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Kein Weser-Ems-Derby beim Finalturnier

Die EWE Baskets Oldenburg und Rasta Vechta spielen in verschiedenen Gruppen. Das Turnier soll im Juni stattfinden - wenn es grünes Licht von der Politik gibt.

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Auf dem Sprung nach München? Philipp Herkenhoff von Rasta Vechta (links) und Philipp Schwethelm von den EWE Baskets Oldenburg. Beide Teams gehören zum Teilnehmerfeld. Foto: Schikora

Auf dem Sprung nach München? Philipp Herkenhoff von Rasta Vechta (links) und Philipp Schwethelm von den EWE Baskets Oldenburg. Beide Teams gehören zum Teilnehmerfeld. Foto: Schikora

Kein Weser-Ems-Derby in der Vorrunde: Beim Finalturnier der Basketball-Bundesliga, das im Juni in München stattfinden soll, gehen sich die EWE Baskets Oldenburg und Rasta Vechta zunächst aus dem Weg. Die beiden Mannschaften, die bei der Unterbrechung der Hauptrunde wegen der Coronavirus-Krise auf den Plätzen fünf und sechs lagen, spielen in der Vorrunde in verschiedenen Gruppen. Das gab die BBL am Abend bekannt. Die Oldenburger bekommen es in der Gruppe A mit Gastgeber Bayern München, den Crailsheim Merlins, der BG Göttingen und Ratiopharm Ulm zu tun. Rasta Vechta trifft derweil in der Gruppe B auf die Riesen Ludwigsburg, Pokalsieger Alba Berlin, Ex-Serienmeister Brose Bamberg und die Skyliners Frankfurt.

Grundlage für die Einteilung der beiden Gruppen war eine Tabelle, die der BBL-Spielleiter auf der Basis der Quotientenregelung erstellt hat und in der jene sieben Teams, die auf das Turnier verzichten, nicht aufgeführt sind. Dank des besseren Quotienten zog Alba Berlin noch an Crailsheim vorbei und ist nun Dritter. In den beiden Gruppen (A mit 1-4-5-8-9, B mit 2-3-6-7-10) gibt es zunächst einen Jeder-gegen-jeden-Modus, alle Teams kommen auf vier Partien. Das Viertel- und Halbfinale sowie das Endspiel werden als Hin- und Rückspiel ausgetragen, gleiches gilt für das Spiel um Platz neun der beiden Gruppenfünften. Insgesamt sind 36 Partien geplant.

  • Gruppe A: Bayern München, Crailsheim Merlins, EWE Baskets Oldenburg, BG Göttingen, Ratiopharm Ulm
  •  Gruppe B: MHP Riesen Ludwigsburg, Alba Berlin, Rasta Vechta, Brose Bamberg, Skyliners Frankfurt
  • Spiel um Platz 9: Hin- und Rückspiel
  • Viertelfinale: Hin- und Rückspiel
  • Halbfinale: Hin- und Rückspiel
  • Finale: Hin- und Rückspiel

Das rund dreiwöchige Turnier zur Wiederaufnahme der unterbrochenen Saison 2019/20 soll im Juni stattfinden, einen genauen Zeitraum nannte die BBL am Donnerstag nicht. Um das Event durchführen zu können, benötigt die Liga die Genehmigung der zuständigen Behörden und der Politik. Am Donnerstag reichte die BBL ein Hygiene- und Sicherheitskonzept ein. Alle zehn Teams sollen in einem Hotel nahe dem Olympiazentrum untergebracht werden. So könne man „eine Quarantänesituation schaffen“, sagte BBL-Geschäftsführer Chef Holz in der Süddeutschen Zeitung: „Das ist der Kernpunkt des Konzepts“. Gegen die Kritik, wonach die BBL Testkapazitäten blockiere, wehrte sich Holz in der Frankfurter Rundschau: „Wir bräuchten nach unseren gegenwärtigen Überlegungen 2750 Tests. Das sollte machbar sein“.

Nicht alle Profis sind von den Plänen begeistert

Gunnar Wöbke, Geschäftsführer der Skyliners Frankfurt, deutete im Sport1-Interview an, dass die Spieler zunächst in Quarantäne kommen: „Dort wird jeden Morgen Fieber gemessen und zweimal pro Woche ein Coronatest durchgeführt. Erst danach können wir mit Gewissheit sagen, wer gesund ist und wer krank. Und erst dann geht das Mannschaftstraining los.“

Nicht alle Profis sind von den Plänen begeistert. „Für mich ist es extrem schwierig“, sagte Nationalspieler Niels Giffey (Alba Berlin) in der ARD: „Ich denke schon, dass wir noch drüber reden müssen und werden, dass wir als Spieler eine Stimme haben.“ Neben der Angst, sich anzustecken, bereitet nach der langen Pause das höhere Verletzungsrisiko Sorgen. Der Göttinger Adam Waleskowski hat bereits angekündigt, nicht mehr spielen zu wollen.

"Für mich ist es schwer vorstellbar, dass bei 200 Leuten keiner das Gefühl hat oder den Drang verspürt, mal aus der Sache auszubrechen und sich eine Cola an der nächsten Ecke zu holen."Akeem Vargas von den Skyliners Frankfurt

Bayern-Kapitän Danilo Barthel meinte: „Ich hätte mir gewünscht, dass man die Spieler etwas mehr in die Entscheidungsfindung einbezogen hätte. Dass man auch die Spieler hört, was die für Sorgen in dem Prozedere haben.“ Auch Frankfurts Akeem Vargas bemängelte, dass die Spieler in die Pläne unzureichend eingebunden worden seien. Und er hegt Zweifel, dass das Hygiene- und Sicherheitskonzept funktioniert. „Für mich ist es schwer vorstellbar, dass bei 200 Leuten keiner das Gefühl hat oder den Drang verspürt, mal aus der Sache auszubrechen und sich eine Cola an der nächsten Ecke zu holen“, sagte er in der FAZ und ergänzte mit Blick auf die mehrwöchige Quarantäne: „Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass 200 Männer eingepfercht sind, werden alle irgendwann mal raus wollen. Ich bin gespannt, wie das Konzept ausschauen soll.“

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