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Kapitaler Einbruch sorgt für Frust bei Rasta

Vechtas Zweitliga-Basketballer haben das Spiel bei den Nürnberg Falcons mit 69:87 verloren. Hier gibt's den Nachbericht mit Reaktionen - und einen Ausblick auf das Spiel am Sonntag gegen Trier.

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In der Defense gefordert: Rastas Jannes Hundt (rechts) gegen Nürnbergs Evan Derek Taylor. Foto: ISPFD / Schönberger 

In der Defense gefordert: Rastas Jannes Hundt (rechts) gegen Nürnbergs Evan Derek Taylor. Foto: ISPFD / Schönberger 

Ein echtes Schmuckstück ist da entstanden am Tillypark in Nürnberg. Die „KIA Metropol Arena“, so der offizielle Name der neuen Mehrzweckhalle für 3881 Zuschauer, die für rund 40 Millionen Euro gebaut und im vergangenen August offiziell eröffnet wurde, ist ohne Zweifel eine der schönsten Hallen in der 2. Basketball-Bundesliga ProA. Rasta Vechta behält die Arena vorerst allerdings in schlechter Erinnerung, denn dort gab's den nächsten herben Rückschlag für den Ex-Erstligisten.

Das Team von Trainer Vladimir Lucic verlor am Freitagabend bei den Nürnberg Falcons mit 69:87 (45:42) und fiel in der Tabelle durch die elfte Niederlage im 18. Spiel auf den 14. Platz zurück – Aufsteiger VfL Bochum zog am abermals wankenden Schwergewicht vorbei. Die Niederlage an sich kam nicht sonderlich überraschend, schließlich gehört Nürnberg in dieser Saison als Tabellenvierter zu den Topteams der ProA. Vielmehr warf die Art und Weise, wie Rasta Vechta im dritten Viertel das Spiel aus der Hand gab, Fragen auf.

Auch bei Lucic, der wie schon nach dem jüngsten 87:96 gegen Paderborn ziemlich bedient war. „Was mit meiner Mannschaft nach der Pause los war, kann ich so kurz nach dem Spiel noch nicht sagen“, meinte der Serbe mit Blick auf das desaströse dritte Viertel, das sein Team mit 21 Punkten Differenz verlor. „7:28 – das ist schon bemerkenswert“, sagte Lucic. Binnen weniger Minuten warf Rasta das um, was man sich in einer wirklich guten ersten Halbzeit mühsam aufgebaut hatte.

Schlechte Laune in der Auszeit: Rasta-Coach Vladimir Lucic am Freitag in Nürnberg. Foto: ISPFD  SchönbergerSchlechte Laune in der Auszeit: Rasta-Coach Vladimir Lucic am Freitag in Nürnberg. Foto: ISPFD / Schönberger

„Wir haben die erste Halbzeit weitestgehend kontrolliert“, erklärte Lucic und stellte dann ebenso treffend fest: „Wir haben im dritten Viertel unser Spiel komplett eingestellt.“ Rasta taumelte führungs- und planlos über das Parkett, stolperte offensiv wie defensiv von einer Verlegenheit in die nächste und verpasste so eine durchaus mögliche Revanche für das 107:118 nach Verlängerung im Hinspiel.

Josh Young hatte sich seine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte auch anders vorgestellt. Rastas Kapitän, der 14/15 und 16/17 insgesamt 52 ProA-Spiele für Nürnberg machte, sagte geknickt: „Die erste Halbzeit war gut. Aber dann haben wir Nürnberg einen Lauf erlaubt, den wir einfach nicht stoppen konnten. So etwas passiert im Sport, aber es darf uns nicht passieren.“

Topscorer bei Rasta war James Washington mit 16 Punkten. Seine Dreier-Quote war sehr gut (4/5), seine Zweier-Bilanz dagegen erschreckend schwach (0/5). Mit sechs Ballverlusten führte der erfahrene Point Guard auch das Turnover-Ranking an – und erntete dafür Kopfschütteln vom Trainer.

17 Turnover waren es insgesamt. „Das zeigt nur, dass es in unserer Offense, mit unserer Spieleröffnung, einfach nicht passt“, haderte Lucic mit den Schlampigkeiten im Angriff. Neben Washington punkteten nur noch Joschka Ferner (11) und Devin Searcy (10) zweistellig.

Nach Krause und Nelson fiel auch Agee aus

Preston Purifoy, in der Hinserie eine sehr verlässliche Größe beim Scoring, erwischte wie gegen Paderborn (1/7 aus dem Feld) erneut einen rabenschwarzen Tag (2/11). Apropos miese Quoten, Lucic sagte: „Wir haben ganz schlecht aus dem Feld geworfen, speziell im Nahbereich.“ Rasta hatte 25 Fehlwürfe aus der Nah- und Mitteldistanz, da halfen am Ende auch beachtliche 20 Offensivrebounds nicht.

Rasta musste im 13. ProA-Duell mit Nürnberg – gegen kein Team hat Vechta in der 2. Liga häufiger gespielt – nicht nur auf Kristofer Krause und Sa'eed Nelson verzichten. Kurzfristig fiel auch Tajuan Agee mit einer Erkältung aus. Dafür war Tyrone Nash nach auskuriertem Pferdekuss wieder dabei.

Den besseren Start hatte Nürnberg. Die formstarken Falcons, die jetzt acht der letzten neun Spiele gewonnen haben und ihren zuletzt verletzten Kapitän Sebastian Schröder wieder im Aufgebot hatten, führten schnell mit 11:4. Aber Rasta kam zurück – dank Washington, der drei Dreier in Serie traf. Die Stärke von jenseits der 6,75-m-Linie setzte sich fort, eine 53-Prozent-Quote (8/15) war die Grundlage für die 45:42-Pausenführung.

Dreier Nummer neun, getroffen von Ferner, brachte dann das 48:42 für Rasta – und war zugleich das Ende der Herrlichkeit. Aus der Sechs-Punkte-Führung wurde bis zur Schlusssirene des dritten Viertels ein 18-Punkte-Rückstand (52:70). Nur Searcy punktete während der Talfahrt, einmal per Dunking, zweimal an der Freiwurflinie. Die Falcons, die bislang erst elf Spieler eingesetzt haben (Rasta bereits 20), brachten den satten Vorsprung locker ins Ziel. Zur Freude von Coach Vytautas Buzas. Der Litauer sprach von einem „großen Erfolg“ und meinte: „So ein Erfolg kann uns Selbstvertrauen geben und er zeigt auch, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Bereits am Sonntag geht's gegen Trier weiter

Für Rasta gibt's keine Zeit zum Ausruhen, bereits am Sonntag (16. Januar) steht das nächste Heimspiel an. Die Gladiators Trier sind ab 17.00 Uhr zu Gast an der Pariser Straße. Nachfolgend ein paar Fragen und Antworten zum Duell mit den Mosel-Städtern.

Sind Zuschauer erlaubt? Nein. Wie schon gegen Karlsruhe, Quakenbrück, Itzehoe und Paderborn gibt's abermals eine Geisterspiel-Atmosphäre im Rasta-Dome. Während sich Trier am Freitagabend beim 80:88 gegen Spitzenreiter Rostock nach nur einem Geisterspiel am 2. Weihnachtstag über eine schnelle Fan-Rückkehr freuen konnte (1000 Fans waren erlaubt, 896 kamen), muss sich Rasta noch gedulden. Den kostenlosen Livestream gibt es bei sportdeutschland.tv.

Wie lief das Hinspiel? Rasta siegte mit 76:69, der erste Erfolg im siebten Versuch. Vechta profitierte von den Personalsorgen der Gladiators. Trier, damals Tabellenzweiter, spielte ohne Austin Wiley, Enosch Wolf, Dan Monteroso, Radoslav Pekovic und Brody Clarke. In Thomas Grün (Luxemburg) und Derrick Gordon (USA) waren nur zwei ausländische Profis dabei.

Wie sieht's aktuell beim Gladiators-Personal aus? Gegen Rostock fehlten Center Pekovic (Corona-Infektion) sowie die langzeitverletzten US-Guards Gordon und Monteroso. Derrick Gordon hat letztmals am 9. November gespielt, Dan Monteroso am 16. Oktober.

Wer sind Triers Topscorer? Das Big-Men-Trio Clarke/Wiley/Pekovic ist außergewöhnlich. Clarke, ein 2,05 m großer Power Forward aus Kanada, kommt auf 16,4 Punkte und 7,2 Rebounds pro Spiel. Werte, die der seit Anfang Dezember wiedergenesene 2,11-m-Center Wiley noch überbietet (17,5/12,0). Der Serbe Pekovic, 2,15 m groß, verbuchte bis zu seiner Quarantäne 11,9 Punkte und 8,1 Rebounds pro Spiel. Parker van Dyke, der Mitte November als Ersatz für den verletzten Gordon geholt wurde, kommt auf 14,1 Punkte pro Spiel. Bester deutscher Scorer ist Point Guard Garai Zeeb (10,6).

Haben die Gladiators schon einen neuen Trainer? Nein, die Suche läuft noch. Interimscoach Pascal Heinrichs, bislang Co-Trainer, feierte gegen Rostock sein Debüt, assistiert von Jermaine Bucknor. Trier hatte am 3. Januar den bisherigen Coach Marco van den Berg entlassen. Der langjährige Erstligist (2015 Abstieg plus Insolvenz) war mit der Hinserie seiner siebten ProA-Saison (10. Platz) „alles andere als glücklich“. Man sah „keine positive Entwicklung“.

Wie ist Rastas Trier-Bilanz? In der ProA treffen Vechta und Trier am Sonntag zum sechsten Mal aufeinander. Rasta führt mit 4:1 – die einzige Niederlage gab es fast auf den Tag genau vor vier Jahren. Am 14. Januar 2018 traf Bucknor mit der Schlusssirene aus über acht Metern zum 89:88 für Trier. In der BBL gab es zwei Duelle; in der Saison 13/14 siegte jeweils das Gäste-Team.

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