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Julia Middendorfs Höhenflug führt zu den French Open

Die Dinklagerin hat das Junior-Turnier im tschechischen Ricany gewonnen. Anfang Juni wird sie in Paris an den Start gehen. „Ich freue mich riesig“, sagt sie dazu.

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Turniersieg in Ricany, Ticket für Paris: Julia Middendorf. Foto: Porsche Media/Paul Zimmer

Turniersieg in Ricany, Ticket für Paris: Julia Middendorf. Foto: Porsche Media/Paul Zimmer

Auf den letzten Metern eines Krimis waren noch mal Geduld und Nervenstärke gefragt. „Ich hab' versucht, ruhig zu bleiben“, erzählt Julia Middendorf und meint damit die Endphase des dritten Satzes im Finale der „Junior Ricany Open 2021“. Das Erreichen des Endspiels in Ricany südöstlich von Prag war bereits ihr größter Erfolg auf der „Juniors Tour“ des Tennis-Weltverbandes ITF, aber die 18-Jährige aus Dinklage wollte auch das i-Tüpfelchen, ihren ersten Turniersieg bei einem J1-Event. Mit 6:2 lag Julia Middendorf am Sonntagnachmittag im Tiebreak des dritten Satzes vorne. Der erste Matchball? Ein Doppelfehler, nur noch 6:3. Der zweite Matchball? Eine krachende Rückhand longline ihrer Gegnerin Nikola Bartunkova ist unerreichbar, nur noch 6:4. Dritter Matchball: Ein langer Ballwechsel, Julia Middendorf erhöht den Druck mit ihrer Vorhand und zwingt damit ihre tschechische Widersacherin zu einem Fehler. 7:4 – „Game, Set and Match Middendorf“.

Das 6:3, 4:6 und 7:6 (7:4) bildete für die Dinklagerin den Abschluss einer erfolgreichen, aber auch „schwierigen Woche“. Die Bedingungen auf der Sandplatz-Anlage in Ricany seien „nicht einfach“ gewesen, so Julia Middendorf. Und sie räumt ein: „Ich hab' nicht mein bestes Tennis gespielt.“ Das Talent aus dem Porsche Junior Team des Deutschen Tennis Bundes (DTB) war trotzdem „mega happy“, denn in den Tagen von Ricany erfüllte sich auch der Traum von der ersten Teilnahme an einem Junior-Grand-Slam-Turnier. Julia Middendorf startet vom 6. bis 12. Juni bei den „Roland Garros Junior Championships“ in Paris, also bei den French Open.

„Ich bin drin“, sagt sie mit Blick auf die nun veröffentlichte „Acceptance List“ des Veranstalters, auf der die Namen von 56 Spielerinnen für das Hauptfeld stehen. Eine Qualifikation wird es nicht geben. Julia Middendorf schaffte es als Nummer 44 der U-18-Weltrangliste (Stand: 26. April) ins Teilnehmerfeld für Paris. „Ich freue mich riesig“, sagt sie. Die DTB-Farben vertritt sie zusammen mit Mara Guth; das Duo wird auch im Doppel starten. Die neue U-18-Weltrangliste wird in Kürze erwartet. Durch den Turniersieg in Ricany, für den es 300 Punkte gibt, kommt Julia Middendorf auf 1060,5 Punkte. In die Wertung fließen die sechs besten Ergebnisse ein. Es bahnt sich der Sprung in die Top 30 an. Und damit rückt auch ein weiteres Highlight näher – „The Junior Championships“ in Wimbledon (5. bis 11. Juli).

In Ricany hat die Dinklagerin die Fünfte der U-18-Weltrangliste geschlagen

Bis Paris wird Julia Middendorf kein Turnier mehr spielen – weder auf der Junior- noch auf der Damen-Tour der ITF. Eine „intensive Trainingsphase“ sei angesagt, so Julia Middendorf. Der DTB bittet zudem alle Spielerinnen aus dem Porsche Talent Team und dem Porsche Junior Team zu einem umfangreichen Lehrgang nach Stuttgart. Ein bisschen Wettkampfcharakter soll es dort auch geben; geplant ist, die eine oder andere Wildcard auszuspielen.

Zurück zum Turnier in Ricany: Anderthalb Monate nach ihrem erfolgreichen Spanien-Trip mit dem Turniersieg in Benicarlo (J2) und dem Halbfinale in Villena (J1) sowie eine Woche nach dem WTA-Tour-Abenteuer in Stuttgart mit erfolgreich überstandener Qualifikation setzte Julia Middendorf ihren Höhenflug fort. Sie feierte fünf Siege, vier davon in zwei Sätzen. Highlight war das 7:6, 6:3 im Viertelfinale gegen die an Nummer eins gesetzte Russin Diana Shnaider, die in der U-18-Weltrangliste auf Platz fünf liegt. Julia Middendorf revanchierte sich damit für die 2:6, 4:6-Niederlage im Halbfinale von Villena.

Das Endspiel gegen Nikola Bartunkova, gegen die Julia Middendorf bereits im Halbfinale von Benicarlo mit 6:4, 6:2 gewonnen hatte, musste wegen des Dauerregens am Sonntag in die Halle verlegt werden. Ein schneller Hartplatz statt eines langsamen Sandplatzes – Julia Middendorf hatte damit so ihre Probleme, ihre Gegnerin allerdings auch. „Wir haben beide viele Fehler gemacht. Es gab keinen richtigen Rhythmus“, sagte die Dinklagerin. Im dritten Satz brachte sie alle sechs Aufschlag-spiele souverän durch, das gab Sicherheit für den Tiebreak.

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