Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Keine Neuauflage des Abenteuers

Rasta Vechta verzichtet auf eine weitere Saison in der Basketball Champions League. Klubchef Stefan Niemeyer spricht über die Gründe.  (Update: 12:45 Uhr)

Artikel teilen:
Internationales Flair im Rasta-Dome: Josh Young (rechts) im Spiel gegen Hapoel Jerusalem. Foto: Schikora

Internationales Flair im Rasta-Dome: Josh Young (rechts) im Spiel gegen Hapoel Jerusalem. Foto: Schikora

Erst Pau-Orthez und Jerusalem, dann Antwerpen und Athen, gefolgt von Wloclawek und Bandirma und zum Abschluss noch mal nach Burgos: Rasta Vechta hat in der vergangenen Saison in der Basketball Champions League (BCL) diverse Reisen durch Europa unternommen. Die Europapokal-Premiere war ein großes Abenteuer. Ein Abenteuer, das in der Saison 2020/21 aber nicht wiederholt wird. Rasta Vechta verzichtet auf eine weitere Spielzeit in einem Europacup-Wettbewerb.

"Natürlich hatten wir Lust auf mehr. Aber jetzt ist das finanzielle Risiko einfach zu hoch."Rastas Klubchef Stefan Niemeyer

Klubchef Stefan Niemeyer bestätigte am Montag, dass Rasta Vechta seine Meldung für die Champions League zurückgezogen hat. „Das tut schon weh. Wir hatten eine tolle Saison in der Champions League. Für uns alle, für den Verein, für das Team und auch für die Zuschauer, war das eine gute Sache. Das volle Risiko wurde voll belohnt. Natürlich hatten wir Lust auf mehr. Aber jetzt ist das finanzielle Risiko einfach zu hoch“, sagte der Geschäftsführer des heimischen Bundesligisten.

„Es gibt einfach zu viele Unwägbarkeiten“, sagte Niemeyer. Es sei zurzeit unmöglich, mit Zuschauerzahlen zu kalkulieren. Daher sei es besser, auf einen Start in der Champions League zu verzichten. „Das können wir nicht riskieren“, sagte Niemeyer knapp eine Woche nach dem Aus beim Finalturnier der BBL in München. Dort hatte Rasta den neunten Platz belegt. Vor der 13-wöchigen Zwangspause wegen der Coronavirus-Pandemie hatte Vechta auf Rang sechs der Hauptrunde gelegen. Man wolle sich jetzt voll auf die BBL und einen soliden, wettbewerbsfähigen Etat für die fünfte Saison im Oberhaus konzentrieren, erklärte Niemeyer: „Und das wird auch schon schwer genug.“

Das Highlight der Champions-League-Saison 201920: Rastas Spieler feiern den Sieg beim griechischen Spitzenklub AEK Athen. Foto: BCL  MoschandreouDas Highlight der Champions-League-Saison 2019/20: Rastas Spieler feiern den Sieg beim griechischen Spitzenklub AEK Athen. Foto: BCL / Moschandreou

Das Champions-League-Abenteuer 2019/20 habe Rasta mit einer schwarzen Null abschließen können, weil die Zuschauerzahlen hervorragend gewesen seien, so Niemeyer. Vor Corona waren alle elf BBL-Heimspiele von Rasta mit 3140 Zuschauern ausverkauft. In der Champions League lag Vechtas Zuschauerschnitt bei 2390 – ein sehr guter Wert, der auch über den Erwartungen des Klubs lag. In den ersten sechs Partien pendelte die Zuschauerzahl zwischen 2052 und 2512, gegen AEK Athen war der Rasta-Dome ausverkauft. Auch für Coach Pedro Calles und das Team war der Tanz auf zwei Hochzeiten eine wertvolle Erfahrung. Sportlich verbuchte der Neuling sechs Siege und acht Niederlagen, am Ende fehlte dem Tabellenfünften der Gruppe B nur ein Sieg für das Achtelfinale.

Rasta hatte sich Anfang Juni fristgerecht um einen Platz in der neuen Champions-League-Saison beworben. Gleiches galt für Brose Bamberg, die Riesen Ludwigsburg und die Crailsheim Merlins. Klar ist zudem: Der entthronte Meister Bayern München und Pokalsieger Alba Berlin starten nach dem Abbruch der EuroLeague-Saison auch in der neuen Spielzeit in der „Königsklasse“. Die Skyliners Frankfurt und Ulm sind unterdessen für den EuroCup gemeldet.

Die EWE Baskets Oldenburg hatten sich zunächst gegen eine weitere Saison im EuroCup entschieden. Das sei „ein Stück zu anspruchsvoll, was den EuroCup betrifft“, so EWE-Baskets-Chef Hermann Schüller gegenüber MagentaSport. Der Klub gab bis zur Meldefrist auch keine Bewerbung für die Champions League ab. Man habe diesbezüglich „vielleicht ein bisschen zu vorschnell reagiert“, so Schüller. Man justiere nun nach. Heißt: Oldenburg liebäugelt mit der BCL, hofft auf den Platz von Vechta und wartet nun auf die Tagung der zuständigen BCL-Kommission am 2. Juli.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Keine Neuauflage des Abenteuers - OM online