lanfermann beendete den 100-Meter-Vorlauf bei den Männern in einer Zeit von 11,77 Sekunden auf Rang 16.

Kathi Stark und Jannes Wilkens freuen sich über Silber

Das kleine Aufgebot aus dem Kreis Vechta erzielte unterdessen auch ohne den verletzten Top-Läufer Viktor Kuk eine beeindruckende Ausbeute. Während die erst 14 Jahre alte Lera Miller aus Lutten bei ihrem ersten Start bei einer Landesmeisterschaft Gold und Bronze gewann (siehe oben), freuten sich die Lohner Läuferin Katharina Stark (VfL Wolfsburg) und der Dammer Dreispringer Jannes Wilkens (Werder Bremen) jeweils über Silber. Kathi Stark musste sich über 5000 Meter in 17:47,90 min nur der Lüneburgerin Svea Timm (17:37,96) geschlagen geben, die sie vor einem Jahr noch auf den letzten 200 Metern übersprintet hatte. Favoritin Kristina Hendel war nicht angetreten. „Ich bin auf jeden Fall zufrieden. Auch die Zeit war in dem Rahmen, den ich erwartet habe“, sagte sie.

Das Rennen war vor allem ein Kampf gegen die Hitze. „Start war um 19.45 Uhr, aber trotzdem waren es bestimmt noch 30 Grad“, berichtete die 29-Jährige: „Zum Glück wurden uns alle 200 Meter Schwämme gereicht. Sonst wäre es nicht gegangen.“ Ihre Siegchancen büßte Kathi Stark in der zweiten Rennhälfte ein, als sich Svea Timm langsam, aber stetig absetzte. „Zehn Sekunden klingt knapp, aber das ist auf der Bahn schon ein Stück. Das sind ja auch 50 Meter“, räumte Kathi Stark fair ein. Ihr nächstes Ziel ist nun die Landesmeisterschaft über 10.000 Meter auf der Bahn am 3. Juli in Papenburg.

Jannes Wilkens erzielte im Dreisprung der Männer in seinen beiden gültigen Versuchen jeweils 13,85 m. Weiter sprang nur sein Werder-Vereinskollege Keno Krieger (14,37 m). An seine kürzlich aufgestellte Bestmarke von 14,19 m kam Jannes Wilkens nicht heran. Dennoch fand er: „Das war ein guter Wettkampf.“ Auch er hatte mit den tropischen Temperaturen zu kämpfen: „Es war eine enorme Hitze im Stadion und mit zwei Stunden hat der Wettkampf sehr lange gedauert. Danach hatte ich einen Sonnenstich“, berichtete der 28-Jährige. Nach seinem ersten gültigen Versuch sei er „volles Risiko gegangen“ – ohne Erfolg. Jetzt liegt sein Fokus auf den Norddeutschen Meisterschaften am 11. September.

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