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Konkurrenz für Rasta Vechta: Auch Gießen wirft seinen Hut in den Ring

Im Rennen um die Wildcard für die Saison 2021/22 in der Basketball-Bundesliga gibt's einen zweiten Bewerber. Rostock und Jena aus der 2. Liga ProA haben unterdessen kein Interesse.

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Rennen um die Wildcard: Gießens Alen Pjanic (links) am drittletzten BBL-Spieltag gegen Rastas Robin Christen. Beide Klubs sind abgestiegen – und hoffen nun auf die Wildcard. Foto: Jan Hübner

Rennen um die Wildcard: Gießens Alen Pjanic (links) am drittletzten BBL-Spieltag gegen Rastas Robin Christen. Beide Klubs sind abgestiegen – und hoffen nun auf die Wildcard. Foto: Jan Hübner

Rasta Vechta machte am Dienstag den Anfang, drei Tage später zog der Mitabsteiger nach: Auch die Gießen 46ers bewerben sich um die Wildcard für die Saison 2021/22 in der 1. Basketball-Bundesliga. Das gaben die Hessen am Freitag bekannt. In der BBL ist für die kommende Saison noch ein Platz frei, da es aus der 2. Bundesliga ProA mit Meister MLP Academics Heidelberg nur einen sportlichen Aufsteiger gibt; Vizemeister Bayer Leverkusen hatte keine Lizenz für die 1. Liga beantragt.

Am Montag hatte die BBL beschlossen, den freien Platz im 18er Teilnehmerfeld mit einem Wildcard-Verfahren zu vergeben – eine Prozedur, die es in den vergangenen Jahren häufiger gab, letztmals im Sommer 2015. Rasta hatte bereits am Dienstag seine Bewerbung für die Wildcard bekanntgegeben. Gießen und Vechta hoffen, per Gang durch die Hintertür im Oberhaus bleiben zu können. Gießen hatte die Hauptrunde der Saison 2020/21 auf dem 17. Tabellenplatz abgeschlossen und lag am Ende mit 16:52 Punkten knapp vor dem Schlusslicht aus Vechta (14:54).

Die Wildcard kostet nach wie vor 700.000 Euro, allerdings wird die Gebühr aufgrund der Corona-Pandemie aufgeteilt auf zwei Jahre – auf dieses angepasste Verfahren hatten sich die Klubs der BBL im Vorfeld geeinigt. Die Folge: Für die Saison 21/22 verlangt die BBL eine Gebühr von 350.000 Euro. Gelingt dem Wildcard-Team der Klassenerhalt, wird die gleiche Summe für die Saison 22/23 erneut fällig. Steigt der Klub nach der Saison 21/22 ab, entfällt die zweite Rate.

„Die Gesellschafter der 46ers stellen für die Teilnahme am Wildcard-Verfahren zusätzliche 700.000 Euro zur Verfügung. Das ist ein ganz starkes Zeichen der Solidarität an unsere Fans, unsere Sponsoren und die Region“, erklärte Stephan Dehler, der geschäftsführende Gesellschafter der Hessen. Gießen hat eine gewisse Wildcard-Erfahrung: 2009 und 2012 blieb man jeweils als Tabellen-17. per Wildcard in der BBL, damals kostete es aber nur 100.000 bzw. 250.000 Euro.

Dehler ergänzte: „Nach intensiven Gesprächen war klar: Wir wollen die Wildcard und deshalb haben wir uns für diese Bewerbung um die Wildcard ausgesprochen, da die innerhalb weniger Stunden zugesagten Gelder den Gesamtetat nicht belasten werden. Als Traditionsstandort und Gründungsmitglied der BBL wollen wir auch weiterhin in der ersten Liga mitspielen.“

Die Bewerbungsfrist für das Wildcard-Verfahren endet am Donnerstag (20. Mai) um 18.00 Uhr. Die Kandidaten müssen sich in einer Versammlung der BBL-Klubs vorstellen. Das Votum der 16 Vereine geht an die Gesellschafterversammlung der BBL GmbH, die über die Wildcard entscheidet. Jens Staudenmayer, sportlicher Leiter bei der BBL, kündigte an, dass die Entscheidung zügig fallen soll.

Die Rostock Seawolves und Science City Jena, die in den ProA-Playoffs an Leverkusen scheiterten, bewerben sich nicht. Man wolle sich sportlich für die BBL qualifizieren, sagte Jenas Geschäftsführer Lars Eberlein: „Ich denke, dass dies der vernünftigere Weg ist.“ Ähnlich äußerte sich Rostocks Klubchef Andre Jürgens: „Wir wollen uns den Weg in die 1. Liga nicht erkaufen. Unsere Philosophie ist es, dass wir das Ganze sportlich erreichen wollen.“ Selbst die 350.000 Euro im ersten Jahr seien „ein viel zu hoher Preis“. Das Geld sei in anderen Bereichen besser angelegt.

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