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Keine Corona-Panik bei den Sportvereinen im Kreis Vechta

Landessportbund und CDU/CSU-Fraktion fordern Soforthilfe. Im Kreissportbund herrscht derzeit kein Bedarf.

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Fordert Solidarität: Dr. Jürgen Hörstmann. Foto: Schikora

Fordert Solidarität: Dr. Jürgen Hörstmann. Foto: Schikora

Die Corona-Krise sorgt nicht nur in Unternehmen für Existenzängste, sie treibt auch einigen Verantwortlichen von Sportvereinen oder            -verbänden Sorgenfalten auf die Stirn.

Der Landessportbund (LSB) Niedersachsen fordert deshalb, dass bei den Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung auch die Sportvereine berücksichtigt werden. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion stellt dieselbe Forderung. Im Kreissportbund (KSB) Vechta bleibt die Lage ruhig. Der Sportbetrieb ruht nun seit knapp drei Wochen. Auch der LSB hatte seinen Mitgliedern am 13. März die Einstellung des Wettbewerbs- und Trainingsbetriebs zunächst bis zum 19. April empfohlen.

Vor wenigen Tagen war vom Bund ein Hilfspaket zur „Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Soloselbständige“ geschnürt worden. Die Länder können die Mittel – insgesamt 50 Milliarden Euro – seit vergangenem Montag abrufen. Zuvor hatte das Land bereits eine Niedersachsen-Soforthilfe eingerichtet. Der LSB verlangt nun vom Bund und vom Land, dass auch Sportinstitutionen Zugriff auf die Mittel haben. Dies teilte der Verband seinen Mitgliedern in einem Informationspapier mit.

Auch die CDU/CSU-Bundestagsfraktion merkt an, dass Sportvereine bislang zu wenig im Fokus stünden. „Die derzeitigen Bundeshilfen zur Corona-Pandemie müssen auch gemeinnützigen Sportvereinen einheitlich zugänglich sein (...). Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gehen hier anscheinend mit gutem Beispiel voran. Wir brauchen aber eine bundesweit einheitliche Lösung für den gemeinwohlorientierten Sport“, erklärte der sportpolitische Sprecher Eberhard Gienger. Und weiter: „Ausgelagerte Geschäftsbetriebe von Vereinen können unternehmerische Hilfen des Bundes in Anspruch nehmen, bei klassischen Idealvereinen besteht jedoch noch eine gewisse Unsicherheit.“ Laufende Betriebskosten, finanzielle Ausfälle durch wegbrechende Veranstaltungen und Aufnahmestopps bei der Mitgliederentwicklung könnten laut Gienger zu einer Gefahr werden.

Im KSB Vechta hat sich das noch nicht bestätigt. Bislang hat sich kein Verein wegen Existenzsorgen gemeldet. „In unserer Vereinslandschaft sehe ich aktuell keinen Bedarf“, schlussfolgert Hörstmann daher mit Blick auf die Corona-Soforthilfe: „Wenn es nur vier Wochen sind, dann werden wir keine großen Probleme haben.“ Wenn sich der Zeitraum jedoch signifikant verlängere, würden wachsende finanzielle Sorgen „sicherlich der Fall sein“. Der KSB werde sich dann Maßnahmen überlegen.

Laut dem Dinklager leben die Vereine im Normalfall jedoch von den Mitgliedsbeiträgen und machen sich nicht von Zuschauer- oder Eventeinnahmen abhängig. Einen Anspruch auf Rückerstattung gibt es bei Mitgliedsbeiträgen in Vereinen nicht. Der KSB-Vorsitzende betont zudem: „Durch ihre Solidarität und Kreativität erreichen die Vereine oft unglaublich viel. Und das wird auch jetzt so sein.“

Für den Fall, dass doch ein Klub gefährdet ist, bieten auch der Niedersächsische Fußballverband und der Deutsche Olympische Sportbund Hilfe an.

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