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Kohfeldt-Verbleib sorgt für geteiltes Echo

Umfrage: In der heimischen Fußballszene wird kontrovers über den Trainer des SV Werder Bremen diskutiert. Ein Fan aus Emstek war zum Beispiel "entsetzt", dass der Coach nicht entlassen wurde.

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Wie geht's weiter?: Werder-Coach Florian Kohfeldt wirkte zuletzt etwas ratlos. Am Freitag ist er mit seinem Team im DFB-Pokal gegen RB Leipzig gefordert. Foto: DPA/Uwe Anspach

Wie geht's weiter?: Werder-Coach Florian Kohfeldt wirkte zuletzt etwas ratlos. Am Freitag ist er mit seinem Team im DFB-Pokal gegen RB Leipzig gefordert. Foto: DPA/Uwe Anspach

Sieben Niederlagen in Folge: Eine derart lange Negativserie hat es bei den Fußballern von Werder Bremen in deren Bundesligahistorie noch nicht gegeben. Branchenüblich ist bei einem solchen Szenario eine handfeste Trainerdiskussion angesagt. Die gab es auch bei den Grün-Weißen, doch das Ergebnis unterscheidet sich elementar zum sonst üblichen Prozedere. Florian Kohfeldt bleibt Werder-Coach. Zwar gaben Bremens Verantwortliche dem 
38-Jährigen keine Jobgarantie bis zum Saisonende, sie trauen ihm aber grundsätzlich zu, den Klub in der Beletage des deutschen Fußballs zu halten. Eine fast schon an Naivität grenzende Überzeugung, oder aber die richtige und in der Vergangenheit bereits praktizierte hanseatische Herangehensweise? Einige Reaktionen aus der heimischen Fußballszene:

Hammad El-Arab (Trainer beim Landesligisten SV Hansa 
Friesoythe): „Es ist natürlich schwer, so etwas aus der Ferne zu beurteilen. Von außen wird in einer solchen Situation immer Aktionismus gefordert, aber die Verantwortlichen sind näher dran. Der Löwenanteil an einer solchen Negativserie liegt immer noch bei den Spielern. Ich glaube schon, dass Kohfeldt zu Werder passt. Ihm würde es am meisten weh tun, wenn sie absteigen. Die Spieler kommen und gehen. Dass Trainerwechsel nicht immer etwas bringen, sieht man aktuell an Schalke. Bei Bremen fehlt einfach die Qualität. Du bist als Trainer schließlich immer abhängig von den elf Ochsen auf dem Platz.“

Sebastian Vorwerk (SVW-Anhänger und Dauerkarten-Besitzer aus Emstek): „Ich war ehrlich gesagt entsetzt, als ich gehört habe, dass Kohfeldt bleibt. Was muss denn noch alles passieren? Es ist einfach grottenschlecht, was die Mannschaft abliefert, Kohfeldt hat genug Chancen bekommen. Er mag ein super Typ sein, aber ich traue jedem anderen Trainer mehr zu. Für den Klassenerhalt wird es nicht reichen. Wie sollen wir gegen Leverkusen, Augsburg oder Mönchengladbach gewinnen?!“

Bernd Gerdes. Foto: WulfersBernd Gerdes. Foto: Wulfers

Bernd Gerdes (Spieler beim Landesligisten SV Bevern und von 2009 bis 2011 im Kader der Werder-Amateure): „Werder hat schon immer an den Trainern festgehalten. Insofern hat mich die Entscheidung nicht überrascht. Vermutlich hat das Festhalten an Kohfeldt auch finanzielle Gründe, dass sich Bremen keinen neuen Trainer leisten kann. Ein Trainer kann immer nur elf Leute aufstellen und die müssen jetzt auch mal für ihn in die Bresche springen. Ein neuer Impuls hätte helfen können, aber in drei Spielen noch etwas zu bewegen, ist fast unmöglich. Ich gehe davon aus, dass Werder im nächsten Spiel gegen Leverkusen verliert. Wenn sie dann in Augsburg gewinnen sollten, könnte es mit 33 Punkten so gerade für den Klassenerhalt reichen.“

Christian Kellermann (Werder-Fan und langjähriger Spieler sowie Co-Trainer beim TuS Emstekerfeld): „Meiner Meinung nach ist es die richtige Entscheidung, dass Florian Kohfeldt bleibt. Mir fällt niemand ein, der uns in dieser Situation weiterhelfen kann. Ein Thomas Schaaf zum Beispiel war sicherlich mal ein super Trainer, er ist mittlerweile aber schon zu lange raus. Nach der Saison sollte für Kohfeldt aber ein neuer Mann kommen. Was den Klassenerhalt angeht, sehe ich für Werder ehrlich gesagt ziemlich schwarz. Wir haben ein schweres Restprogramm und die Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg haben die bessere Form.“

David Niemeyer (Spielertrainer beim Kreisklassisten SV Bethen): „In Bethen gibt es nur Werder- oder Köln-Fans (lacht). Aber im Ernst. Bei Werder liegt das Problem weniger beim Trainer, als vielmehr in der Führungsetage. Es wurden definitiv die falschen Spieler geholt, da ist der Trainer dann die ärmste Sau. Was ein Trainerwechsel bewirken kann, zeigt der 1. FC Köln. Ich wünsche den Bremern auch, dass sie nicht absteigen, aber für Köln ist die Bremer Misere natürlich gut.“

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