Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Kadrija gewinnt "komisches" Profiduell

Der Boxer aus Lindern feierte am Samstagabend in Hamburg seinen 16. Sieg im 18. Kampf. Der Kampf gegen Michael Klempert wurde wegen der Coronavirus-Pandemie vor leeren Rängen ausgetragen.

Artikel teilen:
Chef im Ring: Erdogan Kadrija (rechts) war am Samstagabend der klar bessere Kämpfer. Er brach seinem Kontrahenten Michael Klempert aus Frankfurt sogar die Nase. Foto: Torsten Helmke

Chef im Ring: Erdogan Kadrija (rechts) war am Samstagabend der klar bessere Kämpfer. Er brach seinem Kontrahenten Michael Klempert aus Frankfurt sogar die Nase. Foto: Torsten Helmke

Wie immer marschierte Erdogan Kadrija zu den Klängen von "Hells Bells" der Hard-Rock-Band ACDC in Richtung des Rings. Auch bei seinem 18. Profikampf.

Doch in Hamburg war am Samstagabend irgendwie alles anders. Wegen Corona durften bei der Box-Nacht seines Managements Universum nämlich keine Zuschauer mit dabei sein. "Es war eine komische Atmosphäre, fast schon wie im Training", sagt "Big Edi". Das stoppte den 33-Jährigen jedoch nicht. Er war Michael Klempert aus Frankfurt im Cruisergewicht deutlich überlegen und setzte sich nach sechs Runden hoch verdient mit 3:0 Richterstimmen durch. Es war sein 16. Sieg.

Trotz des souveränen Erfolgs war der Mann aus Lindern nicht restlos zufrieden. "Vor allem in den ersten 4 Runden habe ich viele Treffer gelandet, ich hätte ihn einfach K.o. schlagen müssen. Das hat mir nicht gefallen", so Kadrija. "Ich bin selbstkritisch genug, um mir das einzugestehen." Und tatsächlich übernahm er sofort das Kommando und beherrschte Klempert nach Belieben.

Der Hesse präsentierte sich allerdings als "Stehaufmännchen", denn die zahlreichen Schläge steckte der 46!-Jährige allesamt weg. Auch der Nasenbeinbruch, den ihm Erdogan Kadrija im Laufe des Duells verpasste, machte ihm nichts aus. "Er ist ein Sturkopf und wirklich hart im Nehmen", sagt "Big Edi".

"Ausgerechnet davon habe ich ein blaues Auge bekommen."Erdogan Kadrija

Im Gefühl des sicheren Sieges und weil nach dem Feuerwerk an Schlägen etwas die Kraft nachließ, agierte Kadrija in den beiden letzten Runden etwas leichtsinnig. So kassierte er seinen einzigen nennenswerten Treffer. „Ausgerechnet davon habe ich ein blaues Auge bekommen.“ Doch auch in der Schlussphase des Duells, das live im Internet auf www.bild.de übertragen wurde, hatte der gebürtige Kosovo-Albaner nie das Gefühl, den Kampf verlieren zu können. "Dazu war ich zu überlegen."

Lob gab es danach auch von einigen Experten, die die Box-Nacht verfolgten. "Ich habe mehrfach gesagt bekommen, dass mein Kampf der beste von den 6 Duellen war. Das ist natürlich schön zu hören“, sagt Kadrija.

Nur allzu gerne würde der Profiboxer aus Lindern in diesem Jahr noch einmal zu den Klängen von "Hells Bells" in Richtung Boxring marschieren. Am liebsten mit Fans auf den Rängen, die ihn anfeuern. Doch ob ihm das die Coronavirus-Pandemie gestattet, bleibt abzuwarten. "Ich hoffe noch darauf, manchmal kann alles sehr schnell gehen."

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Kadrija gewinnt "komisches" Profiduell - OM online