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Karsten Boll ist einer von 14 Konfliktlotsen

Der Lastruper ist in der Region ab sofort Ansprechpartner bei Themen wie Diskriminierung, Gewalt und Rassismus auf Fußballplätzen. Beim Landesverband wurde er an zwei Wochenenden geschult.

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Ist bereit: Karsten Boll (45) aus Lastrup möchte seinen Teil dazu beitragen, dass es auf den Fußballplätzen in der Region so fair wie möglich zugeht. Foto: Bettenstaedt

Ist bereit: Karsten Boll (45) aus Lastrup möchte seinen Teil dazu beitragen, dass es auf den Fußballplätzen in der Region so fair wie möglich zugeht. Foto: Bettenstaedt

Gewalt beim Fußball? In seiner Funktion als Sicherheitsbeauftragter des BV Cloppenburg musste Karsten Boll zweimal eingreifen, als er richtig brenzlig wurde. „Einmal bei einem Oberliga-Spiel der Männer, als Spieler des Rotenburger SV dem Schiedsrichter an den Kragen wollten. Und einmal, als Anhänger von Werder Bremen II bei einem Hallenturnier in der Leharstraße randalierten“, sagt der Lastruper. Auch aufgrund dieser Erfahrungen zögerte Boll nicht lange, als er erfuhr, dass der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) sogenannte Konfliktlotsen ausbilden wollte. „Das war genau das Richtige für mich. So kann ich vielleicht einen kleinen Teil dazu beitragen, dass es auf den Fußballplätzen so fair wie möglich zugeht und Lösungen gefunden werden, falls es tatsächlich mal unschön wird.“

An zwei Wochenenden ließ sich der 45 Jahre alte Karsten Boll in Barsinghausen schulen und ist in der Region ab sofort Ansprechpartner für Themen wie Anti-Diskriminierung und Gewaltprävention. „Fußballer, Schiedsrichter oder auch andere Personen, die auf dem Platz mit solchen Dingen konfrontiert werden, können in Zukunft auf mich zukommen“, sagt Boll. Er bietet nicht nur Vereinen aus dem Fußballkreis Cloppenburg seine Hilfe an. „In den Kreisen Vechta und Emsland gibt es noch keine Konfliktlotsen. Bis aus Weiteres übernehme ich auch diese Gebiete.“

„Ich möchte möglichen Opfern helfen - ganz losgelöst von der Sportgerichtsbarkeit“Karsten Boll, NFV-Konfliktlotse

Dem gebürtigen Meppener, der die glorreichen Zweitliga-Zeiten des SVM Ende der 80er und in den 90er Jahren hautnah im Betreuerstab des Teams miterlebt hatte, liegt der faire Umgang im Sport – und speziell beim Fußball – schon lange am Herzen. Als er nun während der Ausbildung zum NFV-Konfliktlotsen die Dokumentation „Schwarze Adler“ sah, verstärkte sich sein Wunsch, sich noch mehr zu engagieren. In dem Film sprechen schwarze und afrodeutsche Nationalspieler über rassistische Vorurteile und Erlebnisse. „Ich war schockiert, was das mit Menschen machen kann“, sagt Karsten Boll, dessen Sohn Lukas beim Landesliga-Tabellenführer SV Hansa Friesoythe kickt.

Ihm ist bewusst, dass es hier in der Region auf den Fußballplätzen grundsätzlicher ruhiger zugeht als in Städten wie Hannover oder Braunschweig. „Dort werden teilweise Schiedsrichter, die Kickboxen können, zu brisanten Spielen geschickt. Bei uns ist das Gott sei Dank nicht so.“

Wenn jemand allerdings Gesprächsbedarf haben sollte, zum Beispiel etwas melden möchte („Wir wollen auch an die Dunkelziffer ran“), steht Karsten Boll als einer der ersten 14 Konfliktlotsen im niedersächsischen Fußball parat. „Ich möchte möglichen Opfern helfen – ganz losgelöst von der Sportgerichtsbarkeit.“


Fakten:

  • Wer Gesprächsbedarf zu Themen wie Gewalt- und Diskriminierung beim Fußball hat, kann sich an Karsten Boll wenden. Er ist unter der Telefonnummer 0151/62505573 oder per E-Mail zu erreichen (kboll49688@gmail.com).

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