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„Kaltstart“ nach Zwangspause für BVG?

Die A-Jugendhandballmädchen aus Garrel dürfen aktuell wegen des Sportverbots im Kreis nicht an der Bundesliga teilnehmen.

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Wird es noch etwas mit der Bundesliga? Dina Reinold (schwarzes Trikot) hofft, mit dem BV Garrel die Gruppenspiele noch bestreiten zu können.Foto: Langosch

Wird es noch etwas mit der Bundesliga? Dina Reinold (schwarzes Trikot) hofft, mit dem BV Garrel die Gruppenspiele noch bestreiten zu können.Foto: Langosch

Das Spiel- und Trainingsverbot für Sportmannschaften, das der Landkreis Cloppenburg coronabedingt bis einschließlich des Sonntags, 11. Oktober, verhängt hat, trifft vor allem die A-Jugendhandballmädchen des BV Garrel hart. Eigentlich würden sie aktuell mitten in der Gruppenphase der Bundesliga stecken, aber bislang durften sie noch keine Partie absolvieren.

Besagte Gruppenphase hat am vergangenen Wochenende begonnen und sollte ausgerechnet bis zum 11. Oktober dauern. Am Dienstag bekamen die Garreler Verantwortlichen eine Mail vom Deutschen Handballbund (DHB). Inhalt: Der DHB gewährt Garrel eine Frist bis zum Freitag, 23. Oktober, um die vier Spiele nachzuholen. Die BVG-Mädchen sind in der Gruppe 1 (von acht Staffeln) gelandet und haben zwei Heimspiele (gegen Werder Bremen und dend TV Aldekerk 07) sowie zwei Auswärtspartien (bei der HSG Blomberg-Lippe und beim SV Henstedt-Ulzburg) zu bestreiten. Dafür bleiben gerade einmal elf Tage Zeit.

„Das wird eine ganz harte Nummer. Auch die normale Runde wäre schon sportlich gewesen, aber nun müssen wir erst einmal zusehen, dass wir Termine finden. Das wird schwer genug“, sagt Peter Wendeln, der den Garreler Nachwuchs gemeinsam mit Renee Verschuren trainiert.

Mit der HSG Blomberg-Lippe beispielsweise hat er bereits Kontakt aufgenommen. „Als einziger Termin kommt Montag, der 12. Oktober, um 16 Uhr infrage“, sagt Wendeln, wobei dieses Datum alles andere als optimal ist – für beide Seiten. An diesem Tag beginnen sowohl in Niedersachsen als auch in Nordrhein-Westfalen, und damit auch in Blomberg, die Herbstferien. „Bei uns ist die eine oder andere Spielerin in Urlaub, die HSG schließt in den Ferien das Internat, damit die Spielerinnen zu ihren Familien können. Da bleibt dann nur der 12. Oktober – wenn wir dann wieder spielen dürfen“, meint Wendeln.

Niedersächsischer Verband entscheidet im Einzelfall

Das Problem: Für den BVG wäre es ein „Kaltstart“ direkt nach einer vierwöchigen Trainingspause. „Das fühlt sich schon ein wenig wie Zur-Schlachtbank-Führen an“, sagt Wendeln. Gleichwohl wäre dies dem BVG lieber, als ganz auf die Runde verzichten zu müssen. Denn eines ist klar: Sollte das Sportverbot im Kreis verlängert werden, hätten die Garrelerinnen keine Chance mehr, an der Bundesliga teilzunehmen. „Eine weitere Verlängerung wird es nicht geben, unsere Spiele würden dann als verloren gewertet werden“, führt Wendeln aus. Vor allem aber wäre es ärgerlich, wenn die Mannschaft um das „Erlebnis Bundesliga“ gebracht würde: „Die Mädels sitzen in den Startlöchern und freuen sich ein Loch in den Bauch, Bundesliga spielen zu dürfen. Für einige ist es ja die letzte Chance, weil sie altersbedingt die Jugend nach der Saison verlassen werden.“

Zwei winzige Trostpflaster gibt es aber: Zum einen hat durch die Absagen Torhüterin Clara Fette Gelegenheit, sich nach Krankheit (kein Corona) richtig auszukurieren, zum anderen ist die nächste Saison in der Oberliga nicht gefährdet. Als Meister der Saison 2019/2020 hatte der BVG die Qualifikation für die Runde 2020/2021 vorzeitig gesichert.

Wie groß dieser Vorteil ist, erfahren aktuell die übrigen CLP-Nachwuchsmannschaften. Sie haben kaum Chancen, in der nächsten Saison höherklassig zu spielen. „Da wir nicht antreten können und die Qualifikation für die Oberliga bis zum 4. Oktober beendet sein muss, werden die Spiele nicht für uns gewertet“, sagt etwa Karl-Heinz Thieken, Spielwart beim TV Cloppenburg. Die männliche A-Jugend, trainiert von Dirk Maschke, konnte kein Spiel bestreiten. Dabei hatte sich das Team gute Chancen ausgerechnet, in einer Vierergruppe einen der beiden ersten Plätze zu belegen.

TVC hat seine weiblichen Teams zurückgezogen

Die weibliche B-Jugend, ebenfalls von Dirk Maschke trainiert, verlor das einzig ausgetragene Spiel gegen den Favoriten GW Mühlen 22:27 und durfte die dann noch anstehenden drei weiteren Spiele nicht mehr austragen. Die C-Mädchen unter der Leitung des Trainerinnenduos Anna Anuszewska und Meike Grotz gewannen gegen den VfL Oldenburg und besaßen berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg. Da die weiteren drei Spiele nicht mehr ausgetragen werden, rutscht der TVC aus den Aufstiegsrängen raus.

Inzwischen hat der TV Cloppenburg seine weiblichen Mannschaften zurückgezogen. Dies bestätigt Olaf Bunge, Jugendspielwart im Handballverband Niedersachsen (HVN). „Wir werden jeden Fall einzeln entscheiden. Bei der Cloppenburger A-Jugend etwa wird es sehr schwierig. Aber wir werden die ausgefallenen Relegationsspiele nicht nachholen können. Nach dem Sportverbot im Kreis Cloppenburg beginnen gleich die Herbstferien. Und im Anschluss daran soll am Wochenende 31.Oktober/1. November die Punktspielrunde beginnen.“ Um die anstehenden Entscheidungen zu fällen, wird Bunge den letzten regulären Spieltag der Relegation am Samstag und Sonntag abwarten. „Anfang der kommenden Woche sehen wir dann, wie es weitergeht.“

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